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Trump gefährdet den Weltfrieden

Nun kann sich jeder in Europa ein Bild von ihm machen. Donald Trump hat aus seiner Verachtung für die Europäische Union kein Hehl gemacht. Sie könnten es ihm heimzahlen, wenn es denn gelänge, die Einheit untereinander wieder herzustellen und tatsächlich das zu tun, was Angela Merkel mit nicht zu überhörender Skepsis forderte: Europa müsse sein Schicksal selbst in die Hand nehmen. Jedenfalls haben in der Trump-Ära nur die von den USA freundliche Begleitung zu erwarten, die, wie Großbritannien, sich auf den Weg machen, die EU zu verlassen und sich auf die eigenen Grenzen zurückzuziehen.

Das Treffen der wichtigen sieben Player auf dem Weltmarkt, im idyllischen Taormina auf Sizilien, wurde zu einem Spektakel der Nichtachtung der Verbündeten, aufgeführt und vorgestellt von einem Mann, der im obersten Stock des Trumptowers seinen Blick über Manhattan schweifen lässt. Mehr von der Welt zu sehen, bedarf der Milliardär Trump nicht, dem am Ende alles zum Geschäft wird. Sein Zynismus etwa, mit dem er den Waffendeal mit Saudi Arabien begründete und Verträge über 110 Milliarden Dollar unterschrieb „für wunderbares Kriegsgerät“, das die Saudis erhalten werden.

Saudi Arabien ist Vorbild für den Islamischen Staat, das selbst einer extremistischen Auslegung des Islams folgt und den IS mit Geld und Waffen unterstützt. Der Umgang mit Kritikern des saudischen Despotenstaates ist ebenfalls vorbildlich für den IS. Beide machen ihre Kritiker und Andersgläubige gern mit einem Schwertstreich einen Kopf kürzer.

Seine Entscheidung zur künftigen Klimapolitik hat er den europäischen Staatsmännern mit Dame am Tisch in Taormina noch vorenthalten. Zu einer Aussage ließ er sich auf Sizilien jedenfalls nicht herbei. Die Erwartung aber ist eindeutig, die USA werden das UN-Abkommen zum Klimaschutz, mit dem Ziel, die Erwärmung des Klimas auf weltweit höchstens zwei Grad zu begrenzen, wohl nicht mittragen. Das bedeutet aber für den Rest der Welt, sich ernsthaft an die Absprachen im Abkommen zu halten.

Ansonsten würde die südliche Halbkugel des blauen Planeten durch das Schmelzen der Polkappen und Dürre- und Hitzperioden zunehmend unbewohnbar werden, und die Fluchtbewegung nach Norden immer wieder anheizen. Für den Geschäftsmann Trump offenbar eine Schlussfolgerung, die sein Vorstellungsvermögen übersteigt. Bleibt nur die Hoffnung, dass sich die demokratische Willensbildung in den USA möglichst rasch in Richtung eines Impeachment verdichtet, und die vielen Hürden überwindet, die einem Absetzungsverfahren gegen den amtierenden Präsidenten entgegenstehen, bevor er durch Dummheit und Fahrlässigkeit einen Weltbrand auslösen kann.

Bildquelle: Wikipedia, Italian G7 Presidency of 2017, CC BY 3.0

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Uwe-Karsten Heye

Der Print- und Fernsehjournalist arbeitete unter Gerhard Schröder als Regierungssprecher bevor er als Generalkonsul nach New York ging. Heye ist Autor mehrerer Bücher und bloggt vor allem zu den Themen Rassismus und Antisemitismus.


'Trump gefährdet den Weltfrieden' hat einen Kommentar

  1. 29. Mai 2017 @ 10:30 Wame

    Welchen „Weltfrieden“ ?
    Was machte er in Saudi Arabien anders als unsere Regierungen?

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