• Über uns
  • Freund*innenkreis
  • Verein
  • Autor*innen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Archiviert
  • Contra AfD
Sonntag, Februar 1, 2026
Blog der Republik
Advertising
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Blog der Republik
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Home Politik

Rechthaben reicht nicht – Echte Wahlkampfanalyse beim Grünen Länderrat?

Felix Wirtz Von Felix Wirtz
9. April 2025
Bündnis90/Die Grünen

Wer Robert Habeck beim Grünen Länderrat erlebt hat, sah einen Kandidaten, der mit sich im Reinen ist. Die Niederlage bei der Bundestagswahl scheint verschmerzt Und dass ihm und der Partei nach der Wahl plötzlich zugestanden wird, in der Analyse der Lage recht gehabt zu haben, lässt die gerissenen Wunden offenbar schneller heilen. Bei aller verständlichen Emotion darf jedoch nicht vergessen werden, selbstkritisch auf den Grünen Wahlkampf zurückzuschauen.

Fangen wir mit der sichtbaren Kampagne an:

„Zuversicht“ wurde versprochen und gefordert zugleich, ein hehrer Anspruch in Zeiten wirtschaftlicher Verunsicherung und einiger Langfristkrisen wie Klimawandel, Fachkräftemangel und desaströser Infrastruktur. Diese Zuversicht muss man sich leisten können. Das grüne Stammklientel ist sicher erreicht worden, aber darüber hinaus hat es keine Zugkraft entwickelt.  Ein Mensch. Ein Wort.“ stand unter den Konterfeis der Plakate. Was soll das? fragten sich viele wohlgesonnene Zeitgenossen. Erklärt wurde es nicht. Es kam nicht vor in den Veranstaltungen. Es wirkt wie ein Vorschlag eines Hospitanten der Werbeagentur, der vergessen wurde zu löschen. Es mag der kurzen Zeit geschuldet sein, dass diese Werbeideen nicht gezündet haben. Die Frage ist jedoch erlaubt: Wer auf grüner Seite hatte eigentlich diese Entwürfe von Jung von Matt abgenickt?

Durchaus positiv wirkten dagegen die Küchentischgespräche. Habeck hatte die Möglichkeit, seine Zugewandtheit zu kommunizieren. Tatsächlich an der Lebenswirklichkeit einiger Zeitgenossen interessiert zu sein, kam glaubhaft rüber und brachte viele Clips für das Campaigning in den Social-Media-Kanälen. Ebenso die fulminanten Auftritte auf den Parteiveranstaltungen – Habeck gehört sicher zu den besten Rednern in der politischen Klasse in Deutschland. Überhaupt nicht klappte es dann mit den Gesprächen mit einigen Influencern und Comedians. Habeck in der Heute Show? Kein Brüller, eher ein Fremdeln. Habeck weiß, dass er vorgeführt werden soll und kann nicht abstreifen, dass er das nicht will.

Viel schwieriger erwies sich der Anspruch, „Kanzlerkandidat“ zu sein. Es wirkte ein bisschen so, als wolle Habeck den Wahlkampf von 2021 führen, als Umfrageergebnisse die Grünen vor der SPD sahen. Doch bei 9% in Umfragewerten wirkt das lächerlich. Habeck selbst hatte einen Regierungsmalus im Rucksack, der deutlich schwerer wog, als er wohl selbst annahm. Das sogenannte Heizungsgesetz wog darin enorm; für viele Bürgerinnen und Bürger hatte es sich verfestigt, dass er, Habeck, es nicht kann. Für Grüne schwer nachzuvollziehen, denn das Gebäudeenergiegesetz ist am Ende ein sehr gutes, funktionierendes Gesetz geworden. An Habeck und seiner Partei kleben geblieben waren jedoch die Etiketten „Heizung rausreißen“ und „Erdgasabgabe“.

Unglücklich auch das Thema „Superreichensteuer“. Natürlich kann man im Wahlkampf Ansprüche und Ideen formulieren. Natürlich ist es unerlässlich, der seit Jahren ausfallenden Vermögenssteuer ein neues Kleid zu geben, um die Steuerlast auf Arbeit senken zu können. Und natürlich machen andere Parteien Versprechungen und Andeutungen, die sie nicht bis ins Kleinste durchdacht haben müssen. Für die Grünen gelten jedoch andere Maßstäbe – sie müssen belegen können, was sie als Idee verkaufen wollen. Es ist klar, dass die eh nicht sonderlich grünenfreundliche Presse und Redaktionen auf das Thema angesprungen sind und gelöchert haben. Spätestens nach zwei Tagen Rumeiern hätte ein Grundkonzept auf dem Tisch liegen müssen. Stattdessen wurde nur darüber diskutiert, dass sich die Grünen unausgegorene Vorschläge machen und am Ende dann doch der Oma ihr kleines Sparbuch besteuern wollen. BILD hatte da keine Scheu die Idee so zu verdrehen.

Wer die Wähleranalysen ernst nimmt, muss auch zur Kenntnis nehmen, dass ein weiteres Thema dem Wahlkampf zum Nachteil der Grünen gereichte. Für Konservative waren sie eh zu nachsichtig und rücksichtsvoll in der Asylpolitik. Vor allem in NRW, wo die grüne Ministerin alles andere als eine gute Figur macht, wenn es um das Thema konsequente Abschiebung von Straftätern und Gefährdern geht; galt als Blaupause für grüne Nachlässigkeit an der falschen Stelle.  Habeck hat mit seinem „10-Punkte-Plan“ versucht, das Thema abzuräumen. Seine Strategen befürchteten offenbar, dass es zum Nachteil gereichen würde, bei diesem Thema weich oder nachsichtig zu wirken. Nachvollziehbar angesichts der Anschlagserie. Was jedoch nicht bedacht wurde, ist, dass dieses Eintreten in den Chor der Abschieber das Klientel verstört, das sich einen differenzierten Umgang mit der Frage wünscht. Die Wählerinnen und Wähler wanderten zu den Linken, auch aufgrund dieser Wahlkommunikation.

Unterm Strich hat der Wahlkampf gezeigt, dass die Grünen in einem Wahlkampf gemeinsam an einem Strang ziehen können. Die frühere Vielstimmigkeit ist Schnee von gestern. Dennoch muss die Partei daran arbeiten, mehr als nur Groß- und Universitätsstadtspartei zu sein. Wahlen gewinnt man nicht nur mit Fakten und aufklärerischer Attitüde, vor allem nicht, wenn einem die Gegner mangelnde Kompetenz und Lebensfremdheit vorwerfen. Die Partei hat jetzt vier Jahre Zeit, besser zuzuhören, Konzepte zu entwickeln, die auch emotional fruchten. Es ist absehbar, dass die neue Bundesregierung keine Erfolgsregierung in ruhigem Fahrwasser wird. 2029 wird es darum gehen, eine starke demokratische Alternative zur rechtsextremen Opposition zu bieten. Wenn die Grünen das sein wollen, muss die Wahlkampfanalyse ehrlich sein und programmatische sowie kommunikative Konsequenzen nach sich ziehen. Viel zu tun für das neue Führungsquartett.

 

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Weitere Informationen

Print Friendly, PDF & EmailAusdrucken/PDF erstellen:
Teilen Sie diesen Artikel:
Instagram
Vorherigen Post

Nur er hatte Brandgeruch in der Nase – Johann Georg Elser hätte beinahe Millionen Menschen gerettet

Nächster Beitrag

Es ist so weit: Rot und Schwarz einigen sich

Nächster Beitrag
Pressekonferenz zum Koalitionsvertrag mit den vier Parteivorsitzenden von CDU, CSU und SPD: Söder, Merz, Klingbeil und Esken (von link nach rechts)

Es ist so weit: Rot und Schwarz einigen sich

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaut mal hier

  • Justizskandal im Sauerland: Das von Charlotte Merz, Ehefrau von Bundeskanzler Friedrich Merz, geleitete Amtsgericht erließ einen rechtswidrigen Durchsuchungsbeschluss gegen eine junge SPD-Frau 08.09.2025
  • Geschichtsrevisionismus: Basteln an der „zweiten Geburt“ 15.4.2025
  • Leak zu Zwei-Klassen-Struktur beim BSW - Sahras Knechte 22.2.2025
  • Sätze aus dem Wahlprogramm der AfD - und was sie bedeuten 18.2.2025
  • Kulturbegriff der AfD : Aufgeladen mit völkischer Ideologie 5.2.2025
  • Das Spiel der Lobbyisten und Politiker: Erik Ahrens – Ein tiefer Fall innerhalb der rechtsextremen Netzwerke 23.1.2025
  • Petition: Finger weg von unserer Demokratie, Herr Musk 3.1.2025

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 3.016 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

Werbung

[the_ad id="27291"]

Letzte Kommentare

  • Philipp bei Donald allein zuhaus – Voller Mitleid von Gerd Eisenbeiß
  • Fritz Goergen bei Vor und hinter der politischen Kulisse – Ein Nachruf auf Peter Radunski
  • Dr. Marianne Bäumler bei Putins Repression ist totalitär und imperial. „DAS VERSAGEN“ – Eine notwendige Kritik am deutschen Appeasement.
  • Philipp bei Die Europäer reiten geopolitisch ein totes Pferd. Nida-Rümelins Buch „Der Epochenbruch“

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 3.016 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

  • Trending
  • Comments
  • Neueste
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

18. März 2024
Alice Weidel, Elon Musk und Esel, Screenshot Tik Tok

ARD-Wahlarena – Weidels Lügen sind Methode

18. Februar 2025
Screenshots von TikTok_Accounts aufgestachelter Bauern oder AfDlern oder anderen "Empörern"

Aufruf zur Bauerndemo in Berlin, AfD-Anhänger und andere Rechtsextreme mobilisieren.

24. Oktober 2024
Feigenblatt

Alice Weidel: Das lesbische Feigenblatt und das Familienbild der AfD

1. Januar 2025
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

Screenshot ARD-Mediathek zur Sendung von Caren Miosga

Talk bei Miosga: Die Entlarvung der Sahra Wagenknecht

Kriegszerstörungen in der Ukraine

Ukraine: Verantwortungsbewusstes Handeln statt gefährlicher moralischer Überheblichkeit

Mauer in der NS-Ordensburg Vogelsang mit NS-Adler im Mauerwerk

Lasst Höcke regieren!

Bodenbild_ Kind streicht AfD-Schriftzug mit Kreide durch

Niemand soll sagen können, er oder sie habe das nicht gewusst …

31. Januar 2026
Wochenmarkt, Zeichnung: Wolfgang Schieffer (Waldmaler.de)   

WOCHENMARKT: Von Hoffnungen in Mainz und von einem „Hauskaplan“ im Sauerland

31. Januar 2026
Chinesischer Drache

Eine unglaubliche, wahre Geschichte – Über die Ein-Kind-Politik, Adoption, Menschenhandel in China

30. Januar 2026
Trump und Putin auf dem G20 Gipfel, 2017

Mit Putin Reden? Über den Krieg, den er führt? Man lese mal die Rede von Karl Schlögel nach

29. Januar 2026

BLOG DER REPUBLIK

Blog der Republik

Kategorien

  • Allgemein
  • Buchbesprechungen
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Politik
  • Wirtschaft

Kategorien

  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Standpunkte

Schlagwörter

AfD CDU Demokratie EU Frieden Merz NoAfD Rechtsextremismus Ukraine wehrhafte Demokratie

© 2026 Blog der Republik.

Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!

© 2025 Blog der Republik