Dass mit Trumps Wiederwahl eine von den USA geschaffene und leidlich funktionierende Weltordnung in ein Chaos verwandelt wurde, war schon ein Schock. Das Ausmaß aber und die Skrupellosigkeit, mit der Amerika zum Töten überging, ist eine Menschheitskatastrophe von historischer Dimension – eine Blutspur durch das 3. Jahrzehnt dieses Jahrhunderts.
Das Töten von Feinden ist dem US-Präsidenten kein moralisches Problem, er fordert es in Bezug auf innenpolitische Gegner, er lässt es ICEkalt geschehen gegen Menschen, die in den USA eine menschliche Zuflucht gesucht hatten vor Terror und Verfolgung oder auch nur vor existenzieller Not, und er tötet oder lässt töten, wo es ihm passt. Es bereitet ihm offenbar Vergnügen wie das Schlagen eines Golfballs.
Boote im Golf von Mexiko? Versenken! Was, da schwimmen noch Überlebende? Abknallen!
Ja, Präsident Maduro von Venezuela war ein politischer Verbrecher. Wie viele Tote darf es kosten, ihn zu entführen? Ein paar Duzend – und schon wieder ein Sieg und viel Öl für Trump und seine Milliardärsspezln.
Die völkermordartige Kriegsführung Israels wäre ohne Trumps Ermutigung und Unterstützung nicht möglich. Tod und Zerstörung in Gaza und auch im Libanon muss man zumindest teilweise Trump zurechnen. Schließlich sollen er und seine Familie ja auch davon profitieren, wenn die eroberten Gebiete touristisch erschlossen werden.
Um an der Seite Israels im Iran töten zu können, erfindet er eben mal so aus dem Handgelenk, der Iran habe kurz vor einem Angriff auf die USA gestanden. Also nichts wie hin und töten, was da herumläuft. Man hat ja die beste KI-Software für die Zielauswahl; da kann schon mal eine Mädchenschule ins Visier geraten! Hat Trump da wenigstens „Sorry“ für 150 Kinder und jugendlichen Opfer gesagt? Oder war es für ihn nur Abschaum wie die Bevölkerung Somalias und anderer schmutziger Löcher irgendwo, die in seinem Geographieunterricht nie erwähnt worden waren.
Wieviel Elend und Tod verursacht indirekt auch der leichtfertig unüberlegte Überfall auf den Iran im Schlepptau eines kriegswütigen Israelpremiers, der den Krieg braucht, um nicht abgewählt und wegen Korruption angeklagt zu werden. Ja, all die von steigenden Energiepreisen ins Elend gestürzten Bewohner ärmerer Regionen werden so manchen Toten zu beklagen haben, weil Brot, Wasser und Medizin nicht mehr bezahlbar sind. Und das alles, weil Trump die Straße von Hormus und ihre Bedeutung nicht kannte – vielleicht gab es ja im Weißen Haus ein Dossier mit soliden Informationen, das das Hormus-Problem erst auf Seite 2 behandelte und damit die Aufnahmekapazität des Präsidenten überforderte.
Der Gipfel der Unverschämtheit war wohl die Inanspruchnahme der NATO, die vertragsgemäß gegenseitigen Schutz nur gegen Überfälle bietet, aber keine Kumpanei bei Angriffskriegen. Aber wer will denn noch von einem solchen Präsidenten geschützt werden, dem es nicht um Freiheit, sondern um persönlichen Sieg, Herrschaft und Vermögensgewinn geht. Gäbe es das andere, anständige Amerika nicht, das der echten Demokraten, Christen und der Wissenschaft, könnte man ganz und gar verzweifeln.
Aber was Trump mit dem leidgeprüften kubanischen Volk macht, macht mich noch wütender: von dem unsympathischen Castro-Regime ging schon lange keinerlei Gefahr mehr für die USA aus! Auch ich habe es so wenig geschätzt wie die von USA unterstützte Battista-Diktatur davor. Aber muss man dann das Volk aushungern wie die Nazis Leningrad mit der Folge von 1 Millionen Toten?
Der Antichrist persönlich könnte nicht zynischer über Kuba reden als der US-Präsident, wenn er prahlt, er könne mit Kuba machen, was er wolle – bald habe er die „Ehre“, das Land zu besitzen.
Es wäre verdienstvoll, wenn eine wissenschaftliche Gruppe all die Toten zählen, bzw. mindestens abschätzen, dokumentieren und veröffentlichen würde, die die beiden befreundeten Weltherrschaftskonkurrenten Trump und Putin zu verantworten haben, auch wenn beide vermutlich nicht vor Gericht und im verdienten Gefängnis enden werden.
Nun können wir nur noch hoffen, dass das amerikanische Volk am 3. November seine Demokratie rettet. Leider ist schon erkennbar, dass Trumps mögliche Niederlage nicht der Einsicht zu danken sein wird, dass man einem Scharlatan aufgesessen ist, sondern dem egoistischen Protest gegen die steigenden Preise, dank Trump nun auch beim Benzin. Die viel beschworene transatlantische Wertegemeinschaft dürfte dadurch kaum repariert werden.











