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Klimaschutz-Konferenzen. Im Endergebnis nur enttäuschende Kompromisse. Der Klimaschutz ist der Politik offenbar nicht systemrelevant.

Klima-Gipfel ein Dokument des Versagens der Weltgemeinschaft

Appelle, Absichtserklärungen, vage Versprechen: Der Klimagipfel von New York hat einmal mehr das Versagen der Weltgemeinschaft an den Herausforderungen der Zukunft dokumentiert. Das ist ein Trauerspiel. Der Klimawandel ist die größte Bedrohung der Menschheit. Tatenlosigkeit ist keine Option. Dennoch verharren die Regierungen gerade jener Länder, die am stärksten zu Treibhauseffekt und Erderwärmung beitragen, in Untätigkeit. Und: Sie schämen sich nicht einmal mehr.

Die Zeiten, in denen große Gipfeltreffen der Weltgemeinschaft Meilensteine der Entwicklung markierten, sind vorüber. Der Erdgipfel von Rio 1992 weckte große Erwartungen. Sie wurden allesamt enttäuscht. Dem verantwortungslosen Raubbau an den natürlichen Ressourcen sollte Einhalt geboten, das Plündern des Planeten gestoppt werden. Nachhaltigkeit hieß das Gebot der Stunde. Das Wort ist zwar noch in aller Munde, doch zu der notwendigen umfassenden und durchdringenden Handlungsleitlinie hat es bis heute nicht gereicht.

Das Kyoto-Protokoll von 1997 war für den globalen Klimaschutz ohne Zweifel auch ein Meilenstein. Doch das Vorhaben, es zu verlängern und gleichzeitig zu erweitern, ist von Gipfel zu Gipfel gescheitert. Lange waren die USA die weltweit größten Klimasünder, lange waren sie es auch, die ein Folgeabkommen blockierten.

Inzwischen haben damalige Schwellenländer beim Energieverbrauch kräftig aufgeholt. China stößt heute die meisten Treibhausgase aus und hat sich allem Anschein nach die Strategie der folgenlosen Versprechungen zu eigen gemacht. In New York gab es wieder nur Vertröstungen. Derweil verrinnt die Zeit und die Hoffnung schwindet, die Erderwärmung noch stoppen zu können.

Den Worten nach hat US-Präsident Barack Obama eingesehen, wovor seine Vorgänger im Amt die Augen verschlossen. Die Klimakatastrophe ist von Menschen gemacht, und die ersten Folgen sind auch in den USA bereits zu spüren. Extreme Wetterereignisse plagen die Menschen, Stürme, Waldbrände, Überschwemmungen häufen sich. Doch die Taten, für die es allerhöchste Zeit wäre, lässt auch Obama noch schleifen.

Zugleich ist die Entschlossenheit der Europäer, beim Klimaschutz voranzugehen, ins Stocken geraten. Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich dereinst in der Rolle der Klima-Queen gefiel, tritt mit dem Thema kaum noch in Erscheinung. Das Hauptaugenmerk der Regierenden liegt auf der Wirtschaft, und das überwunden geglaubte Denken, dass Ökonomie und Ökologie sich nicht vertragen, greift wieder Raum.

Die direkten Folgen treffen mit Wucht die armen Länder im Süden, die am wenigsten Verantwortung für den Klimawandel tragen. Die Erderwärmung verschärft die Armut und den Hunger, heizt gewaltsame Konflikte und Flüchtlingsbewegungen an, bedroht Artenvielfalt und Lebensräume, sprich: auch die mittelbaren Folgen bleiben nicht regional begrenzt. Der Klimaschutz wird zu einer Überlebensfrage der Menschheit. Es muss eine globale Antwort geben. Da verbietet es sich, kurzsichtig nationale Eigeninteressen zu verfolgen und sich aus der Verantwortung zu stehlen. Doch, wie gesagt: Das Scheitern wird von Gipfel zu Gipfel ungenierter, das Versagen zur Routine. Eine Schande.

Bildquelle: Wikipedia. „Klimaschutz-Logos“ von Wissen – Eigene Zusammenstellung (Wissen). Über Wikipedia – http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Klimaschutz-Logos.jpg#mediaviewer/File:Klimaschutz-Logos.jpg

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Petra Kappe
Über  

Die promovierte Medienwissenschaftlerin arbeitete mehr als 20 Jahre in der Politikredaktion der Westfälischen Rundschau. Recherchereisen führten sie u. a. nach Ghana, Benin, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, China, Ukraine, Belarus, Israel und in das Westjordanland. Sie berichtete über Gipfeltreffen des Europäischen Rates, Parteitage, EKD-Synoden, Kirchentage und Kongresse. Parallel nahm sie Lehraufträge am Institut für Journalistik der TU Dortmund sowie am Erich-Brost-Institut für Internationalen Journalismus in Dortmund wahr. Derzeit arbeitet sie als freie Journalistin.


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