Liberty

Die Freiheitsstatue in New York schlägt fassungslos die Hände vors Gesicht

Weltweit herrscht Entsetzen über die Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA. Bundeskanzlerin Angela Merkel verbindet ihre Zusage zur engen Zusammenarbeit mit einer mahnenden Erinnerung an die gemeinsamen Werte. Niemand lässt ein gutes Haar an dem Populisten, Egomanen, Rassisten, Chauvinisten, der seinerseits alles mit Füßen tritt, was seit Jahrzehnten als Konsens der westlichen Welt galt.

Das Erschrecken darüber, dass einer wie Trump tatsächlich in der Wahl zum bedeutendsten Amt triumphiert, ist mehr als verständlich. Die Überraschung aber und das ungläubige Staunen zeugen auch von einer anhaltenden Ignoranz gegenüber den Ursachen rechtspopulistischer Strömungen, die überall dort mit Macht hervorsprudeln, wo die Unzufriedenheit wächst, wo wenige Gewinner viele zu Verlierern machen, wo Ängste gedeihen und die Politik jede Glaubwürdigkeit verliert. Trumps Verachtung des Establishments ist der Köder, mit dem er die Wähler lockte. Sie erwarten einen starken Mann, der in Washington gründlich aufräumt und dem dabei jedes Mittel recht ist.

Was sie bekommen, ist ungewiss. Der Quereinsteiger agiert natürlich nicht im luftleeren Raum und ist dennoch unberechenbar, was die von ihm zu erwartende Amtsführung betrifft. Seine Ansichten in globalen Fragen wie dem Klimaschutz, in Fragen von Krieg und Frieden, in Hinsicht auf die transatlantischen Beziehungen ebenso wie seine Einstellung gegenüber demokratischen Grundwerten sind derart abstrus, wirr und plump, dass von ihm nach innen wie nach außen eher mehr Spaltung als weniger zu erwarten ist.

Mit Blick auf die rechten Umtriebe in Europa, die gefährlichen Tendenzen in Polen und Ungarn, die Präsidentschaftswahlen in Frankreich und auch die Bundestagswahlen im nächsten Jahr ist, da ist Norbert Blüm zuzustimmen, zu hoffen, dass der Schock der Trump-Wahl die Europäer wachrüttelt.

Bildquelle: pixabay, geralt, CC0 Public Domain

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Petra Kappe
Über  

Die promovierte Medienwissenschaftlerin arbeitete mehr als 20 Jahre in der Politikredaktion der Westfälischen Rundschau. Recherchereisen führten sie u. a. nach Ghana, Benin, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, China, Ukraine, Belarus, Israel und in das Westjordanland. Sie berichtete über Gipfeltreffen des Europäischen Rates, Parteitage, EKD-Synoden, Kirchentage und Kongresse. Parallel nahm sie Lehraufträge am Institut für Journalistik der TU Dortmund sowie am Erich-Brost-Institut für Internationalen Journalismus in Dortmund wahr. Derzeit arbeitet sie als freie Journalistin.


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