• Über uns
  • Freund*innenkreis
  • Verein
  • Autor*innen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Archiviert
  • Contra AfD
Sonntag, Februar 1, 2026
Blog der Republik
Advertising
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Blog der Republik
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Home Politik

Im Kuhhandel kommt die Vernunft unter die Räder

Petra Kappe Von Petra Kappe
22. April 2025
Kühe auf der Weide

Koalitionsverträge sind von begrenzter Verbindlichkeit. Etwas konkreter als die Wahlversprechen der koalierenden Parteien beschreiben sie die Schnittmenge dessen, was den Vertragspartnern als realistisch, machbar, wünschenswert erscheint. Auf die Umsetzung ist kein Verlass, und zwar nicht nur dort, wo ein Finanzierungsvorbehalt ausdrücklich erwähnt wird.

Nach dem „Mehr Fortschritt wagen“ der Ampelkoalition, geht es Union und SPD nun um „Verantwortung für Deutschland“. Auf 146 Seiten haben sie ihre Kompromissbereitschaft dokumentiert und dabei bedacht, dass jeder etwas für sich Populäres zum Vorzeigen bekommt. In einem solchen, dem Kuhhandel ähnlichen Verfahren bleibt die Vernunft schnell mal auf der Strecke.

Um es an einem Beispiel konkret zu machen: Die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie ist ein teures und unsinniges Geschenk an die Fastfood-Konzerne. Vor allem sie – und nicht etwa der Italiener um die Ecke oder das Bistro im Viertel, geschweige denn die Verbraucherinnen und Verbraucher – würden den dicksten Batzen von den jährlich vier Milliarden Euro bekommen, die dem Staat laut einer Berechnung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) bei der Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent entgehen.

Fraglich ist, ob die Steuersenkung sich überhaupt auf der Speisekarte niederschlagen wird. Außerdem können sich viele gar keinen Restaurantbesuch leisten. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hält es für sinnvoller, über eine niedrigere Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse alle zu entlasten und damit zugleich klima- und gesundheitspolitische Ziele zu unterstützen. Ursprünglich war das auch eine Forderung der SPD.

Das staatliche Thünen-Institut, also die geballte wissenschaftliche Expertise an dem Bundesforschungsinstitut, stellt fest, dass eine Anpassung der Mehrwertsteuern „der Gesundheit, der Umwelt und der Ökonomie zugutekommen“ würde. Die Wissenschaftler schlagen eine Steuerbefreiung für Obst und Gemüse bei gleichzeitig höheren Steuern auf Fleisch und Milch vor. So könnten ihren Berechnungen zufolge die Steuereinnahmen um jährlich sieben Milliarden Euro steigen, zehn Millionen Tonnen CO₂-Emissionen eingespart werden, es gäbe 20.000 vermeidbare ernährungsbedingte Todesfälle pro Jahr weniger und es wären Einsparungen von sechs Milliarden Euro bei Umwelt- und Gesundheitskosten möglich.

Die Erkenntnis der Forschenden, dass sich eine entsprechende Reform der Mehrwertsteuer „positiv auf ernährungsbedingte Krankheiten, Umwelt, Konsum und Steuereinnahmen auswirken“ würde, lag schon während der Koalitionsverhandlungen vor, wurde aber geflissentlich ignoriert. Idealerweise soll der Kompromiss in der Demokratie die besten Lösungen hervorbringen; doch das setzt voraus, dass die Vernunft über parteitaktische Erwägungen und Lobby-Interessen siegt.

In der Kritik an der Koalitionsvereinbarung zur Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie weist foodwatch-Geschäftsführer Dr. Chris Methmann auf die engen Verflechtungen zwischen der CDU und dem begünstigten Wirtschaftszweig hin: „Die Verbindungen zwischen der Union und der Gastro-Lobby sind offensichtlich: Parteispenden, Wahlkampfhilfe und Sponsoring von McDonald’s. Kaum ist die Wahl vorbei, plant die CDU eine milliardenschwere Steuererleichterung für die Branche.“

Eine weitere Niederlage der Vernunft zeichnet sich mit der angekündigten Abschaffung der Bonpflicht ab. Seit der Einführung vor fünf Jahren als Maßnahme gegen milliardenschweren Steuerbetrug hat die CSU dagegen gestänkert. Jetzt zeigt ihre populistische Kampagne Früchte. Die Deutsche Steuer-Gewerkschaft kritisiert das Vorhaben der Rolle rückwärts. Ihr Bundesvorsitzender Florian Köbler spricht von einem „falschen Signal an die vielen Millionen Gewerbetreibenden“.

Sie könnten dem Ende der Bonpflicht die Botschaft entnehmen, dass die neue Bundesregierung es billige, wenn Einnahmen vorbei an der Steuer kassiert werden, kritisierte Köbler. Im vorigen Jahr beim MDR bezifferte er den „Gesamtbetrug“ vor der Bonpflicht auf jährlich 70 Milliarden Euro und bescheinigte der Neuregelung spürbare Wirksamkeit gegen Steuerhinterziehung.

Allerdings sei der Betrug immer noch „gigantisch“, und die Belegausgabepflicht sei ein wichtiges Instrument zu seiner Bekämpfung. Das von den Kritikern vielfach angeführte Argument des hohen Papierverbrauchs lässt Köbler nicht gelten. Der Bon könne der Kundschaft ebenso gut digital ausgestellt werden. Papier sei nicht vorgeschrieben.

 

Bildquelle: Pixabay

Print Friendly, PDF & EmailAusdrucken/PDF erstellen:
Teilen Sie diesen Artikel:
Instagram
Vorherigen Post

Querelen in der AfD Baden-Württemberg

Nächster Beitrag

Nuklearträume

Nächster Beitrag
Atomkraftwerk, bei Nacht beleuchtet

Nuklearträume

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaut mal hier

  • Justizskandal im Sauerland: Das von Charlotte Merz, Ehefrau von Bundeskanzler Friedrich Merz, geleitete Amtsgericht erließ einen rechtswidrigen Durchsuchungsbeschluss gegen eine junge SPD-Frau 08.09.2025
  • Geschichtsrevisionismus: Basteln an der „zweiten Geburt“ 15.4.2025
  • Leak zu Zwei-Klassen-Struktur beim BSW - Sahras Knechte 22.2.2025
  • Sätze aus dem Wahlprogramm der AfD - und was sie bedeuten 18.2.2025
  • Kulturbegriff der AfD : Aufgeladen mit völkischer Ideologie 5.2.2025
  • Das Spiel der Lobbyisten und Politiker: Erik Ahrens – Ein tiefer Fall innerhalb der rechtsextremen Netzwerke 23.1.2025
  • Petition: Finger weg von unserer Demokratie, Herr Musk 3.1.2025

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 3.016 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

Werbung

[the_ad id="27291"]

Letzte Kommentare

  • Philipp bei Donald allein zuhaus – Voller Mitleid von Gerd Eisenbeiß
  • Fritz Goergen bei Vor und hinter der politischen Kulisse – Ein Nachruf auf Peter Radunski
  • Dr. Marianne Bäumler bei Putins Repression ist totalitär und imperial. „DAS VERSAGEN“ – Eine notwendige Kritik am deutschen Appeasement.
  • Philipp bei Die Europäer reiten geopolitisch ein totes Pferd. Nida-Rümelins Buch „Der Epochenbruch“

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 3.016 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

  • Trending
  • Comments
  • Neueste
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

18. März 2024
Alice Weidel, Elon Musk und Esel, Screenshot Tik Tok

ARD-Wahlarena – Weidels Lügen sind Methode

18. Februar 2025
Screenshots von TikTok_Accounts aufgestachelter Bauern oder AfDlern oder anderen "Empörern"

Aufruf zur Bauerndemo in Berlin, AfD-Anhänger und andere Rechtsextreme mobilisieren.

24. Oktober 2024
Feigenblatt

Alice Weidel: Das lesbische Feigenblatt und das Familienbild der AfD

1. Januar 2025
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

Screenshot ARD-Mediathek zur Sendung von Caren Miosga

Talk bei Miosga: Die Entlarvung der Sahra Wagenknecht

Kriegszerstörungen in der Ukraine

Ukraine: Verantwortungsbewusstes Handeln statt gefährlicher moralischer Überheblichkeit

Mauer in der NS-Ordensburg Vogelsang mit NS-Adler im Mauerwerk

Lasst Höcke regieren!

Bodenbild_ Kind streicht AfD-Schriftzug mit Kreide durch

Niemand soll sagen können, er oder sie habe das nicht gewusst …

31. Januar 2026
Wochenmarkt, Zeichnung: Wolfgang Schieffer (Waldmaler.de)   

WOCHENMARKT: Von Hoffnungen in Mainz und von einem „Hauskaplan“ im Sauerland

31. Januar 2026
Chinesischer Drache

Eine unglaubliche, wahre Geschichte – Über die Ein-Kind-Politik, Adoption, Menschenhandel in China

30. Januar 2026
Trump und Putin auf dem G20 Gipfel, 2017

Mit Putin Reden? Über den Krieg, den er führt? Man lese mal die Rede von Karl Schlögel nach

29. Januar 2026

BLOG DER REPUBLIK

Blog der Republik

Kategorien

  • Allgemein
  • Buchbesprechungen
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Politik
  • Wirtschaft

Kategorien

  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Standpunkte

Schlagwörter

AfD CDU Demokratie EU Frieden Merz NoAfD Rechtsextremismus Ukraine wehrhafte Demokratie

© 2026 Blog der Republik.

Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!

© 2025 Blog der Republik