Donald Trump

Von allen guten Geistern verlassen Wahlkampf in God's own country.: Der zu allem entschlossene Tycoon Trump und das blindwütige Fußvolk – WAS TUN?

Es geht bei diesem riesigen zivilisatorischen Ausverkaufsspektakel in den USA doch gar nicht um Trump als Person. Hitler wurde seinerzeit auch unterschätzt, als „Anstreicher“ abgetan; beide von einem pathologischen Größenwahn durchtrieben. Die antidemokratische Mehrheit damals wollte den brüllenden Machttypen. Als der gewählte Diktator dran war, stand der interessierte militärisch industrielle Komplex in Großdeutschland schon längst parat. Ähnlich dürfte es in den USA nowadays sein.

Trump ist der gewissenlose Hampelmann, an dem ganz andere Herren kalkuliert die Fäden ziehen. Diese historische Parallele ist der blanke Horror! Das Propagieren von Rechtslosigkeit und Willkür, sie ist für jeden lesbar, hörbar, sichtbar! Schon längst ist auch in Amerika der Tatbestand der Volksverhetzung durch Trump deutlich erfüllt. Zur großen Gaudi seines plumpen Publikums garniert er seine zynischen Auftritte mit ungelenken Bewegungen und sabbernder Mimik, um körperlich und geistig behinderte Menschen möglichst ekelerregend zu karikieren. Ein Ruf nach Euthanasie, nach der Liquidierung aller Menschen, die ökonomisch überflüssig sind, ist da nicht weit. Von seinen rassistischen Ausfällen nicht zu schweigen. So wurde in unserem historischen Faschismus die Spaltung der Welt vorangetrieben. Dieser Irrsinn hat Methode.

Welche geopolitischen US-Strategen also stehen schon längst hinter Trump noch in der zweiten Reihe? Wer könnte Auskunft geben über deren konkrete Pläne? Welche Whistleblower können uns darüber informieren? Und was bedeutet das für die Demokratie in Europa? HELP!

Wie kann unser Widerstand jetzt stattfinden? Zumindest juristisch kann Trump doch bereits jetzt international belangt werden. Ich bitte um konkrete Vorschläge, wir dürfen doch nicht weiter bloß entsetzt und voyeuristisch zuschauen. Zumal ja auch die AfD ekelhaft weiter aufdreht mit dem Schüren von Ressentiments gegen Migranten und inzwischen kalt grinsend zur Hetze gegen Intellektuelle – „links verseucht und versifft“ anstachelt.

Bildquelle: Wikipedia, Gage Skidmore, Donald Trump speaking at CPAC 2015 in Washington, DC, CC BY-SA 3.0

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Marianne Bäumler

Die Theater-, Film- und Literaturkritikerin schreibt für diverse Zeitungen und arbeitet für den öffentlich rechtlichen Rundfunk. Sie promovierte über Erich Kästner, lehrte an der Universität Marburg, arbeitete als Dramaturgin und machte Dokumentarfilme für den WDR und andere ARD-Sender.


'Von allen guten Geistern verlassen Wahlkampf in God's own country.: Der zu allem entschlossene Tycoon Trump und das blindwütige Fußvolk – WAS TUN?' hat einen Kommentar

  1. 13. Mai 2016 @ 06:30 Lisa Wilczok

    Dear Mr. Trump: Ich habe German Female Angst vor Ihnen!

    Das Menschenkind ist mit nur wenig Instinkt ausgestattet, zu unterscheiden lernt es (in der Regel) von der Mutter, sie bringt ihm bei, sich vor Kälte zu schützen, Giftiges von Essbarem zu unterscheiden, und da, wo es in Gefahr ist, Angst zu empfinden. Angst ist ein Seismograph, der uns befähigen kann, den Freund vom Feind zu unterscheiden. Denn es stellt sich die Frage: Wem kann ich vertrauen? Wie aber sollen wir den Freund erkennen, wenn unser größter Feind nicht „Böser Wolf“, sondern „Mensch“ heißt?
    Wir müssen Donald Trump misstrauen, denn er ist menschenverachtend. Marianne Bäumler bringt es auf den Punkt: „Zur großen Gaudi seines plumpen Publikums garniert er seine zynischen Auftritte mit ungelenken Bewegungen und sabbernder Mimik, um körperlich und geistig behinderte Menschen möglichst ekelerregend zu karikieren….“ Die mediale (Selbst-)Inszenierung von Trump als Ekelpaket vernebelt unsere Sinne, sie spielt mit der Lust am Unheimlichen, dem Monströsen, der Abweichung, der Vermischung und Auflösung. Wer oder was ist der oder das eigentlich: Original oder Fälschung, Gesicht oder Fratze, Mensch oder Tier? Aber vielleicht ist die Show nur Satire. Wer weiß das noch?
    Das aggressive Spaßspektakel macht mir Angst, die gegenseitige mediale Überbietung an fiesen Bildern bedient die Sensationsgeilheit der Glotzer und Gaffer. Was wir da vorgeführt bekommen, ist eine Feier des Weltuntergangs, schauriger Danse Macabre, Totentanz. Wir halten Donald für einen Scherzbold von vielen, eine Comic-Figur: Tick or Trick or Track or Duck or Donald or Trump. Wir glauben nicht, dass der durchgeknallte Spaßvogel amerikanischer Präsident werden will. Mehr noch – wir lachen darüber.
    Aber genau das ist gefährlich. Denn weiß Trump selber noch, wer er ist? Jeder Mensch sollte sich sicher sein, wo er herkommt. Wer sind meine Eltern, wer meine Vorfahren? Im ausgezeichnet recherchierten deutschen Wikipedia-Beitrag zu Trump wird darauf hingewiesen, dass er sich mittlerweile zu seiner deutschen Herkunft bekennt. Weiter heißt es: „1987 hatte Trump in seinem autobiographischen Buch The Art of the Deal dagegen noch behauptet, sein Großvater stamme aus Schweden, womit er eine Fiktion seines Vaters aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs weitertrug…“
    Trump mogelt gerne, dabei benutzt er simple Verkäufertricks. Da es ohnehin niemandem auffällt, hat der Etikettenschwindler ganz einfach Schweden durch Deutschland ausgetauscht. Mal verkauft sich Schweden besser, mal Deutschland. Dass es zwei verschiedene Länder gibt, ist ihm wurst. Denn die Leute in beiden Ländern -das hat ihm sein Vater erzählt- sind eh alle kaufkräftig und blond. Trump hat, als er die Autobiographie schrieb, nicht mal in den Atlas geguckt. Er ist auch als erwachsener Mann noch ein schwacher Erdkundeschüler mit Drang in die Weltpolitik.
    Auch im Fach Geschichte schwächelt Trump. Im deutschen Film „Kings of Kallstadt“ wird er im New Yorker Trump Tower interviewt und sagt folgenden Satz: „Ich bin stolz, dieses deutsche Blut zu haben. Keine Frage. Tolle Sache!“ (zit. nach Die Welt, 24.8.2015) Die Bezeichnung „deutschen Blutes“ –das lernt in Deutschland jeder Schüler- wurde in der Zeit des Nationalsozialismus als juristischer Terminus in den Nürnberger Rassegesetzen verwendet. Dass kein seriöser Politiker einen Satz wie „Ich bin stolz, dieses deutsche Blut zu haben…“ ungestraft sagen darf, ist in der Bundesrepublik Deutschland demokratischer Konsens- Eine historische Errungenschaft!
    Zudem konterkariert und veralbert Trump (vermutlich unbewusst) einen anderen Satz, den er irgendwann einmal aufgeschnappt haben muss. 22 Monate nach „Eröffnung“ der Berliner Mauer hat John F. Kennedy bei seinem historischen Berlin-Besuch am 26.6.1963 vor dem Schöneberger Rathaus jenen wunderbaren, Hoffnung stiftenden, befreienden Satz gesagt, der das Vertrauen der Deutschen in die amerikanische Schutzmacht sicherte und vertiefte: „Ich bin ein Berliner.“
    Dieser Satz wirkt bis heute in uns Deutschen nach.
    Donald Trump, Sie unterhöhlen das gegenseitige Vertrauen und beschädigen den Ruf der Vereinigten Staaten von Amerika in Deutschland.
    Dear Mr. NeverNever-President, ich habe Angst vor Ihnen: German Female Angst!

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