Der Spitzenkandidat der AfD für die Wahl zum Landtag von Baden-Württemberg ist der einflussreiche Markus Frohnmaier, zugleich stellvertretender Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion. Er pflegt intensive Kontakte zu Putins Machtzentrum. In einem Strategiepapier der Präsidialverwaltung des russischen Staatschefs wurde Frohnmaier als „ein unter absoluter Kontrolle stehender Abgeordneter“ bezeichnet. In letzter Zeit hat er sich besonders um enge Kontakte zu Trumps „MAGA“-Bewegung bemüht.
Was ist sein Programm für das Ländle? Die ganze AfD-Agenda steht in seinem Wahlprogram. Die Fremden- und Homofeindlichkeit durchdringt sein Herangehen. Er will die Migration per Volksentscheid zurückführen. Es sollen wieder AKW gebaut werden. Sogenannte traditionelle Familienbilder sollen wieder gelten. Alle Schulen sollen ständig mit Schwarz-Rot-Goldenen Fahnen beflaggt werden. Man versteht, warum diese Partei auch in Baden-Württemberg als „rechtsextremer Verdachtsfall“ eingeordnet wird.
Was hat die AfD und mit ihr Frohnmaier zum entscheidenden Thema des Landtagswahlkampfes zu sagen? In Baden-Württembergs steht die Zukunft der Wirtschaft des „Musterländles“ auf dem Spiel. Es gibt erhebliche Probleme der Autoindustrie und ihr vorgelagerter Zulieferbetriebe. Die Ursachen liegen weitgehend an dem verschlafenen Strukturwandel, der Konkurrenz durch China, der Zinspolitik der USA und einer verfehlten Wirtschaftspolitik der Bundesregierung einschließlich ungenügender Kostenentlastung. Insbesondere die vernachlässigte Umstellung der Autofirmen Mercedes und Porsche auf Elektrofahrzeuge schwächt das Exportgeschäft. Was fällt Frohnmaier dazu ein: „Ich will keinen Strukturwandel.“ Hier wird die Illusion der Rückkehr zu vergangenen Zeiten bzw. der Stillstand propagiert, also genau das gefordert, was die Probleme im Land erst verursacht hat.
Auf dieser Linie liegt auch die Forderung nach einem „Buy-BW“-Programm. Alle öffentlichen Stellen, Behörden usw. sollen nur noch Autos, hergestellt in Baden-Württemberg, anschaffen dürfen. Alle Ökonomen sind sich einig, dass dies nicht praktikabel ist. Sie waren vor einem „enormen wirtschaftlichen Schaden für Deutschland und insbesondere für die Menschen in Baden-Württemberg“ – so der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher. Ähnlich äußern sich auch die Wirtschaftswissenschaftler Clemens Fuest und Veronika Grimm. Zusätzlich würde der AfD-Protektionismus gegen EU-Recht verstoßen und Handelskonflikte heraufbeschwören. Das wäre für das Autoland Baden-Württemberg eine wirtschaftliche Katastrophe und würde zur Massenarbeitslosigkeit führen.
Der Vorstandsvorsitzende von Mercedes, Ola Källenius, hat deswegen Recht, wenn er vor wirtschaftlichem Niedergang und vor einem Rechtsruck warnt (SZ 8.2.2026)
Die AfD, auch die in Baden-Württemberg, ist in den letzten Wochen durch gegenseitiges Zuschustern von Jobs an Familienangehörigen aufgefallen. Das betrifft auch Frohnmaier und seine Ehefrau. Das ist weit mehr als den sogenannten „Altparteien“ von der AfD immer vorgeworfen wird. So bleibt festzuhalten: Die AfD versteht von Wirtschaftspolitik nichts, sehr wohl aber von Vetternwirtschaft!












