Artikel von Gerald Uhlig-Romero

(✝) 1953-2018 Gerald Uhlig-Romero, Künstler, Autor, Unternehmer hat mit seinen Kunstwerken Formate geschaffen, die im öffentlichen Diskurs Erfahrungshorizonte erweitern und Impulse geben. Für diese Formate hat er geeignete Bühnen geschaffen und eine eigene Marke kreiert: Das bekannte Berliner Café Einstein Unter den Linden, mit dazugehöriger Galerie und Salon. Es ist ein „begehbares Kunstwerk“, ein Treffpunkt für Wirtschaft, Politik, Medien und Kultur. In der Galerie im Einstein haben internationale Künstler wie Helmut Newton, Wim Wenders, Dennis Hopper oder Oscar-Preisträger Joel Grey ausgestellt. Der gebürtige Heidelberger hat als Regisseur und Schauspieler an zahlreichen deutschsprachigen Theatern gearbeitet, u. a. an der Freien Volksbühne Berlin. Er hat 50 Bühnenstücke verfasst.


uschi dreiucker / pixelio.de
0

Der Rest ist Illusion

Schiffe, weibliche Körper im Schleier aus Zwielicht, Unschärfe, die immer auch auf Schärfe verweist.Eine Impression, die mein Gehirn herstellte am frühen Abend beim Sonnenuntergang an der Elbe unterhalb von Blankenese bei Hamburg. Die Welt am Wasser bei Zwielicht ist auch immer männlicher und weiblicher Sehnsuchtsort. Mein Gehirn malt mit grell-leuchtenden Farben, die tanzen. Was tanzt…

Es ist nicht leicht zu gehen…..

„Haltet einen Moment die Zeit an, einen kleinen Moment nur,“ ruft der, der seine Sterbenszeit zu nutzen weiss. Denn mit der Kraft der Begeisterung kann man länger leben, als es der Körper erlaubt. Wenn es dann aber soweit ist, wenn ich gehe, wird nichts in dieser Welt aus den Fugen geraten, auch wenn dieses Wissen unerträglich…

Popstar,Genie und Wahnsinn: Der Nobelpreisträger für Mathematik John Nash besuchte schon 1996 das „Cafe Einstein Unter den Linden“ in Berlin

Beim festlichen Diner auf Schloss Mainau im Rahmen der Stiftung Lindauer Nobelpreisträger am Bodensee, saß ich am Tisch des Wirtschaftsnobelpreisträgers Robert Mundell, der fast den ganzen Abend schwieg. Umso gesprächiger war sein Sohn, der mir erzählte, dass er seinen Vater bereits im Schachspiel schlage. In einem kleinen Büchlein arbeitete er an einer Zeichnung, die alle…

0

Die Endlichkeit

Die Endlichkeit, die Endlichkeit trägt wirklich ein Forellenkleid und dreht sich stumm nach anderen Endlichkeiten um. Für Menschen, die eher einer narzisstischen Natur angehören, ist der Tod die maximale Kränkung. Ist man sehr schwer erkrankt und die Lebenskraft und Energien in den Blutbahnen lassen nach und man wird sehr stark von Schmerzen gequält – dann…

Der Cowboy

Es gibt Tage, da stehe ich saftig im Ich, dulde keine Widersprüche und wenn ich zweifele, dann in meinen verschlossenen Gedanken. Mit unserem Denken machen wir die Dinge unseres Lebens kostbar oder wir entwerten sie. Ich verlasse mich heute ganz auf mein Finderglück. Mein Geist ist reserviert für die schönen Frauen, das Meer und die…

Farben her! Sofort!

Klage nicht so sehr über einen kleinen Schmerz, das Schicksal könnte ihn durch einen größeren ersetzen. Soweit der Dichter Friedrich Hebbel. Irgendetwas hält unser Leben immer im Griff. Wir sehnen uns nach Freiheit, stattdessen müssen wir ständig immer nur reagieren. Auf unseren Körper, unsere Mitmenschen, auf die Naturgesetze, die Grundgesetze, die biologischen Gesetze. Jung sein…

Das Leben ist so kompliziert

Fortpflanzen können sich die Menschen nur, wenn eine Gemeinschaft sie unterstützt. Und ein Gehirn kann sich nur entwickeln, wenn andere Gehirne es aufladen. Unsere Kindheit und Jugend dauert doch evolutionär gesehen deshalb so lange, weil das menschliche Gehirn ungewöhnlich viel lernen muss, wenn wer sich aus den vielen Widersprüchen seiner Umwelt ein brauchbares „Selbst“ erfinden…

So lebt der Mensch in Berlins Mitte

Weshalb strampeln wir uns ab, weshalb diese Tüchtigkeit, dieses Gerenne nach Anerkennung, diese Arbeitswut, diese Boshaftigkeiten, dieses Laufen im Hamsterrad, dieser Fortpflanzungseifer, was soll das Ganze? Worauf läuft es hinaus? Bei diesem Spiel wäre ich gerne ein eiskalter Killer, mit philosophischem Abschluss, der mittags gegen 12 Uhr unseren hysterischen Gefühlen zwischen die Augen schießt. Aber…

Mach Dir gute Gedanken!

Wir sollten unseren angeschlagenen Gedanken gesundes Futter geben. Zum Beispiel so: „Jeder Tag ist ein kleines Leben. Jedes Erwachen und Aufstehen eine kleine Geburt. Jeder frische Morgen eine kleine Jugend und jedes zu Bett gehen und einschlafen ein kleiner Tod.“ Auch Höflichkeit steht uns gut. Sie ist zwar wie ein Luftkissen, es mag nichts drin…