Der Bärendienst des Schiris Meyer

Wer am Samstag den 1:0-Sieg des Hamburger SV gegen Bayer Leverkusen live oder am Fernseher verfolgt hat, hat unschwer zu der Erkenntnis gelangen können, dass es sich weniger um ein Fußballspiel als vielmehr um eine Schlacht, um eine unrühmliche Schlacht gehandelt hat.

Schiedsrichter dieses Spiels war Florian Meyer, der bereits seit 1998 Bundesligaspiele leitet und seit 2002 auf internationaler Ebene tätig ist. Wenn man Florian Meyer bei der Leitung seiner Spiele beobachtet, fällt neben seinem leichtathletischen Laufstil vor allem sein ausgeprägtes Rede- und Beschwichtigungsbedürfnis auf. Isoliert betrachtet ist eine solche Einstellung sozialpädagogisch sicherlich besonders wertvoll und entspricht ohne Frage aktuellen Tendenzen.

Auch im Spiel in Hamburg hat sich Florian Meyer trotz aller widrigen Entwicklungen nicht von dieser Grundeinstellung abbringen lassen. Das haben ihm die Spieler beider Mannschaften aber nicht gedankt und es führte dann dazu, dass sich ein sehr hartes, allzu oft unfaires Spiel mit weit über 50 Fouls entwickelte, die entweder mit einem Freistoß oder aber auch mit neun gelben Karten geahndet wurden, rote Karten gab es erstaunlicherweise keine.

„Ein Fußballspiel ist so hart oder gar unfair, wie es der Schiedsrichter zulässt.“ Diese fußballerische Binsenweisheit wurde in diesem Spiel in aller Deutlichkeit wieder einmal bestätigt.

Eine weitere schlimme Konsequenz waren die ständigen Rudelbildungen, die ich in einem solchen Ausmaß noch nicht erlebt habe, und die vor allem in der ersten Halbzeit nur von gelegentlichen Bemühungen, Fußball zu spielen, unterbrochen wurden.

Rudelbildung ist nach den Regeln des DFB ein Regelverstoß, der seit der Saison 2002/03 im Bereich des DFB bestraft wird, zunächst mit gelben Karten, im Wiederholungsfall mit roten.
Bei diesen unsäglichen Rudelbildungen waren immer zahlreiche Spieler beider Mannschaften beteiligt, oft befanden sich auch die Trainer oder andere Betreuer auf dem Spielfeld. Wenn schließlich gelbe Karten verteilt wurden, bezogen sich die immer auf vorher begangene Fouls, die Rudelbildung selbst blieb immer ungeahndet.

Florian Meyer hat hierbei also die regeltechnische Vorgabe in geradezu leichtfertiger Weise gründlich missachtet. Was bewegt einen so erfahrenen Schiri, bei einem Spiel, das von Beginn an mit größter Härte und allen Nickligkeiten geführt wurde, eine solch lasche Spielleitung an den Tag zu legen?

Ein Schiedsrichter hat den Regeln Geltung zu verschaffen, ohne Rücksicht auf mögliche Konsequenzen für Spieler und eben auch für das Spielergebnis. Schiri Meyer ist seiner ureigensten Aufgabe als Spielleiter nicht gerecht worden, aus Scheu vor der Konsequenz oder in Bezug auf das Spiel aus völlig unangebrachter Großmütigkeit. So ist das Spiel zu einer eingangs erwähnten unerträglichen Schlacht verkommen. Dem Sport im Allgemein und dem Fußball im Besonderen wurde ein Bärendienst erwiesen.

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Hartmut Schmidt

Der Autor war Fußballspieler, Trainer und Schiedsrichter. Heute analysiert Schmidt die deutsche Bundesliga und den DFB-Pokal mit einem scharfen Blick auf die Leistung der Unparteiischen.


'Der Bärendienst des Schiris Meyer' hat 2 Kommentare

  1. 2. Dezember 2014 @ 13:42 Rasche

    Dieser Florian Meyer war auch schon am Pokalendspiel 2014 in Berlin nicht auf der Höhe. Und sein Assistent an der Linie sowie so nicht. So eine Bolzerei wie in Hamburg hat mit Fußball nichts zu tun. Nur reden und die Karten in der Tasche lassen hilft nicht. Diesem Meyer sollte die Lizenz entzogen werden. Bibiane Steinhaus gefällt mir das wesentlich besser.

    Antworten

  2. 28. Januar 2015 @ 15:04 Thomas Klopp

    Toller Beitrag Hartmut! Ist es dir sehr gut gelungen. Mach weiter so!
    Viele Grüße aus mein kleiner Schlüsseldienst.
    Thomas

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