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Der IS ist kein Staat, sondern eine Terror-Firma: Es ist kein Krieg, es ist Terror – Wir sollten sprachlich abrüsten und den Tätern nicht in die Falle gehen

Die Taten der Terroristen sind abscheulich, ekelhaft. Was da in der katholischen Kirche in der Normandie passiert ist- furchtbar, entsetzlich. Es fehlen einem die Worte, um zu beschreiben, was das ist, wenn jemand einem 84jährigen Priester in einer Kirche den Hals durchschneidet. Das ist Mord und nichts anderes, da kann sich niemand auf irgendeinen Gott berufen. Kein Gott erlaubt die Ermordung eines anderen Menschen, ein Gott ist barmherzig, gnädig, aber nicht mordlustig.

Wir haben das schon mal in Deutschland erlebt, als die terroristische RAF versuchte, ihre Taten als politisch motiviert hinzustellen. Dabei war es schlicht und einfach Mord, nichts anderes, Mord an Generalbundesanwalt Buback, an dem Bankvorstand Ponto, an Arbeitgeberpräsident Schleyer und all die anderen, Fahrer und Sicherheitsbeamte inbegriffen. Auch die RAF-Täter wollten von Krieg reden, den sie führten mit der Bundesrepublik, auch damals wurde gefaselt von politischen Gefangenen, die sie seien, der eine oder andere nahm sogar das Wort von der Genfer Konvention in den Mund. Ich habe das damals schon als Hohn empfunden gegenüber den Opfern und Hinterbliebenen, als Zumutung, als Unverschämtheit, sich verbal hochzuschaukeln, um die Morde zu rechtfertigen. Die Mörder als Richter, das hat man ihnen nicht durchgehen lassen. Und das darf auch jetzt nicht passieren.

Es war ein Fehler, dass sich Frankreichs Präsident Hollande auf die Wortwahl einließ, Frankreich befinde sich im Krieg. Das wollen die Täter, ein Land in einen Krieg führen, den selbstverständlich nicht sie erklärt haben, sondern die anderen. Nein, sie sind Mörder, Kriminelle, die man verfolgen und festnehmen und ihnen dann den Prozess machen muss. Der Rechtsstaat macht sogar seinen erklärten Feinden einen fairen Prozess, gestattet ihnen Rechtsbeistand. Weil für den Rechtsstaat die Stärke des Rechts gilt, auch für Mörder, und nicht das Recht des Stärkeren.

Soldaten der Bundeswehr sind Soldaten

Die Mörder sind auch keine „Soldaten“, wie das gerade der Islamische Staat für den Täter von Ansbach reklamierte, als wäre man in einem Krieg. Es handelt sich um einen Selbstmordattentäter, dem sein eigenes Leben nichts mehr wert erscheint und der es deshalb aufs Spiel setzt mit dem Ziel, andere zu töten. Das ist Mord, nichts anderes. Bei der Suche nach den Motiven sollte man das Leid nicht vergessen, das die Opfer und deren Hinterbliebene erfahren haben. Soldaten der Bundeswehr- das sind Soldaten, deren Aufgabe es ist, das eigene Land zu verteidigen, damit ein Krieg verhindert werde.

Und weiter: Der Islamische Staat kann noch so oft und laut proklamieren, wer er sei. Ein Staat ist er nicht und wird auch nicht als solcher behandelt und anerkannt. Der IS ist eine Terrororganisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen zu ermorden, abzuknallen, ihnen die Kehle durchzuschneiden, um dann mit den Taten zu prahlen und ,wie es passiert ist, Fotos ins Netz zu stellen. Widerlich ist das, nur widerlich. Ihre Attentäter sind Mörder. Und dafür werden die Verantwortlichen irgendwann vor Gericht gestellt.

Besonnenheit ist gefragt, gerade auch der Politiker. Gepaart mit der Entschlossenheit des Staates und seiner Organisationen wie Polizei und Justiz, um den Terror der Rechtsextremisten zu stoppen. In den letzten zwei Jahren wurden in Deutschland über 500 Flüchtlingsunterkünfte teils unter dem Jubel von Zuschauern angezündet. Und dass der Prozess gegen Frau Zschäpe wegen der Morde der NSU immer noch nicht an ein Ende geführt worden ist, empfinde ich als schwer erträglich.

Bildquelle: pixabay, user geralt, Public Domain

 

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Alfons Pieper

arbeitete als stellvertretender Chefredakteur und Berliner Chefkorrespondent für die WAZ. 2009 gründete Pieper den Blog "Wir in NRW". Heute ist er Chefredakteur des Blogs der Republik.


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