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Mit dem Blick von außen auf Deutschland

Alfons Pieper Von Alfons Pieper
13. Februar 2026
Architektur, alt vs. neu, Perspektiven

Zugegeben, vom rein Äußeren betrachtet, wirkt das Buch „Perspektivwechsel: Wie wir gesehen werden und was von uns erwartet wird“ eher langweilig. Die grüne Schrift auf grauem Grund, das lockt nicht an, sondern verwirrt die Augen, es schimmert. Aber wer einen Blick in das Lesebuch wirft, wer anfängt zu lesen, wird angezogen von den Inhalten, der legt das Buch so schnell nicht mehr weg, sondern greift immer mal wieder zu. Man muss sich Zeit nehmen bei der Lektüre, aber es ist lesenswert, sehr informativ, es bereichert den Zeitgenossen, der wissen möchte, ob denn der eigene Blick auf sein Heimatland noch zutrifft oder einer Neubewertung bedarf.

Neugierig hatte mich der Name des Herausgebers, Thomas Mirow, gemacht, ein Sozialdemokrat aus Hamburg, den ich vor Jahrzehnten mehrfach in Bonn, Hamburg oder anderswo erleben durfte. Mirow war anders als viele andere im politischen Betrieb, er dachte stets weiter,  über den berühmten Tellerrand hinaus. Fertige Antworten bekam man von ihm so gut wie nie, eher etwas Nachdenkliches mit auf den Weg gebracht, aber das darf man auch erwarten von einem Politikwissenschaftler, der beim Bonner Prof. Karl-Dietrich Bracher promoviert wurde, der für Willy Brandt und Klaus von Dohnanyi gearbeitet hat, der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium war, die Europäische Bank für Wiederaufbau in London geleitet hatte und der heute Vorstandsvorsitzender der Deutschen Nationalstiftung ist. Und ganz nebenbei will ich nicht verschweigen, dass der 1953 im Jahr des Aufstands in der DDR geborene Thomas Mirow in Paris aufwuchs. Mehr Europa geht kaum.

Ein breites Spektrum

Deutschland von außen betrachtet. Von Deutschen, die einst mit ihren Familien hierher kamen und die ganz eigene Erfahrungen gesammelt haben. Mirow lässt einen führenden Historiker zu Wort kommen, der uns durch die Geschichte führt, kein leichtes Unterfangen, zumal der Mann dabei „die Wurzeln unserer Beziehungen zu den führenden Partnerstaaten Frankreich, Großbritannien und USA frei legt. Eine langjährige französische Korrespondentin hat Deutschland aus der Perspektive der Bonner und dann der Berliner Republik kennengelernt. Ihr Fazit: „Mehr als andere Völker müssen die Deutschen heute ihre Zukunft neu definieren.“ Zwei polnische Wissenschaftler blicken aus der Sicht des Nachbarn auf ein Deutschland, vor dem sie früher vor allem Angst hatten, der Krieg in der Ukraine belebt das Trauma neu auf. Andere Autoren lassen uns teilhaben an ihren Erkenntnissen über Deutschland aus der Sicht Amerikas und Italiens. Es ist ein breites Spektrum, das Thomas Mirow zusammengestellt hat.

Deutschland, ein Land, mitten in Europa, das sich immer noch schwertut gemäß seiner Größe, seiner Bevölkerung, seiner wirtschaftlichen Vormachtstellung zumindest eine, wenn nicht d i e Führungsrolle in der Europäischen Union zu übernehmen. Das überlässt man gern Frankreich. Die Historie spielt hier die entscheidende Rolle. Deutschland, Deutschland über alles in der Welt, das hatten wir, das Völkische, das Deutsche, den überzogenen Nationalismus, der uns dann durch die Nazis ins Verderben führte. Ja, all das spielt natürlich eine Rolle, wenn man über Deutschland und seine Bedeutung nachdenkt. Und ich will gern aus meiner Sicht hinzufügen: Bitte, lieber etwas weniger deutsch und dafür mehr europäisch, bitte niemanden verdrängen, sondern mehr integrieren.

Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Es war so vieles zerstört, das Land glich einem Trümmerhaufen und dazu kam dann noch der moralische Tiefpunkt im Lichte der historischen Aufklärung, das Land der Dichter und Denker ein Land der Richter und Henker. Wie konnte das passieren, dass ein solches Land so verkam, dass es eine Industrie zur Vernichtung von Millionen Juden errichtete. Auschwitz als Zeichen des Zivilisationsbruchs. Und dann der Wiederaufbau, der Marshall-Plan, die Hilfe aus Amerika, die Handreichung aus Paris und London, Brüssel und Den Haag, die Einbindung in den Westen, das Wirtschaftswunder. Wir wurden wieder wer, nicht nur in Berner Wankdorf-Stadion 1954, als die deutsche Nationalelf mit 3:2 gegen das als unschlagbar geltende Ungarn mit Puskas Fußball-Weltmeister wurde. Dank eines Fritz Walter, eines Helmut Rahn, eines Toni Turek, den der Radio-Reporter Herbert Zimmermann zum Fußball-Gott in den Himmel hob. Dabei hatte er nur getan, was seines Amtes war: Bälle zu halten und die Magyaren zum Verzweifeln zu bringen. Der Kalte Krieg, die Wieder-Vereinigung.

Einwanderungsland

Deutschland, ein Einwanderungsland seit Jahren. Dass der langjährige Bundeskanzler Helmut Kohl, der später den Ehrentitel Kanzler der Einheit erhielt, dieses nicht wahrhaben wollte, habe ich nicht verstanden. Weil es doch so war, die Italiener, Jugoslawen(so hießen sie damals), die Türken, die Griechen kamen zwar als Gastarbeiter, wie wir sie nannten, aber sie kamen auch als Menschen nach Deutschland, die hierblieben, die eine Wohnung brauchten, deren Kinder in deutsche Schulen gingen, die alle einen wesentlichen Anteil an diesem Wirtschaftswunder Bundesrepublik hatten. Dass eine Partei diese Ausländer wieder zurückschicken will, sie nennt das Remigration, ist ein schlechter Witz. Denn jeder, der bis drei zählen kann, weiß, dass wir Ausländer brauchen als Facharbeiter, Deutschland braucht Einwanderung. Allein in den Pflegeberufen werden Hunderttausende von Fachkräften benötigt. Dass die Fußball-Bundesliga ohne Ausländer überhaupt nicht in der Lage wäre, auch nur einen Spieltag ordnungsgemäß zu absolvieren, sei nur am Rande erwähnt.

Dabei gibt es individuelle Erfolgsgeschichten, wie dieses Buch exemplarisch zeigt. Thomas Mirow hebt schon in seinem Vorwort die Arbeit der Forscher und Unternehmer Özlem Türeci und Ugur Sahin hervor. „Gegen manche Widerstände haben sie als Kinder türkischer Zuwanderer mit der Gründung des Pharmaunternehmens BioNTech(und der dadurch möglich gewordenen schnellen Entwicklung eines Corona-Impfstoffs) deutsche Industriegeschichte geschrieben.“  Die beiden Wissenschaftler wurden mit dem Preis der Deutschen Nationalstiftung ausgezeichnet. Was wären wir ohne sie geworden, wie viele Menschen mehr wären ohne den Impfstoff an Corona gestorben? „Özlem Türeci und Ugur Sahin verkörpern die Zukunftskraft einer freiheitlichen Gesellschaft, und sie zeigen, zu welchen Leistungen Bürgerinnen und Bürger unseres Landes mit Migrationshintergrund befähigt sind.“ Worte aus der Würdigung der Preisträger. Der Vater von Ugur Sahin arbeitete einst bei den Kölner Ford-Werken als einer der 14 Millionen Gastarbeiter, die in den 60er und 70er Jahren nach Deutschland kamen.

Deutschland in einer Zeit des Umbruchs, in der manches in Frage gestellt wird, sich wirtschaftliche Unsicherheit breit und der Krieg Russlands gegen die Ukraine mindestens ganz Europa Angst macht, weil niemand weiß, wann der Krieg und zu welchen Bedingungen endet. Die Selbstgewissheit der deutschen Nation ist angekratzt. Der Mittelstand fürchtet den sozialen Abstieg, das mit dem Wohlstand war einst ein Versprechen.  Eine Brandmauer soll die rechtsextremistische AfD isolieren, mindestens, da die demokratischen Parteien, vor allem die CDU und die CSU nicht den Mut aufbringen, ein Verbotsverfahren gegen diese Partei beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zu beantragen. Das stabile Deutschland ist ins Wanken geraten, das Modell scheint ausgelaugt. Wie geht es weiter und wohin soll die Reise gehen, zumal das große Amerika sich abwendet von Europa, von Deutschland. Aus Freunden sind unter einem Präsidenten Trump Gegner geworden, die westliche Allianz, die NATO könnte sich eines nicht zu fernen Tages in Luft auflösen.

Labor der Migration

Deutschland als Labor der Migration? Vorbei die Zeiten, da „Migration ein Versprechen  war, das für die Aufnehmenden billige Arbeitskräfte verhieß und für die Zugewanderten ein besseres Leben“. Dagegen läuft die AfD Sturm, hetzt sie die Menschen auf, setzt allein auf das Nationale und manches verfängt. In Umfragen liegt die Partei, die die EU zerstören will und damit das friedliche Zusammenleben in Europa, gleichauf mit der Union und weit vor der SPD. Dabei hat es in Europa immer Migration gegeben, denken wir an die Polen, die ins Ruhrgebiet kamen und längst dort verwurzelt sind wie ein Großteil der Türken, die Italiener fühlen sich sowieso hier zu Hause. Was würden wir ohne die Pizza machen, die Pasta, ohne den italienischen Wein? Damit will ich spanische und französische Produkte nicht ausschließen. All das macht das Leben schön, es hat uns den Horizont erweitert. Europa ohne Grenzen, mit einer einheitlichen Währung, so ist Reisen schön.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat gerade erst Italien besucht, auf Einladung der italienischen Ministerpräsidentin Meloni, einer Post-Faschistin, was den Christdemokraten aus dem Sauerland ganz offensichtlich nicht gestört hat. Die beiden kommen gut miteinander aus. Weil sie verstanden haben, was jetzt geboten ist in dieser fragilen und fragmentarischen Welt. So haben es Paolo Valentino und Giuseppe Vita in ihrem Essay für das Buch Perspektivwechsel aufgeschrieben. „Deutschland und Italien-Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Beiden Ländern fällt besondere Verantwortung zu, sie müssen und sie wollen ja auch ihre „Zusammenarbeit auf allen Ebenen  vertiefen und auch künftige Generationen für die deutsch-italienischen Beziehungen begeistern. Immer getreu der alten Weisheit:  Insieme è meglio- zusammen ist es besser.“ Und gilt das nicht auch für die Franzosen, die Spanier, die Engländer, die Holländer, die Polen, die Schweden, Norweger, die Portugiesen, die Iren, die Dänen und all die anderen? 450 Millionen Menschen leben in Europa, das ist nicht nur ein Riesen-Markt für die Waren und Produkte, das ist auch ein großer Raum, in dem Demokratie gelebt wird, Liberalität, Toleranz, Respekt,  ein Europa, das weiter auf den „Wert einer freiheitlichen, regelbasierten, internationalen Ordnung setzt.“ So hat es Thomas Mirow als Hoffnungen formuliert, die man nicht enttäuschen sollte.

Thomas Mirow: Perspektivwechsel: Wie wir gesehen werden und was von uns erwartet wird. Murmann-Verlag, Hamburg. 2025  238 Seiten. 20 Euro. ISBN 978-3-86774-856-8 

 

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