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Offener Brief an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: Glaubwürdigkeit wahren!

Christian Wolff Von Christian Wolff
15. Dezember 2025
Ortseingangschilc "Asylrecht ist ein Grundrecht" mit Sprayzusatz "Sorry, jetzt gerade nicht". AI generiert

Die Öffentlichkeit scheint es wenig zu interessieren, und die schwarz-rote Bundesregierung will es beim Wortbruch belassen. Die nach Pakistan geflüchteten ehemaligen afghanischen Ortkräfte  und Menschenrechtsaktivist:innen dürfen das nicht, was ihnen versprochen wurde: nach Deutschland ausreisen. Bisher prallen alle Proteste an der Kältemauer der Bundesregierung ab. Darum habe ich am 3. Advent, 14. Dezember 2025, den folgenden Offenen Brief an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gerichtet.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

es ist nicht das Aufreger-Thema – aber an der Frage, wie die Bundesrepublik Deutschland mit den Menschen umgeht, die einstmals in Afghanistan in ihrem Dienst standen sowie vor Ort für Menschenrechte eingetreten sind und deren Leben nunmehr mehr als bedroht ist, entscheidet sich die Glaubwürdigkeit unseres Landes und seiner Repräsentant:innen. Derzeit warten 1.800 ehemalige sogenannte Ortskräfte und Menschenrechtsaktivist:innen, die während des Afghanistan-Krieges Aufgaben für die Bundeswehr und andere deutsche Institutionen und Organisationen übernommen, mit ihren Mitteln und Möglichkeiten das Leben deutscher Staatsbürger:innen geschützt haben und in ihrem Land für die Menschenrechte eingetreten sind, auf ihre Ausreise nach Deutschland. Sie haben die Grundwerte unserer Verfassung in einem schwierigen politischen Umfeld gelebt. Nach dem Rückzug der westlichen Truppen und der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im August 2021 wurde ihnen von der deutschen Bundesregierung die Ausreise nach und die Aufnahme in Deutschland zugesichert. Heute will die jetzt amtierende Bundesregierung davon nichts mehr wissen. Jetzt wurden sie aufgefordert, die ihnen in Pakistan zugewiesenen Unterkunftsmöglichkeiten in Hotels und anderen Einrichtungen bis zum Ende des Jahres zu verlassen. Gleichzeitig wurde ihnen mitgeteilt, dass es keine Grundlage mehr geben würde für ihre Aufnahme in Deutschland. Diesen Menschen droht nun die Ausweisung bzw. Abschiebung aus Pakistan zurück nach Afghanistan. Dort sind sie dann hilf- und meistens mittellos der Willkür der terroristischen Taliban-Herrschaft ausgeliefert.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, das Handeln der derzeitigen Bundesregierung stellt nicht nur einen eklatanten Wortbruch dar. Es widerspricht auch allen Wertvorstellungen, auf denen die Erziehung unserer Kinder und unser gesellschaftliches Zusammenleben basieren. Auch wenn derzeit über diese skandalösen Vorgänge nur eine sehr verhaltene öffentliche Debatte geführt wird – sie sind in ihrer langfristigen zerstörerischen Wirkung nicht zu unterschätzen. Im Positiven wie im Negativen entwickelt sich die Grundhaltung von einzelnen Menschen wie einer Gesellschaft ausgehend von kaum wahrnehmbaren Ereignissen im Hinterhof unserer Wirklichkeit. Das war vor 2000 Jahren in Krippe und Stall bei Bethlehem so. Da begann mit der Geburt Jesu eine neue Geschichte der Grundwerte des Lebens. Sie fand im Gleichnis vom barmherzigen Samariter, mit dem Jesus an das Doppelgebot der Liebe wie an die Verantwortung für den bedrohten Nächsten appellierte, ihren tiefgreifenden und zuversichtlichen Ausdruck. In leider negativer Weise trägt der schändliche Umgang der Bundesregierung mit 1.800 Ortskräften und Menschenrechtsaktivist:innen in Pakistan zum Zerbröseln menschlicher Grundwerte bei, ohne die gemeinschaftliches Leben nicht gelingen kann. Dieses wird derzeit von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Dennoch sind die langfristigen Folgen eines solchen Handelns verheerend. Denn hier wird alles einer zweifelhaften politischen Opportunität geopfert, was uns eigentlich heilig sein müsste: Glaubwürdigkeit, Menschlichkeit, Barmherzigkeit.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, ich weiß sehr wohl, dass Ihre Einwirkungsmöglichkeiten auf das politische Tagesgeschäft einer Bundesregierung aus gutem Grund beschränkt sind. In diesem Fall halte ich aber eine deutliche Intervention für angebracht. Denn mit der ausbleibenden Aufnahme der 1.800 Afghanen und Afghaninnen wird nicht nur der internationale Ruf der Bundesrepublik Deutschland beschädigt. Es werden auch die Grundwerte verletzt, auf denen unser gesellschaftliches Zusammenleben basiert und die immer mehr durch Autokraten weltweit unter Beschuss geraten. Wie aber wollen wir unsere freiheitliche Demokratie schützen und wie sollen sich Widerstandskräfte gegen autoritäre und das Recht und die Unveräußerlichkeit der Menschenwürde verleugnende Bestrebungen bei jungen Menschen ausbilden, wenn all dies bei den politischen Verantwortungsträger:innen im Fall der 1.800 Menschen keine Rolle zu spielen scheint? Darum möchte ich Sie, sehr geehrter Herr Bundespräsident, sehr herzlich und dringend bitten, das bevorstehende Weihnachtsfest zu nutzen, um die Bundesregierung zu einer deutlichen Korrektur ihrer Entscheidung zu bewegen. Rufen wenigstens Sie den 1.800 Afghaninnen und Afghanen ein „Willkommen in Deutschland“ zu und rufen Sie in gleicher Freundlichkeit und Zuversicht die Bundesregierung auf, dieses Willkommen zeitnah umzusetzen. Ich bin sicher: Dieser Ruf wird weite Kreise ziehen – und zwar im Positiven.

Mit den besten Wünschen für ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest
und herzlichen Grüßen
Ihr Christian Wolff

________________________________________________________________________________________________________________________

Während ich gestern den Offenen Brief geschrieben habe, erreichte mich die schreckliche Nachricht vom antisemitischen Terrorangriff auf eine Feier einer jüdischen Gemeinde an der Bondi Beach in Sydney/Australien. Das Verbrechen ist in seinem Ausmaß horrend. Nichts darf daran in irgendeiner Weise relativiert werden. Darum ist es wichtiger denn je, vor Ort jeder Form von Antisemitismus entgegen- und für jüdisches Leben einzutreten. Eine konkrete Möglichkeit in Leipzig ist, am Anzünden des 3. Lichtes am Chanukka-Leuchter am Gedenkstätte für die zerstörte Große Gemeindesynagoge in der Gottschedstraße teilzunehmen. Da kann Solidarität mit der Israelitischen Religionsgemeinde und allen in Leipzig lebenden Jüdinnen und Juden gezeigt werden:
Wann:    Dienstag, 16. Dezember 2025  um 16.00 Uhr
Wo:        Gedenkstätte Gottschedstraße, 04109 Leipzig

 

Dieser Beitrag wurde im Blog unseres Autors Christian Wolff am 15.12.2025 erstveröffentlicht 

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