• Über uns
  • Freund*innenkreis
  • Verein
  • Autor*innen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Archiviert
Montag, April 1, 2024
Blog der Republik
Advertising
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Standpunkte
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Standpunkte
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Blog der Republik
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Home Politik

Welttheater auf bayerischen Gipfeln – G7-Treffen mit Riesen-Aufwand

Friedhelm Ost Von Friedhelm Ost
1. Juni 2015
Schloss Elmau

Schloss Elmau: Idyll für brisante Themen beim G7-Gipfel.

Am nächsten Wochenende werden sich die Staats- und Regierungschefs der 7 großen Demokratien der Welt auf Einladung von Angela Merkel im idyllischen Elmau im Kreis Garmisch-Partenkirchen treffen. Präsident Putin wurde dieses Mal nicht eingeladen: Russland zählt nicht zu den Staaten, in denen zum einen die Demokratie stark ausgeprägt ist; zum anderen ist Putin wegen der völkerrechtlichen Annexion der Krim ausgeschlossen worden.

Vielleicht wäre es doch besser gewesen, mit dem neuen russischen Zar auf dem Gipfel zumindest über eine dauerhafte friedliche Lösung der kriegerischen Entwicklungen in der Ukraine zu reden. Denn Sprechen ist allemal besser als Schießen. Mit den von der EU verhängten Sanktionen gegen Russland wird man eine Friedenslösung nicht erreichen. Vieles, was aus den europäischen Ländern nicht geliefert wird, schadet nicht nur der russischen, sondern auch der deutschen und weiteren europäischen Volkswirtschaften. Zudem springen andere Firmen aus nicht-europäischen Staaten ein und machen mit Russland gute Geschäfte; sogar die Exporte amerikanischer Unternehmen nach Russland haben in jüngster Zeit zugenommen.

Die wichtigsten globalen Gipfel-Themen werden bei dieser Konferenz der politisch Mächtigen in Elmau erörtert. Da geht es um das Weltklima, das nur durch eine konzertierte Aktion bei der Reduzierung von CO2-Emissionen verbessert werden kann. Nur wenn die G7-Staaten hierfür einen gemeinsamen Nenner finden, könnte es auf dem in diesem Jahr stattfindenden Klima-Gipfel Fortschritte geben; dafür müssten jedoch China, Indien, Brasilien und die Entwicklungsländer “eingefangen“ werden, um mit einem Klimaabkommen das Ziel zu erreichen, den globalen Temperaturanstieg auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Als neues Thema bringt die deutsche Kanzlerin die Gesundheitsprobleme auf den Konferenztisch. Dabei sollen Lösungen gefunden werden, wie die Welt auf Epidemien – wie gerade jüngst bei Ebola – reagieren kann. Hierfür gilt es die Zusammenarbeit der Weltgesundheitsorganisation, der Weltbank und der Pharmahersteller zu stärken. Neben der dafür erforderlichen Finanzierung und der Logistik soll eine Einsatzgruppe von Weißhelmen geschaffen werden.

Ein drittes Thema des Gipfels wird der internationale Handel sein. Dabei wird das atlantische Großprojekt TTIP eine Rolle spielen, über das die USA und die EU schon seit längerem verhandeln. Die Widerstände dagegen sind nicht gering, da manche Organisationen in Europa einen Abbau von ökologischen und sozialen Standards befürchten und Streitigkeiten nicht von Schiedsgerichten, sondern von ordentlichen Gerichten entscheiden lassen wollen. Angesichts der großen Spionage-Aktivitäten amerikanischer Geheimdienste ist das Vertrauen mancher europäischer Partner in die US-Administration nicht gerade bestens. Dennoch werden sich die Spitzenpolitiker Europas für TTIP stark machen, denn der transatlantische Freihandel würde große ökonomische Chancen bieten. Und Chlorhühnchen aus den USA müssten auch die sensiblen deutschen Konsumenten nicht kaufen; sie könnten sich auch nach der TTIP-Unterzeichnung an den Antibiotika-Hähnchen weiter laben.

Im Verhältnis zu den Entwicklungsländern wollen die G7-Chefs einiges zum Besseren wenden. Zum einen gilt auch hier die Erfolgsformel “trade is better than aid“; dafür ist der Zugang zu den Märkten in den entwickelten Staaten wirklich zu öffnen. Ebenso gilt es darauf zu drängen, dass die Umwelt und Sozialstandards in den ärmeren Ländern deutlich verbessert werden. Dazu gehören insbesondere die Arbeitsbedingungen in den Fabriken der ärmsten Staaten, in denen auch Unternehmen aus Deutschland T-Shirts, Trikots, Schuhe, Kleidung usw. unter erbärmlichsten Konditionen fertigen lassen, um sie als Billigware auf die Märkte zu bringen.

Schließlich stehen weitere wichtige Themen wie die zahlreichen Konflikte im Mittleren Osten, das Gefahrenpotenzial IS und der Terrorismus sowie die dramatischen Flüchtlingsprobleme auf der Gipfel-Agenda. Durchaus möglich ist es, dass auch das Griechenland-Drama bei Tische angesprochen wird. Denn die griechische Tragödie spitzt sich mehr und mehr zu, da die Regierung aus Athen seit Wochen mit den durchaus gutwilligen Euro-Partnern Vabanque spielt. Von der Staatspleite ist Griechenland nur noch einige Millimeter entfernt, was währungstechnisch mit einem Grexit durchaus zu verkraften wäre, was jedoch politisch eine schwere Niederlage für die EU und geostrategisch eine Gefahr für die NATO bescheren könnte.

Rund um den Gipfelort Elmau rüsten die Sicherheitsorgane enorm auf. 24.150 Polizisten, 15 Staatsanwälte und 100 Richter werden für dieses Super-Politevent im Einsatz sein. Strafverteidiger werden ein Anwaltsteam aufbauen; bis zu 200 Anwälte sollen über ein Notfall-Handy mobilisiert werden können. Straßen, Zufahrten und Gelände werden gesperrt, um zigtausend Gipfel-Protestler, die schon mit Blockaden und militanten Aktionen gedroht haben, vom Konferenzort fernzuhalten bzw. bereits im Vorfeld abzufangen. Insbesondere sind bis zu 3.000 Personen aus dem gewaltorientierten Spektrum zu befürchten, die wie jüngst bei der Einweihung des Gebäudes der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main spektakuläre Randale, Anschläge und Aggressionen durchführen könnten.

Angesichts eines solch‘ gigantischen Aufwands für den Schutz der Teilnehmer und des Umfeldes einer Gipfelkonferenz, bei der in der Tat wichtige politische Probleme zu lösen versucht wird, stellt sich die Frage nach dem Ort des Treffens. Was einst 1974 auf Initiative von Helmut Schmidt und Giscard d’Estaing in dem kleinen Schloss von Rambouillet in sehr bescheidenem Rahmen begann, hat sich inzwischen zu einem Mega-Event mit riesigen Scharen von Begleitern, Medien und vielen anderen gewandelt. Die Inszenierung ist gigantisch, der Aufwand ebenso. Die Gipfel-Bilder werden indessen nicht nur die Schönheit und Harmonie der bayerischen Bergwelt mit den 7 Staats- und Regierungschefs, die sich dort für zwei Tage beraten, zeigen. Wie schon 2007, als Angela Merkel nach Heiligendamm in Mecklenburg eingeladen hatte und in den Feldern rund um das Konferenzhotel heftige Schlachten gewalttätiger Protestler gegen die Polizei stattgefunden hatten, drohen auch für das G 7-Treffen in Elmau ähnliche Eskalationen, die im Übrigen weder die Weltprobleme lösen noch das Deutschlandbild in der Welt verbessern.

Wäre es da für die nächsten Gipfelkonferenzen nicht zu empfehlen, einen Luxusdampfer für das Treffen der Mächtigen dieser Welt zu chartern und auf hoher See zu tagen? Gewiss müsste auch ein solches Schiff entsprechend von Polizei und Marine geschützt werden, jedoch wohl mit wesentlich geringerem Aufwand. Der Aufmarsch der Demonstranten, Protestler und militanten Gegner “über’s Wasser“ fiele jedoch mit Sicherheit ins Wasser.

Bildquelle: Wikipedia, Hilpert – Eigenes Werk, Gemeinfrei

Print Friendly, PDF & EmailAusdrucken/PDF erstellen:
Tags: EU-SanktionenFlüchtlingeG7G8ISRusslandSicherheitTerrorismusTTIPUkraineWelgipfelWeltklima
Vorherigen Post

Zum virtuellen Wasser und Wasserfußabdruck. Teil 1

Nächster Beitrag

Kriminelles Chaos ist keine Folklore – Merkwürdiger Ausdruck der Freude aufs neue Jahr

Nächster Beitrag
Abgebranntes Feuerwerk und Böller

Kriminelles Chaos ist keine Folklore - Merkwürdiger Ausdruck der Freude aufs neue Jahr

Comments 1

  1. Pingback: Reaktionen auf den G7-Gipfel im bayerischen Elmau

Schreibe einen Kommentar Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Medientipps

  • Die Siedler. Dokumentation über die zionistische Siedlerbewegung und das Leben in den illegalen jüdischen Siedlungen im Westjordanland. 17.03.2024
  • Netanyahu at War (full documentary) | FRONTLINE PBS, Ein Einblick in den politischen Aufstieg des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu. 17.03.2024
  • Putin's palace. The story of the world's biggest bribe. Dokumentarfilm von Alexei Navalny 2021 17.02.2024
  • Prügelattacke auf Studenten in Berlin: Hände weg von der Wanne 11.02.2024
  • Anti-Israel-Strategie: Iran und seine Verbündeten 06.01.2024

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 2.767 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

Werbung

Werbung


Mut zum Wechseln Werbebanner - Quadrat

Letzte Kommentare

  • Manfred Karl Böhm bei Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter
  • Andreas R. Schmidt bei Russischer Geldregen für die deutsche Staatskasse. 720 Mio. € aus pionierhaftem Vermögenseinzug
  • Andreas R. Schmidt bei Russischer Geldregen für die deutsche Staatskasse. 720 Mio. € aus pionierhaftem Vermögenseinzug
  • Andreas R. Schmidt bei Der Afghanistan-Moment in der westlichen Unterstützung der Ukraine ist erreicht

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 2.767 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

  • Trending
  • Comments
  • Neueste
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

18. März 2024
Bauern mit Trecker und Galgen, an dem 3 Puppen hängen in den Farben der Ampelregierung

Die Stimmung kippt: Gewalttätige Bauern in Gelbwesten erweisen sich als AfD-Kolonnen

6. Januar 2024
Lächelnde Kuh aus Geldscheinen als Sparschwein

Russischer Geldregen für die deutsche Staatskasse. 720 Mio. € aus pionierhaftem Vermögenseinzug

21. Januar 2024
Flüchtlinge an der Donau

Flüchtlinge retten die Renten

18. Januar 2024
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

Kriegszerstörungen in der Ukraine

Ukraine: Verantwortungsbewusstes Handeln statt gefährlicher moralischer Überheblichkeit

Schreibmaschine mit beschriebenen Blatt "Frieden"

EINE FRIEDENSINITIATIVE AUS DER MITTE DER GESELLSCHAFT

Frauen-Fußballteam-Afghanistan

Gender-Wahn, NEIN DANKE! Gegen zwanghafte Verrenkungen

Istanbul

Politisches Erdbeben in der Türkei

1. April 2024
Willy Brandt

Streit über die Ostpolitik, über Krieg und Frieden

1. April 2024
Pablo Casals, 1963

Auf ein Wort: Pablo Casals.  Ein großer Mensch und Künstler

31. März 2024
Cannabis, Waage, Gerichtshammer, Symbolbild für "Cannabis Legalisierung"

Nicht so berauschend: Die Protokollerklärung der Bundesregierung zum Cannabisgesetz

30. März 2024

BLOG DER REPUBLIK

Blog der Republik

Kategorien

  • Allgemein
  • Buchbesprechungen
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Politik
  • Standpunkte
  • Wirtschaft

Kategorien

  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Standpunkte

Schlagwörter

AfD Demokratie EU Frieden Gaza Journalismus Krieg Russland Ukraine Ukraine-Krieg

© 2024 Blog der Republik.

Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Standpunkte

© 2024 Blog der Republik