Berlin Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche

Nach dem Terroranschlag von Berlin – Frauke Petry als widerliche Leichenfledderin

Die Toten des furchtbaren Terroranschlags von Berlin sind noch nicht kalt, da stürzt sich AfD-Chefin Frauke Petry als widerliche Leichenfledderin auf sie. Offenkundig ist kein Ereignis schlimm genug, dass auch diese ständig unreflektiert daher schwatzende Frau Petry mal kurz inne hält und damit den Opfern Respekt erweist. Nein, sie muss sofort ihren parteipolitischen Vorteil suchen und geifernd ihr ausländerfeindliches Mantra wiederholen. Auf Facebook tat Frauke Petry kund: „Merkel und Co. tragen hier eine erhebliche Mitschuld“ an dem Terroranschlag vor der Berliner Gedächtniskirche. Sie habe illegalen Einwandern, also Ausländern, Tür und Tor geöffnet. „Merkel muss weg !“ Und Petrys Lover, Marcus Pretzell, setzte noch einen drauf: Der AfD-Landesvorsitzende von NRW twitterte zu den Opfern von Berlin: „Es sind Merkels Tote“.

Spätestens seit Montagabend wissen wir, dass der Terrorismus auch in Deutschland angekommen ist. Spätestens seit Montagabend wissen wir, was wir eigentlich schon lange wissen mussten, dass es keinen perfekten Schutz dagegen gibt. In unserer immer unübersichtlicheren und immer verletzlicheren Welt können Terroristen und Verrückte an fast jedem Ort Schlimmes anrichten, wenn sie zu allem – auch zur Vernichtung des eigenen Lebens – entschlossen sind.

Mit Merkel hat das nichts zu tun-z. B. Nizza

Denken wir an den Anschlag auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo am 7. Januar 2015 in Paris mit elf Toten und vielen Verletzten; erinnern wir uns an das LKW-Massaker von Nizza am 14. Juli dieses Jahres. Da wurden 86 schuldlose Menschen getötet und mehr als 300 zum Teil schwer verletzt. Denken wir an Shootings irregeleiteter Menschen in den USA, die Geiselnahme im Moskauer Dubrowka Theater vor 14 Jahren, die am Ende mindestens 129 Menschen mit dem Leben bezahlen mussten oder, oder, oder. Dafür brauchten und brauchen die brutalen Täter keine deutsche Willkommenskultur. Und mit Angela Merkel hatte und hat das alles nichts zu tun.

Unsere Welt ist unsicher geworden. Und es hat den Anschein, als werde sie immer unsicherer. Da die Berliner Ereignisse so ausschlachten zu wollen, wie es das AfD -Pärchen Petry-Pretzell versucht hat, ist abgrundtief dumm, lässt jegliche Fähigkeit zu Empathie vermissen. Und es ist angesichts des unsäglichen Leids, das über viele Familien gekommen ist, ekelhaft.

Warum die Auftritte in der ARD und beim ZDF?

Randfrage zum Schluss: Warum wird eine Frauke Petry, die sich in trauter Zweisamkeit mit ihrem Gefährten so weit vom Wertekanon einer zivilisierten und demokratischen Gemeinschaft entfernt, immer wieder in Talkshows auch öffentlich-rechtlicher Sender eingeladen – Sender, die in schwierigen Zeiten die Demokratie stützen und stärken sollen?

 

 

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Christoph Lütgert

Christoph Lütgert war Rundfunk-Korrespondent beim NDR, hat für Panorama gearbeitet und war später Chefreporter Fernsehen beim Norddeutschen Rundfunk. Lütgert wurde wegen seiner sozialkritischen Reportagen mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.


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