• Über uns
  • Freund*innenkreis
  • Verein
  • Autor*innen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Archiviert
  • Contra AfD
Sonntag, Februar 1, 2026
Blog der Republik
Advertising
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Blog der Republik
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Home Politik

Neben dem weißen Haus, das als braunes gefürchtet war – In München am 5. September

Alfons Pieper Von Alfons Pieper
6. September 2024
NS-Dokumentationszentrum

„In dieser Stadt, an diesem Tag“, überschrieb die „Süddeutsche Zeitung“ ihre Seite-3-Geschichte über den 18jährigen Tatverdächtigen, der nach einem Schusswechsel in der Nähe des israelischen Generalkonsulats in München getötet wurde. Der Tatort liegt zugleich nur ein paar Meter entfernt vom NS-Dokumentationszentrum, ich war mehrfach dort, habe über Ausstellungen in diesem Gebäude berichtet. Nirgendwo in Deutschland wird die Geschichte der Nazi-Partei derart historisch und professionell dokumentiert, ihr Aufstieg mit dem Untergang des sogenannten 1000jährigen Reiches. Ein weißes Haus am braunen Platz, habe ich es beschrieben, weil dort bis 1945 die Parteizentrale der NSDAP war, die im Krieg zerstört wurde. Beim Tatverdächtigen handelt es sich um einen 18jährigen Österreicher wohl aus Bosnien, der zuvor wegen möglicher islamistischer Radikalisierung aufgefallen war. Er soll einen Anschlag auf das israelische Konsulat geplant haben.

Man erschrickt ob solcher Nachrichten, vor allem, wenn man den Ort kennt, er liegt ziemlich im Zentrum der bayerischen  Metropole. Der mutmaßliche Täter habe auf Polizisten geschossen und die haben das Feuer erwidert und ihn getötet. Den Polizisten ist wohl nichts passiert. Mitten am helllichten Tag, mitten in München, an einem sensiblen Ort. Denn das Konsulat und das NS-Doku-Zentrum liegen dicht beieinander. Das Dokuzentrum ist ein offenes Gebäude, man kommt leicht rein, ohne Kontrollen. Ich war zuletzt vor einem halben Jahr dort und habe mir die Ausstellung zum Ende des Krieges angeschaut, die Bilder des zerstörten München, die dem heutigen Zuschauer Schrecken einjagen. Ja, so sah es aus in der Stadt der Bewegung, wie die NS-Hochburg München damals hieß. Das entsprechende Schild wurde von den Amerikanern bei der Einnahme der Stadt konfisziert.

In dieser Stadt, an diesem Tag. Ja, da werden die schlimmen Erinnerungen an die Olympischen Spiele 1972 was, die als Spiele der Freude begannen, der Leichtigkeit und in tiefer Trauer und Bestürzung  endeten. Es war der 5. September 1972, also vor 52 Jahren, als das israelische Olympia-Team von palästinensischen Terroristen- Black September- im Olympischen Dort überfallen wurde. Zwei Sportler wurden sofort erschossen, weitere 9 sowie ein Münchner Polizist und fünf der Attentäter starben am Abend des Tages, als die Polizei die Geiseln befreien wollte. Am Ende waren 17 Menschen tot. Die Geiselbefreiung wurde später heftig kritisiert, die Polizei sei überfordert gewesen. Aber auch der damalige Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher(FDP) musste sich einiges anhören. Ich erinnere mich gut an die Berichterstattung, daran, wie zwischendurch der Eindruck vermittelt wurde, als seien die Geiseln befreit. Die Katastrophe folgte. Das alles war am ehemaligen Fliegerhorst Fürstenfeldbruck vor den Toren Münchens passiert. Hier sollte an diesem Donnerstag wie an jedem 5.Dezember eine Gedenkveranstaltung stattfinden. Zur Erinnerung: Wegen des Scheiterns der Geiselbefreiung wurde damals kurz nach dem Ereignis die GSG 9 gegründet. Eine Spezialtruppe des Bundesgrenzschutzes.

Eine mögliche Katastrophe ist verhindert worden, Dankschreiben des israelischen Staatspräsidenten Herzog an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bringen die Erleichterung zum Ausdruck, dass der Täter gestellt wurde, ehe Schlimmeres hätte anrichten können. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, lässt mit seiner Aussage erkennen, welcher Schock die Betroffenen ergriff. „Das, was wir wissen, lässt uns den Atem stocken.“

Die Polizei wird gelobt wegen ihres schnellen Eingreifens, was aber nicht heißt, dass solche Attentate zu verhindern wären. Das ist das Risiko einer offenen Gesellschaft. München OB Reiter dankte den Polizeikräften, die unter Einsatz ihres Lebens schnell und professionell gehandelt hätten.

Charlotte Knobloch, die große alte Dame und Präsidentin der Israelitischen Kulturgemeinde, Ehrenbürgerin Münchens und Überlebende der Shoah, wird mit den Worten zitiert: „Der Schock sitzt tief, dass es mitten in München zu einem solchen Schusswechsel kommen konnte, noch dazu in direkter Nähe des israelischen Generalkonsuls und  am Gedenkdatum 5. September.“ Die Lage ist angespannt, die Stimmung zwischen nervös und ängstlich, weil seit dem 7. Oktober, dem Überfall der Hamas auf Israel, der Tötung vieler Menschen, der Geiselnahme, und der Bombardierung des Gaza-Streifens durch Israels Armee mit Tausenden von Opfern, es auch in München immer wieder israelfeindliche Attacken gibt. Charlotte Knobloch, die bei Spaziergängen stets von Sicherheitsleuten begleitet wird, formuliert deshalb den Auftrag an die politisch Verantwortlichen: „Gewalttätiger Extremismus muss wieder aus dem öffentlichen Raum zurückgedrängt werden, alles andere wäre das Ende unserer offenen Gesellschaft.“

„München hat heute kurz den Atem angehalten“, sagt ein sichtlich angegriffener und erleichterter Markus Söder. Der bayerische Ministerpräsident versucht später mit markigen Worten die Sicherheit in Bayern zu betonen, dabei wissen doch alle, es gibt keine Garantie. Weder in dieser Stadt noch an einem anderen Tag.

Print Friendly, PDF & EmailAusdrucken/PDF erstellen:
Teilen Sie diesen Artikel:
Instagram
Vorherigen Post

Fox on the Run

Nächster Beitrag

Wie man Kriege beendet – das Buch von Jörn Leonhard auf den Ukraine-Krieg angewendet

Nächster Beitrag
Buchtitel "Über Kriege und wie man sie beendet"

Wie man Kriege beendet – das Buch von Jörn Leonhard auf den Ukraine-Krieg angewendet

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaut mal hier

  • Justizskandal im Sauerland: Das von Charlotte Merz, Ehefrau von Bundeskanzler Friedrich Merz, geleitete Amtsgericht erließ einen rechtswidrigen Durchsuchungsbeschluss gegen eine junge SPD-Frau 08.09.2025
  • Geschichtsrevisionismus: Basteln an der „zweiten Geburt“ 15.4.2025
  • Leak zu Zwei-Klassen-Struktur beim BSW - Sahras Knechte 22.2.2025
  • Sätze aus dem Wahlprogramm der AfD - und was sie bedeuten 18.2.2025
  • Kulturbegriff der AfD : Aufgeladen mit völkischer Ideologie 5.2.2025
  • Das Spiel der Lobbyisten und Politiker: Erik Ahrens – Ein tiefer Fall innerhalb der rechtsextremen Netzwerke 23.1.2025
  • Petition: Finger weg von unserer Demokratie, Herr Musk 3.1.2025

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 3.016 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

Werbung

[the_ad id="27291"]

Letzte Kommentare

  • Philipp bei Donald allein zuhaus – Voller Mitleid von Gerd Eisenbeiß
  • Fritz Goergen bei Vor und hinter der politischen Kulisse – Ein Nachruf auf Peter Radunski
  • Dr. Marianne Bäumler bei Putins Repression ist totalitär und imperial. „DAS VERSAGEN“ – Eine notwendige Kritik am deutschen Appeasement.
  • Philipp bei Die Europäer reiten geopolitisch ein totes Pferd. Nida-Rümelins Buch „Der Epochenbruch“

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 3.016 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

  • Trending
  • Comments
  • Neueste
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

18. März 2024
Alice Weidel, Elon Musk und Esel, Screenshot Tik Tok

ARD-Wahlarena – Weidels Lügen sind Methode

18. Februar 2025
Screenshots von TikTok_Accounts aufgestachelter Bauern oder AfDlern oder anderen "Empörern"

Aufruf zur Bauerndemo in Berlin, AfD-Anhänger und andere Rechtsextreme mobilisieren.

24. Oktober 2024
Feigenblatt

Alice Weidel: Das lesbische Feigenblatt und das Familienbild der AfD

1. Januar 2025
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

Screenshot ARD-Mediathek zur Sendung von Caren Miosga

Talk bei Miosga: Die Entlarvung der Sahra Wagenknecht

Kriegszerstörungen in der Ukraine

Ukraine: Verantwortungsbewusstes Handeln statt gefährlicher moralischer Überheblichkeit

Mauer in der NS-Ordensburg Vogelsang mit NS-Adler im Mauerwerk

Lasst Höcke regieren!

Bodenbild_ Kind streicht AfD-Schriftzug mit Kreide durch

Niemand soll sagen können, er oder sie habe das nicht gewusst …

31. Januar 2026
Wochenmarkt, Zeichnung: Wolfgang Schieffer (Waldmaler.de)   

WOCHENMARKT: Von Hoffnungen in Mainz und von einem „Hauskaplan“ im Sauerland

31. Januar 2026
Chinesischer Drache

Eine unglaubliche, wahre Geschichte – Über die Ein-Kind-Politik, Adoption, Menschenhandel in China

30. Januar 2026
Trump und Putin auf dem G20 Gipfel, 2017

Mit Putin Reden? Über den Krieg, den er führt? Man lese mal die Rede von Karl Schlögel nach

29. Januar 2026

BLOG DER REPUBLIK

Blog der Republik

Kategorien

  • Allgemein
  • Buchbesprechungen
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Politik
  • Wirtschaft

Kategorien

  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Standpunkte

Schlagwörter

AfD CDU Demokratie EU Frieden Merz NoAfD Rechtsextremismus Ukraine wehrhafte Demokratie

© 2026 Blog der Republik.

Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!

© 2025 Blog der Republik