Buchbesprechungen

Buchtitel
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Buchbesprechung: Vittorio Magnago Lampugnani. Bedeutsame Belanglosigkeiten.

Mit seiner dreibändigen Geschichte des Städtebaus hat der Mailänder Architekt und Professor für Städtebau ein Standardwerk geschaffen, das eine Gesamtschau auf Ursprünge, Entwicklung und Visionen urbaner Ansiedlungen vom Mittelalter bis heute liefert. Bei dieser Forschungsarbeit sind dem früheren Direktor des Frankfurter Architektur-Museums offenkundig zahlreiche Erkundungen gleichsam unter den Tisch gefallen, weil sie den Rahmen selbst…

Bücher
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Die Verteidigung des Poetischen – Zur Aktualität Dieter Wellershoffs –

Der Kölner Autor Dieter Wellershoff wäre am 3. November 94 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass möchten wir an einen Beitrag erinnern, den er 1972 geschrieben hat und der immer noch aktuell ist. Fragt man nach Kriterien für die Beurteilung literarischer Qualität, reicht ein Blick auf die Bestsellerlisten nicht aus. Diese orientieren sich meist an…

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Wolfgang Hilbig: Das Provisorium – Gegen das Vergessen

  Der Autor (1941-2007) gilt als literarische Ausnahmeerscheinung (Michael Opitz), ist mit vielen Preisen bedacht worden, war Büchner Preis-Träger. Seine große Stärke ist die Lyrik. Mit dem Provisorium hatte er kurz nach der Wende einen autobiographischen Roman vorgelegt. Hilbig ist DDR-sozialisiert, hat sich bis zum 40. Lebensjahr als Industriearbeiter verdingt, dabei von Kind auf immer…

Konzentrationslager Dachau
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Man fühlt sich erinnert an die eigene Jugend – Willi Winklers Buch „Das braune Netz“ macht betroffen

Man fühlt sich erinnert an die eigene Kindheit und Jugend, wenn man das Buch von Willi Winkler „Das braune Netz“ liest mit der Unterzeile „Wie die Bundesrepublik von früheren Nazis zum Erfolg geführt wurde“. Aufschlussreich ist gleich zu Anfang die Zeile: „Glücklich ist, wer vergisst…“ Und dann geht das so weiter mit dem ersten Kapitel:…

Erinnerungen
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Annie Ernaux: Die Jahre

Die lesenswerte Rezension von Wolfgang Wiemer hat mich angeregt, das Buch zu lesen. Ich habe ergänzend noch einige Aspekte hinzuzufügen. Eine französische Lehrerin schreibt nach ihrer Pensionierung über ihr Leben, und dies in einer ungewöhnlichen Form, über die sie im Buch immer wieder reflektiert: Sie wollte keine übliche Autobiografie schreiben, erst recht keine Bekenntnisse ablegen,…

Wolken
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John Cowper Powys: Kultur als Lebenskunst

Ich mache mich daran, endlich einmal John Cowper Powys zu lesen, dessen Bände seit Jahren unberührt in unserem Bücherregal stehen. Powys (1872 – 1963) war ein walisischer Dichter und Schriftsteller. Er verfasste Lyrik, Essays, umfangreiche Romane sowie philosophische Schriften. Er gab sich in seinen Werken als ironischer Skeptiker, der selbst die eigene Weltanschauung immer wieder…

Buchtitel
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Vertane Chancen seit 1990 – Horst Teltschiks Buch „Russisches Roulette“

Was waren das für Chancen, die sich Europa, ja der ganzen Welt boten, als die Charta von Paris 1990 unterzeichnet wurde?! Was waren das für Chancen für ein neues Europa, für eine friedliche Zusammenarbeit zwischen dem Westen,wenn man so will, und dem neuen Russland nach der Wiedervereinigung, der Auflösung der Sowjetunion, dem Ende des Eisernen…