RESPEKT – Fifty-Fifty – FRAUEN SIND DOCH DIE HÄLFTE DER WELT!  

Und wenn Alle  – Frauen und Männer – wahrhaftig GLOBAL auch für das weibliche Selbstbestimmungsrecht – also auch über den eigenen Körper – und eine faire paritätische Partizipation der Frauen in aller Welt offensiv eintreten würden, wäre viel an Freiheit gewonnen.

Es gäbe weniger Aids, es gäbe weniger ungewollte Schwangerschaft,

also auch keine Überbevölkerung, es gäbe weniger Gewalt – denn Krieg ist auch Terror – es gäbe eine substantiell andere Qualität in den politischen, ökonomischen und ökologischen Entscheidungen, jenseits von machohafter Ernstfall-Logik, und zwar sowohl im Westen, als auch im Süden und im Osten unseres Planeten.

Denn: Wir Frauen sind die Hälfte, und wir wollen auch zur Hälfte Verantwortung mittragen, weltweit! Es geht um Balance, denn Frauen wollen keine Instrumente mehr sein, weder für Last noch für Lust.

Clara, Ayse, Miriam, Yoko

Möglichkeiten - ein Banner

Welch ein trauriger Irrsinn.

Ein aktueller Lieblingsausdruck männlicher Berichterstatter angesichts von Krieg und Terror ist „mehrere Dutzend Tote“. Das hört sich an, als spräche man von Hühnern oder anderen Tieren. Die Ausrede, diese Formulierung bräuchte weniger Zeit ist kalter Unsinn. Würde man sagen „mehr als 50 Menschen wurden bei den Angriffen ermordet“, es käme dem tatsächlichen Grauen angesichts all der unschuldigen Opfer unbedingt entgegen. Zwar beteiligen sich neuerdings auch Frauen bei terroristischen Anschlägen und tun mit, wenn offizielle Soldaten ihr Kriegshandwerk verrichten. Jedoch niemand fragt in repräsentativen Umfragen mal öffentlichkeitswirksam die zivilen Frauen, ob sie mit dem irrsinnigen Gemetzel an immer mehr Orten auf unserem Globus einverstanden sind. (oder nach dem „Sinn“ von Atomindustrie, Klimawandel, Autobahnen und anderem Tempowahn) Warum scheint das in den mainstream Medien global nicht von Interesse?

Ein Grund wäre, dass wache Frauen diese Konflikte nicht mit Gewalt lösen wollen. Denken wir an die kluge Lysistrata, die Heeresauflöserin von Aristophanes, die sich gemeinsam mit ihren Freundinnen den Herren auch sexuell verweigerte. Selbst wenn sie verzweifelt sind und wenn sie Angst haben – die meisten Frauen ahnen, dass militärische Eskalationen nur weiteres Elend, Tod und Zerstörung bedeuten. Aber auch die Frauen werden von ihren Männern und Söhnen und Vätern in die Rachespiralen reingezogen. Besonders, wenn machtgierige Scharfmacher per Propaganda kollektive Identitäten anbieten, und dann „der Feind“ überdeutliche Sündenbock-Konturen kriegt. So müssen sich vor allem die ökonomisch abhängigen Frauen als Teil der Familie unbedingt mit der vermeintlich freiwilligen Opferbereitschaft identifizieren, die ihre männlichen Verwandten fürs Vaterland, für den Clan, für die Religion bringen.

Mächtige Männer jedoch machen uns doch allen die Welt kaputt. Warum ist das so? Ist das unser Schicksal? Hängt das fatal mit dem Testosteronhaushalt der Herren zusammen? Aber glücklicherweise: nicht alle Männer sind dermaßen triebgesteuert.  Ein anderer Grund der globalen Schräglage besteht darin, dass fürsorgliche Mütterlichkeit für brutale kriegerische Aggression kontraproduktiv ist. Auch knallharte Geschäfte, Korruption und Ausbeutung schwächerer Menschen funktionieren umso „erfolgreicher“, je weniger Empathie das Kalkül der Strategen „stört“. Die Tatsache, dass es die Herren der Weltmächte als Beweis ihrer „berechtigten“ Machtfülle betrachten, wenn sich Soldaten und Miliz für deren geopolitische Interessen umbringen lassen, bereit sind, ihr einmaliges Leben zu Tausenden „auf dem Feld der Ehre“ zu opfern, also für solchen überirdischen Ruhm auch Frauen und Kinder und Mütter und Väter und Schwestern allein zurückzulassen, verdankt sich einem furchtbar irrealen Wahnsystem.

Eine pathologische Spaltung von weiblichen und männlichen Attributen – die jedoch eigentlich in jeder menschlichen Seele – also von Frauen wie von Männern – zusammengehören, die sich wie Yin & Yang ganz sinnvoll ergänzen – erscheint als fatale Voraussetzung von roher Gewalt. Dieses bereitwillige Abstrahieren von Einfühlung, wie es offenbar die meisten Männer dieser Welt per Sozialisation verinnerlicht haben, lässt sich für „übergeordnete“ Zwecke manipulativ kolossal einfach benutzen. Unter den „Herren der Schöpfung“ gelten ja „Weicheier“ und „Warmduscher“ als probate Denunzierungen für jene, die sich emotional und körperlich nicht dauernd überfordern lassen mögen. Als ob warm duschen nicht etwas ganz Feines ist; und Frauen mögen auch immer das Weiche im Mann! Kluge Frauen brauchen keine Helden.  Auch heute noch gilt „Feigheit“ für Männer als völlig inakzeptable Schwäche. Vielleicht würde es uns allen helfen, wenn wir offen über Angst reden würden. Und auch die Herren Obama und Putin dürfen sich daran gerne öffentlich beteiligen. Vielleicht könnte solche Offenheit zu verantwortlichem Handeln beitragen. Es hätten alle was davon!

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Marianne Bäumler

Die Theater-, Film- und Literaturkritikerin schreibt für diverse Zeitungen und arbeitet für den öffentlich rechtlichen Rundfunk. Sie promovierte über Erich Kästner, lehrte an der Universität Marburg, arbeitete als Dramaturgin und machte Dokumentarfilme für den WDR und andere ARD-Sender.


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