Buchbesprechungen

Konzentrationslager Dachau
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Man fühlt sich erinnert an die eigene Jugend – Willi Winklers Buch „Das braune Netz“ macht betroffen

Man fühlt sich erinnert an die eigene Kindheit und Jugend, wenn man das Buch von Willi Winkler „Das braune Netz“ liest mit der Unterzeile „Wie die Bundesrepublik von früheren Nazis zum Erfolg geführt wurde“. Aufschlussreich ist gleich zu Anfang die Zeile: „Glücklich ist, wer vergisst…“ Und dann geht das so weiter mit dem ersten Kapitel:…

Erinnerungen
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Annie Ernaux: Die Jahre

Die lesenswerte Rezension von Wolfgang Wiemer hat mich angeregt, das Buch zu lesen. Ich habe ergänzend noch einige Aspekte hinzuzufügen. Eine französische Lehrerin schreibt nach ihrer Pensionierung über ihr Leben, und dies in einer ungewöhnlichen Form, über die sie im Buch immer wieder reflektiert: Sie wollte keine übliche Autobiografie schreiben, erst recht keine Bekenntnisse ablegen,…

Wolken
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John Cowper Powys: Kultur als Lebenskunst

Ich mache mich daran, endlich einmal John Cowper Powys zu lesen, dessen Bände seit Jahren unberührt in unserem Bücherregal stehen. Powys (1872 – 1963) war ein walisischer Dichter und Schriftsteller. Er verfasste Lyrik, Essays, umfangreiche Romane sowie philosophische Schriften. Er gab sich in seinen Werken als ironischer Skeptiker, der selbst die eigene Weltanschauung immer wieder…

Buchtitel
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Vertane Chancen seit 1990 – Horst Teltschiks Buch „Russisches Roulette“

Was waren das für Chancen, die sich Europa, ja der ganzen Welt boten, als die Charta von Paris 1990 unterzeichnet wurde?! Was waren das für Chancen für ein neues Europa, für eine friedliche Zusammenarbeit zwischen dem Westen,wenn man so will, und dem neuen Russland nach der Wiedervereinigung, der Auflösung der Sowjetunion, dem Ende des Eisernen…

Buchtitel
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„Etwas von der Zeit retten“ über Annie Ernaux: Die Jahre.

Ein vollkommenes Leseerlebnis, spannend obwohl kein Krimi, lehrreich obwohl kein Geschichtsbuch, persönlich obwohl keine Biografie, europäisch, obwohl alles sich nur in Frankreich ergibt. „Etwas von der Zeit retten, in der man nie wieder sein wird.“ Das ist der letzte Satz auf Seite 256 des Taschenbuchs – aber die Leser*innen werden darin gewesen sein, in der Zeit ungefähr zwischen dem…

Georg Christoph Lichtenberg
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Gegen das Vergessen: Henning Boëtius: Der Gnom. Lichtenberg-Roman

Der Roman erschien 1989; an ihn soll 30 Jahre später erinnert werden. Denn es handelt sich um ein seltenes Dokument biographisch-literarischer Entschlüsselung eines Gelehrtenlebens, das voller Widersprüche, Ambiguitäten und Obsessionen war, nämlich das des Georg Christoph Lichtenberg, der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gelebt und gewirkt hat. Körperlich mit dem Makel der Kleinwüchsigkeit…

Schule
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Eltern und Schule – Systemversagen?

Es geht gnadenlos zu in Diskussionen über Deutschlands Schul-Realität. Keine Zurückhaltung. Jeder Griff und jeder Schlag scheinen  erlaubt. Mike Tyson was here! Zeit- Schreiber Martin Spiewak nimmt sich das letzte Buch des Kinderpsychologen Michael Winterhoff vor („Deutschland verdummt – Wie das Bildungssystem die Zukunft unserer Kinder verbaut“ – Gütersloher Verlagshaus. Mit Anmerkungen 220 Seiten, 20,00…

Greta Thunberg
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Über die Thunbergs- Szenen aus dem Herzen. Rezension eines Buches, das die Mutter von Greta geschrieben hat

Es ist ein merkwürdiges Buch, schon die Aufmachung. Da werden alle vier Namen der Thunbergs genannt über dem Titel „Szenen aus dem Herzen“, dann liest man „Unser Leben für das Klima“ und erfährt auf der Rückseite des Umschlags: „Wer ist Greta Thunberg?“ Sie selber hat das Buch aber nicht geschrieben, sondern im Wesentlichen ist es…