Wie gehabt die Bayern und der Rest hechelt hinterher

Zwei Ereignisse prägen den ersten Spieltag der 1. Fußballbundesliga: das schnellste Tor der Bundesliga des Leverkuseners Bellarabi im Spiel gegen Borussia Dortmund nach sage und schreibe neun Sekunden, und die vergebene Torchance des Wolfsburger Malanda 50 cm vor dem leeren Tor im Spiel gegen Bayern München. Ansonsten waren in allen Spielen die am Anfang einer Spielsaison zu erwartenden Anlaufschwierigkeiten unübersehbar, was sich auch in den durchweg knappen Ergebnissen widerspiegelt.

Prognosen für den weiteren Saisonverlauf verbieten sich und sind reine Kaffeesatzleserei. Angedeutet hat sich aber das, was wir schon in den letzten zwei oder drei Jahren beobachten konnten. Bayern München gewinnt, wie gehabt, auch nach einem keineswegs berauschenden Spiel und die potentiellen Verfolger, Dortmund, Schalke, Wolfsburg, lassen schon zu Beginn eingeplante Punkte liegen. Allein Leverkusen deutet eine neue, erfolgversprechende Spielweise an, wird aber das unumgängliche, bislang erfolgreich unterdrückte Stehvermögen gegen Ende der Saison erst noch unter Beweis zu stellen haben. Dortmund wird zur Kenntnis nehmen müssen, dass der Verlust von Lewandowski doch nicht so schnell und einfach kompensiert werden kann, wie man es vielleicht geglaubt oder zumindest erhofft hatte.

Zahlreiche Flanken in den gelbschwarzfreien Raum vor dem Tor des Gegners sprechen eine beredte, zu Denken gebende Sprache. Und bei Schalke 04 gelingt es auch zu Beginn der neuen Saison trotz intensivstem Bemühen immer noch nicht, eine wie auch immer geartete Handschrift des Trainers zu erkennen. Wenn sich Trainer Keller immer wieder die unbestritten ausgezeichnete Rückrunde der letzten Saison an die eigene Fahne heftet, dann ist das ziemlich verwegen. Die Erfolge der letzten 2. Saisonhälfte dokumentieren zwar das zweifellos vorhandene beachtliche Leistungsvermögen der Mannschaft, sie kamen aber nicht mit, sondern trotz Keller zustande. Die nächsten beiden Spiele, zuhause gegen Bayern München und auswärts in Gladbach, verheißen nichts Gutes und werden wieder zu Schicksalsspielen für den Trainer, ob Schalke das will oder nicht.

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Hartmut Schmidt

Der Autor war Fußballspieler, Trainer und Schiedsrichter. Heute analysiert Schmidt die deutsche Bundesliga und den DFB-Pokal mit einem scharfen Blick auf die Leistung der Unparteiischen.


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