Judenverfolgung Berlin 1933
An den Fenstern jüdischer Geschäfte werden von Nationalsozialisten Plakate mit der Aufforderung "Deutsche, wehrt euch, kauft nicht bei Juden" angebracht.

Wer von uns möchte schon mit ihnen tauschen: Zum trostlosen 9. November 2016

Die „Erniedrigten & Beleidigten“ all over the world – sie waren und sind mit Revanche-Gelüsten unterwegs, und angeheizt durch die machtbesessenen Scharfmacher fühlen sie sich als verlängerter Stammtisch analog und digital sooo was von im Recht. So wie neben Trump auch bei uns AfD und Pegida und all die rigiden Leute, die inzwischen so lauthals und ungestraft auch ihren verkappten Selbsthass ummünzen und rauskotzen können.

Der hämische Taumel im abgedunkelt hermetischen Tunnelblick der ehemals silent majority – da darf kein wach machender Sauerstoff argumentativer Zweifel vom abgehobenen Bildungsbürgertum ( und zu dem zählen wir für diese „Ausgeschlossenen“ – auch wenn wir uns noch so kritisch auch für deren Interessen engagieren – schon durch unser wissendes Sprachvermögen!) dem schön heimelig trüben Zustand blindwütigen Ressentiments – umspült mit allerhand Alkohol – störend dazwischenfunken…
Wie aber kann eine sinnvolle Kommunikation mit solch verhetzten Leuten gelingen, welche demokratischen Perspektiven können wir mit ihnen gemeinsam entwickeln?

Es geht um faire Teilhabe, aber die bequeme Verantwortungslosigkeit grassiert als wuchtiger Rauschzustand, und damit kann „die Zärtlichkeit der Vernunft“ offensichtlich nicht mithalten. Und somit rächt sich „die Arroganz der Macht“, und auch jene Ignoranz gegenüber Verlierern, die dem inzwischen leider globalen Kapitalismus sytemimmanent ist.

Meine große Hoffnung richtet sich auf einen weltweiten Widerstand der demokratischen Zivilgesellschaft, die JETZT auf die Straßen und Plätze gehen, und GESICHT ZEIGEN!

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 102-14468 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0

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Marianne Bäumler

Die Theater-, Film- und Literaturkritikerin schreibt für diverse Zeitungen und arbeitet für den öffentlich rechtlichen Rundfunk. Sie promovierte über Erich Kästner, lehrte an der Universität Marburg, arbeitete als Dramaturgin und machte Dokumentarfilme für den WDR und andere ARD-Sender.


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