Artikel von Norbert Bicher

Norbert Bicher

Als Parlamentskorrespondent der „Westfälischen Rundschau“ arbeitete Bicher als Journalist, bevor er 1998 Pressesprecher der SPD-Bundestagsfraktion wurde. Er war Sprecher des SPD-Fraktionsvorsitzenden wie auch des Bundesverteidigungsministers Dr. Peter Struck.


Patronen
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Bundeswehr schamlos für Karrieresprünge

So schamlos ist die Bundeswehr noch nie zum Spielball für Karrierespiele missbraucht worden. Verteidigungsministerium und Armee als Versuchsfeld, das angeschlagene Image einer potenziellen Merkel-Nachfolgerin durch ein Ministeramt aufzuwerten. Ein Ministeramt, das die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer bislang strikt abgelehnt hatte. Kleiner Wortbruch – dann geht die Parteivorsitzende dorthin als Ressortchefin, wo parteipolitische Eindeutigkeiten nicht über Gebühr…

George W. Bush
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Goslar, 21. Januar 2003, Marktplatz

Die Abfuhr kam aus der niedersächsischen Provinz. So klar wie an jenem Januarabend in Goslar 2003 hatte sich Bundeskanzler Gerhard Schröder noch nie gegen den drohenden Krieg der USA gegen den Irak gestellt. Unmissverständlich rief er den Menschen zu, die zu seinem Landtagswahlkampfauftritt gekommen waren: »Rechnet nicht damit, dass Deutschland einer den Krieg legitimierenden Resolution…

Werner Höfer
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Köln, 20. Dezember 1987, WDR

Der Sturz war tief. Aber der Mann mit der hohen Stirn, der dunklen Brille und der sonoren Stimme inszenierte sein Ende an diesem 20. Dezember 1987, als gehe es ihn nichts an. Sonntags um zwölf, ARD. Pflichttermin für politikversessene Hörer und Fernsehzuschauer seit 1952 – seit Werner Höfer, der auch schon in jungen Jahren der…

Hand- und Fußabdruck von Hildegard Kned
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Regensburg, 21. Februar 1951, Rathaus

Die Kritiker überboten sich in Abscheu. »Ein Faustschlag ins Gesicht jeder anständigen deutschen Frau!«, tobten die einen auf Flugblättern. Andere, darunter katholische Priester, warfen Stinkbomben in Kinosäle. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Josef Frings, Erzbischof von Köln, warnte sein Kirchenvolk in einem Hirtenbrief eindringlich: »Ich erwarte, dass unsere katholischen Männer und Frauen, erst recht…

Kölner Dom
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Kölscher Klüngel, Kölner Chaos

„Kölner Chaostage“, titelte die FAZ im April, als wieder einmal bundesweit über den Kölner Klüngel berichtet wurde. Eine vorsichtige Untertreibung. Aus den Tagen sind Monate geworden. Köln als permanentes Chaos. Politisch jedenfalls. In der größten Stadt von NRW, der viertgrößten Deutschlands, sollten die Bürger von einer kleinen Clique Volksvertreter nach allen Regeln der Kunst über…

Mittelalterlicher Ritterkampf
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Groko-Phobie ist kein Ausweg

Für die Demokratie gibt es bessere Regierungskonstellationen als Große Koalitionen. Aber wenn eine Große Koalition die einzige Konstellation ist, die Regieren möglich macht, dann wäre es den Wählern gegenüber ungehörig, diese Chance zu vertun. Zumal die anstehende Große Koalition so klein ist, dass sie gerademal gut die Hälfte der Stimmen hinter sich gebracht hat. Diese…

Frank-Walter Steinmeier
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Verheizen eines Kandidaten – Warum Frank-Walter Steinmeier früh für die Gauck-Nachfolge genannt wird

Verheizen nennt man es, wenn Namen für ein Amt frühzeitig in den Ring geworfen werden. Es ist eine Binse: Wer vorzeitig genannt ist, wird nicht gewählt. Je höher das Amt, umso größere Vorsicht ist geboten, um einen aussichtsreichen Kandidaten nicht zu verbrennen. Erstaunlich also, dass SPD-Generalsekretärin Katarina Barley per Zeitungsinterview Frank Walter Steinmeier offensiv als…

Proteste in Köln2013 gegen Erdogan
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Demonstrationsrecht, das in der Türkei nicht gilt - Sorgen vor Gewalt : Türken-Demo pro Erdogan in Köln ist eine Provokation

Der Stadt Köln steht ein heißer Sonntag bevor. Politiker, Polizei und Bürger schauen voller Sorge auf eine angekündigte Demonstration, bei der nach jetziger Schätzung 15 000 Türken die Rettung der Demokratie durch die Niederschlagung des Militärputsches feiern wollen. Der erklärte Held wird dabei Präsident Erdogan sein, der den Putschversuch nutzte, um die Demokratie in der…

Wenn zwei Volksparteien das Wahlvolk ausgeht

Der kommende Sonntag wird die Republik aller Voraussicht nach um eine Selbstverständlichkeit ärmer machen: Wenn es in den vergangenen Jahrzehnten zu Koalitionen der einen oder anderen Volkspartei, CDU oder SPD, mit einem Wunschpartner nicht reichte, konnten sie sich selbst zu ungeliebten großen Koalitionen zusammenraufen und erdrückende Mehrheiten in den Parlamenten schmieden. In Baden-Württemberg und in…