Artikel von Norbert Bicher

Norbert Bicher

Als Parlamentskorrespondent der „Westfälischen Rundschau“ arbeitete Bicher als Journalist, bevor er 1998 Pressesprecher der SPD-Bundestagsfraktion wurde. Er war Sprecher des SPD-Fraktionsvorsitzenden wie auch des Bundesverteidigungsministers Dr. Peter Struck.


Bild-Störung
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Bild-TV ante portas

Der Anspruch ist nach Art des Hauses sehr selbstbewusst formuliert. Überall, wo etwas passiert, will „Bild“ für uns alle bald live dabei sein. Nicht mehr nur in der gedruckten Boulevard-Gazette „Bild“, nicht mehr nur im Netz auf „bild.de“, sondern spätestens im September, pünktlich zur Bundestagswahl in der Glotze. Mit einem eigenen TV-Kanal will der Boulevard-Spezialist den Deutschen…

Deutsche Bundeswehrsoldaten in Afghanistan
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Menschlich und politisch verheerend

Die Uhr läuft. Nach fast zwanzig Jahren Einsatz in Afghanistan räumen die internationalen Truppen das Feld. Spätestens am 11. September werden die Kontingente abgezogen sein. Und für die Bundeswehr soll die schwierige Mission am Hindukusch schon im Juli endgültig Geschichte sein. Während die logistische Herausforderung der Rückverlegung zur Zufriedenheit des Bundesverteidigungsministeriums gemeistert wird, werden die…

Kölner Dom
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Mit Realitätsverlust gegen die Wand

Am Montag dieser Woche nahmen zwei von Papst Franziskus entsandte Inspektoren in Köln ihre Arbeit auf, um sich vor Ort ein Bild über die verfahrene Situation in der Erzdiözese zu machen. Fast zeitgleich sandte Kardinal Rainer Maria Woelki in den letzten Tagen irritierende Botschaften aus, die nicht nur für den Kölner Katholikenausschuss deutliche Zeichen von…

Bundespräsident Frank Walter Steinmeier
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Ein souveräner Bürgerpräsident

Chapeau! Frank Walter Steinmeiers Ankündigung für eine zweite Amtszeit als Bundespräsident  anzutreten, zeugt von Mut und Souveränität. Als erster in der Reihe der Präsidenten bewirbt er sich aus dem Präsidialamt heraus zur Wiederwahl, ohne sich einer Mehrheit in der Bundesversammlung sicher sein zu können. Sicher aber kann Steinmeier sein, dass sein Renommee bei einer großen…

Kardinal Wölki als Karnevalsfigur
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Frohe Pfingsten, Herr Kardinal

Der Geist ist nicht mehr heilig. Jedenfalls der nicht, den die Katholische Kirche für sich beansprucht. Immer mehr Gläubige verweigern sich dem Satz aus dem „Credo“, dem Glaubensbekenntnis der Katholiken, in dem es heißt: „Ich glaube an die heilige katholische Kirche“. Mehr als die Hälfte der nach einer anhaltenden Austrittswelle verbliebenen Kirchenangehörigen halten die Institution…

Zeitungen
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CDU und Pressefreiheit – nach Sauerländer Art

Die Deutsche Presseagentur (dpa) hat den Ton vorgegeben. Sie berichtete am Wochenende über eine vermeintliche „Posse“ aus dem Sauerland. Und viele Online-Portale deutscher Medien übernahmen diese verharmlosende Darstellung des dreist dummen Angriffs auf die Pressefreiheit eines Sauerländer CDU-Kreisvorsitzenden. Weil einige Leser die Kampfkandidatur Friedrich Merz‘ um das Bundestagsmandat gegen den amtierenden CDU-Bundestagsabgeordneten Patrick Sensburg in…

Kardinal Meisner
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Der Kardinal und die Brüder im Nebel

Die Inszenierung war perfekt, fast eine Spur zu perfekt. Die Namen von Vertuschern wurden geliefert, eine Absolution erteilt und auf offener Bühne Verantwortliche vom Dienst suspendiert. Die Vorstellung des Gutachtens über sexuelle Gewalt von Priestern gegen Schutzbefohlene in der Erzdiözese Köln war ein Paukenschlag. Jedenfalls für die, die sich von medialen Auftritten einnehmen lassen. Auf…

Kardinal Wölki als Karnevalsfigur
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Hirten im Glashaus

Es soll eine Woche der Wahrheit werden. Endlich – an diesem Donnerstag will Kölns Erzbischof Rainer Maria Woelki ein Gutachten veröffentlichen lassen, das die sexualisierte Gewalt in seiner Diözese aufdeckt, die Qualen der Opfer beschreibt, die Namen der Täter offenlegt und die Vergehen der Vertuscher in der Bistumsleitung schonungslos benennt. Schon fünf Tage später, am…

Schriftzug Respekt
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Ein Zensoren-Duo an der SPD-Spitze

Wer ein guter Sozialdemokrat ist, wer ein schlechter, wer ein standhafter Sozialdemokrat ist, für wen man sich des Parteibuchs wegen schämen muss – das  wird seit neuestem offenbar von einem Zensoren-Kartell an der Spitze der Partei entschieden. Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken und ihr Stellvertreter Kevin Kühnert nehmen sich das Recht, mit dem Daumen nach oben…

Buchtitel
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Kurze Geschichte des Antisemitismus

Ermutigend ist der Blick zurück nicht. In seinem Buch „Kurze Geschichte des Antisemitismus“ vermittelt der renommierte Judaist Peter Schäfer die Erkenntnis, dass sich die „Hydra des Antisemitismus“ in 3000 Jahren als „unsterblich“ erwiesen hat. Auszurotten war er nicht. Wenn er in der einen Geschichtsphase, an einem Ort eingedämmt wurde, wuchsen Judenhass und Antisemitismus zur anderen…