Artikel von Jörg Hafkemeyer

Jörg Hafkemeyer

Der Fernseh- und Radiojournalist arbeitete als Kulturredakteur und später als ARD Korrespondent in Washington und Mexiko. Seit 2002 ist Hafkemeyer Professor an der Berliner Universität der Künste.


Proteste gegen Lukaschneko in Minsk
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Frauen leiten den Widerstand gegen Lukaschenko

Es gibt einen Artikel aus der weißrussischen Volkszeitung vom April 1996, in dem es unter anderem heißt:“…Man muss vor allem den Schleier der Fremdheit zerreißen, der Weißrussland umgibt. Wir sind ja für die Welt eine Terra incognita, ein unbekanntes, unerforschtes Land. Von Tschernobyl wissen alle, aber nur in Verbindung mit der Ukraine und mit Russland….

Swetlana Alexijewitsch
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Eine bemerkenswerte Frau: Swetlana Alexijewitsch

Sie ist eine stille, sehr aufmerksam zuschauende wie zuhörende Frau mit einem zurückhaltenden Lächeln. Mehr als 12 Jahre hat Swetlana Alexijewitsch in Schweden und in Deutschland im Exil gelebt. Vor fünf Jahren – 2015 – passieren zwei entscheidende Dinge im Leben der 1948 im ukrainischen Iwano –  Frankiwsk geborenen weißrussischen Schriftstellerin. Ihr wird der Literaturnobelpreis…

Werke von Günter Kunert
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Erinnerungen an Günter Kunert

Kaisborstel bei Itzehoe an einem sehr stillen Junitag 2011. Im Haus von Günter Kunert. Bücher. Rotwein. Erinnerungen. Der 82 Jahre alte Gastgeber erzählt gern, verschmitzt manchmal, ernst auch. Einer, der einmal der sozialistischen Idee anhing: „Ja, ja. Es lag daran, dass ich im Grunde in dieser Gedankenwelt aufgewachsen bin. Also, meine Mutter, mein Großvater, mein…

Der "Rote Wedding"
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Als der Wedding rot war

Zwischen 1931 und 1933 wählt Berlin Rot. Der Wedding sowieso. Seinen Bewohnern geht es schlecht. Tausende sind ohne Arbeit, gehen stempeln. Die NSDAP wird 1933 bei den Wahlen zur Bezirksverordnetenversammlung mit 32,6% erstmals stärkste Partei. Vor den Kommunisten mit 29,9% und den Sozialdemokraten mit 24%. Der Nationalsozialist Rudolf Suthoff-Groß bleibt bis zum Ende 1945 Bezirksbürgermeister….

Wedding 1947: Tauschzentrale
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BRENNHOLZ FÜR KARTOFFELSCHALEN

Berlin. Mai 1945. Der Krieg ist aus. Gebückt, verängstigt laufen die Menschen durch die Straßen. Vorbei an Ruinen. An eingedrückten Hauswänden entlang. Frauen sind kaum zu sehen. Sie haben Angst vor den marodierenden russischen Soldaten. Geschossen, gebombt wird nicht mehr. Einen Überblick hat kaum jemand. Die Reste der Schiller- und Goetheparks werden in Küchenherden verheizt….

Wahllokal
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Sachsen vor der Wahl

So lange wie die SPD in Brandenburg, so lange hat auch die CDU in Sachsen nach dem Ende der DDR sicher regiert: 30 Jahre. Für beide Parteien jedoch sind die Zeiten stabiler Mehrheiten mit dem kommenden Wahlsonntag mit einiger Wahrscheinlichkeit vorbei. Das kann erhebliche Auswirkungen auf das große Bundesland im Südosten sowie auf die Regierungsparteien…

Fragezeichen vor der Landtagswahl
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Die SPD muss kämpfen – Brandenburg vor der Wahl

Wenn nicht Wahl wäre am kommenden Sonntag in Brandenburg, würden sich sehr wahrscheinlich nur wenige Menschen in die kleine Stadt Peitz verirren. Sie liegt im Spree-Neiße-Kreis. Das Kohlekraftwerk Jänschwalde ist gar nicht so weit weg. Bei guter Sicht sind die weißen Wolken zu sehen, die es ausstößt. Peitz ist der Wahlkreis von Ministerpräsident Dietmar Woidke(SPD)….

Flüchtlingslager von Überlebenden des Völkermords in Ruanda
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Eine Landschaft des Grauens – Über den Völkermord in Ruanda Teil 2

Die Monate April und Mai 1994 waren fürchterlich im Grenzgebiet von Zaire und Ruanda, in der Gegend rund um Goma. Etwas Unvorstellbares hatte sich ereignet: nördlich, südlich, westlich der Stadt hausten 1,2 Millionen Kriegsflüchtlinge aus Ruanda. Es gab keine Lebensmittel, kaum Wasser, keine Straße, keine Abwasserkanäle, keinerlei Verkehrsmittel. Die Menschen siechen dahin, sterben. Die Leichen…

Nyamata Gedenkstätte
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Um uns die Toten – Über den Völkermord in Ruanda

„Ich erwachte im Morgengrauen des 8. April durch den Krach von schwerem Gewehrfeuer auf. Der Mob war wieder auf der Straße, Schüsse wurden aus der ganzen Stadt gemeldet. Teile der Regierungstruppen und der Gendarmerie hatten sich am Vortag dem Wüten der Präsidentengarde und der Interahamwe angeschlossen. Alle UN – Standorte beherbergten Tausende angsterfüllter Ruander,“ erinnert…