Buchbesprechungen

Fluß
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Wiedergelesen: William Faulkner: Als ich im Sterben lag

Anlässlich des US-amerikanischen Nationalfeiertages am 4. Juli soll an die einschlägige Südstaaten-Literatur erinnert werden, in der soziale Ungleichheit, Klassen- und Rassenkonflikte bzw. Rassismus in den USA thematisiert werden. Hierzu hatten wir bereits drei Romane von Walker Percy (Der Kinogeher; Der Idiot des Südens; Liebe in Ruinen) vorgestellt. Nunmehr folgt ein Beitrag über den wohl berühmtesten…

Eisbein
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„Wir essen die Angst der Tiere mit!“ Dr. Alfred Döblin

Hintergründige Aufklärung im spannenden Krimiformat Bereits 2013 hatte Wolfgang Schorlau seinen wie immer zuverlässig recherchierten Kriminalroman bei Kiwi veröffentlicht, also vor mittlerweile sieben Jahren. Schon damals war der Schock groß, vor allem für jene LeserInnen, die eigentlich die Gefahren des unbändigen Fleischkonsums lieber verleugneten. Und jetzt?! Und jetzt werden wir eingeholt von entsetzlichen Tatsachen aus…

Gemälde Sacco di Roma von Johannes Lingelbach
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Die Rache des Kaiser – Folgen und Ursachen von Gewalt im 16. Jhd.

Über unsere Zukunft wissen wir wenig Genaues; die Gegenwart ist rasch vorbei. Sie wird sofort zu Vergangenheit. Über die Vergangenheit wissen wir vergleichsweise am meisten. Erlebtes, Gehörtes, Gelesenes, Verstandenes. Es ist also kein Wunder, dass Geschriebenes meist von Vergangenem berichtet beziehungsweise Behauptungen über Vergangenes aufstellt. Historische Romane, historisierende Erzählungen leben davon, sie haben Dauerkonjunktur, sind…

Frau und Gesellschaft - Symbolbild
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Wiedergelesen: Theodor Fontane: Irrungen – Wirrungen und Stine

Zugegeben: ich lese ihn immer wieder gerne, den alten Märker mit seiner ruhigen Erzählweise und seinem Blick aufs Soziale. Die Sensibilität für soziale Ungleichheit in Zeiten der preußischen Monarchie Ende des 19. Jahrhunderts, in denen die Gesellschaft in Stände und Klassen tief gespalten und extrem hierarchisch strukturiert war, zeigt sich in beiden Prosastücken in der…

Finnwal
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Von der Roman-Utopie zur Corona-Realität

Einsamkeit ist Lesezeit. Einige Tage lag „Der Wal und das Ende der Welt“ unangetastet da. In diesen Zeiten eine Weltuntergangsgeschichte zu lesen, war vermutlich keine gute Idee. Die täglichen Nachrichten liefern Schrecken schon im Übermaß. Als aber der unterhaltsame und erbauliche Leseproviant zur Neige ging, griff ich schließlich doch zu dem gut 450 Seiten langen…

Altes Kino
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Gegen das Vergessen: Walker Percy: Der Kinogeher

Seinen 1961 in den USA erstveröffentlichten Debütroman hat Percy mit 45 Jahren geschrieben. Von Haus aus war er Mediziner, übte den Arztberuf aber nur kurze Zeit aus, da er an Tuberkulose erkrankte und nach der Ausheilung nicht mehr praktizieren konnte. Stattdessen wandte er sich philosophischen Themen zu und publizierte Aufsätze in einschlägigen philosophischen Zeitschriften. Erst…