Spülanalyse der Berliner Wasserbetriebe

Wenn der Ball rollt, steigt der Wasserdruck

Elfmeterschießen auch im Halbfinale gegen Frankreich? Bloß nicht! Das Elfmeterschießen im Viertelfinalspiel gegen Italienspiel wird so manchen Pulsschlag in die Höhe getrieben haben. Ganz sicher war das Herz nicht das einzige gestresste Organ, auch so manche Blase musste leiden. Wer geht schon während eines spannenden Fußballspiels zur Toilette? Aber danach! Der Pausen- oder Schlusspfiff des Schiedsrichters bringt nicht nur den Spielern Erleichterung, sondern auch vielen Fans vor den Fernsehern. Die deutschen Bierchen oder italienischen Rotweine lösen danach den unvermeidlichen Gang zum „stillen Örtchen“ aus. Natürlich ist das auch für Wasserversorger ein Thema. Die Einblicke in das Spülverhalten deutscher Toiletten während der Fußballturniere verdanken wir den Berliner Wasserbetrieben. Wie es in Berlin läuft, zeigen die Berliner in ihrer Spülanalyse (siehe Grafik). Derartige Untersuchungen des Spitzenbedarfsverhaltens haben nicht nur Unterhaltungswert. Die Berliner Spülanalyse zeigt, dass auch von Wasserversorgern bei der laufenden EM Höchstleistungen erbracht werden. Zwischen 20 bis 50 Prozent schießt die Wasserabnahme nach dem Pfiff in die Höhe. Spitzenwerte gab es auch bei der WM in Brasilien. Während das südamerikanische Land nach wie vor unter Trockenheit leidet, sprang beim deutschen Finale gegen Argentinien der Wasserverbrauch in Berlin von 30.000 Kubikmeter auf 45.000 Kubikmeter in der Stunde.

Für derartige Spitzenbedarfe müssen natürlich auch Versorgungssysteme und Experten in den Leitwarten zur Verfügung stehen, die den Wasserdruck im Netz sicher stellen und Wasser liefern. Und immer stellt sich auch die Frage der Kosten. Wenn wegen des rückläufigen Wasserverbrauchs in Folge des Wassersparens die Verkleinerung der Versorgungssysteme gefordert wird, dann muss auch berücksichtigt werden, dass beim nächsten Großereignis der Gang zur Toilette ohne Wasserspülung bleiben könnte.

Das soll natürlich nicht sein, deshalb sind diese Kosten unvermeidbar. Und nicht nur Fußball löst einen kollektiven Harndrang aus. Stephan Natz, Pressesprecher der Berliner Wasserbetriebe, erklärte mir anhand der „Lena-Kurve“ die Herausforderungen der Versorger während des Grand Prix, als Lena Meyer-Landruth das letzte Mal für Deutschland siegte. Wollen wir hoffen, dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft weiterhin Höchstleistungen erbringt.

Dieser Beitrag wurde auf dem führenden Blog zum Thema Wasser, LebensraumWasser unter dem Titel „Fußball-EM: Wasserversorger bewältigen „kollektiven Harndrang““ veröffentlicht.

Bildquelle: Berliner Wasserbetriebe

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Siegfried Gendries

Als Umweltökonom der Rheinisch Westfälischen Wasserwerksgesellschaft verfügt Gendries über langjährige Erfahrung im Infrastruktursektor. Damit setzt sich der Blogger für die richtige Balance bei Wasserthemen ein.


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