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Nationale Armutskonferenz kritisiert Politik – Kinderarmut muss ernsthaft angepackt werden

Die Nationale Armutskonferenz(NAK) hat die Politik heftig kritisiert und ihr vorgeworfen, das Problem der Kinderarmut nicht entschlossen genug anzupacken. Das erklärte der Sprecher der Armutskonferenz, Dr. Johannes Hensel am „Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut“.

Drei Millionen Kinder sind arm

Rund 3 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland
seien von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen, so Erhebungen
des Statistischen Bundesamtes. Jedes fünfte Kind lebe
in Armut. Materielle Armut sei ein zentraler Risikofaktor für ein gutes
Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen.

Der NAK, der Zusammenschluss aus 40 Sozial- und Familienverbänden
und Kinderschutzorganisationen, fordert von der Politik drei Schritte gegen Kinderarmut.
„Die Ursachen und Folgen von Kinderarmut sind seit Jahren bekannt
und wir machen auf die Missstände und Ungerechtigkeiten
aufmerksam“, sagt Johannes Hensel, „doch die Politik redet sich bei diesem Thema
raus!“

Armut schränkt Chancen ein

Armut schränke die Bildungschancen von jungen Menschen ein und
hemme die gesundheitliche Entwicklung sowie die kulturellen und
sozialen Beteiligungsmöglichkeiten, so Hensel weiter.
Im Aufruf des NAK „Keine Ausreden mehr: Armut von Kindern und Jugendlichen
endlich bekämpfen!“ formuliert das Bündnis Forderungen, die
jetzt in die Programmdebatte der Parteien zur Bundestagswahl einfließen
sollen. Anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung
der Armut fordern die Bündnispartner drei Schritte gegen Kinderarmut:

Tatsächliche Bedürfnisse erheben

1. Das Existenzminimum von Kindern muss realistisch ermittelt
werden. Der Bedarf, der im Regelsatz festgelegt ist,
darf nicht einfach aus Ausgabepositionen der ärmsten
Haushalte abgeleitet werden. Es gilt die tatsächlichen Bedürfnisse
u.a. für Kleidung und Schulmaterial zu erheben.

2. Die Ungerechtigkeiten in der Familienförderung müssen
abgebaut werden. Aktuell werden Kinder gutverdienender
Eltern durch die Kinderfreibeträge stärker unterstützt als
Kinder Erwerbsloser oder mittlerer Einkommensbeziehender.

3. Leistungen müssen einfacher gestaltet und leichter zugänglich
sein. Langfristig sollten Familien alle Leistungen
für ihre Kinder über eine Stelle in einem Auszahlungsbetrag
beziehen.

Mehr Entschiedenheit

Hensel: „Einem Aufwachsen in Armut entgegen zu wirken braucht
politische Entschiedenheit. Wir drängen darauf, das Problem der
Kinderarmut endlich ernsthaft anzupacken.“

 

Bildquelle: pixabay,  PublicDomainPictures, CC0 Public Domain

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