Schlagworte: Buchbesprechung

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Ein Kontinent und seine Herren Diktatoren – Michi Strausfeld lässt Lateinamerika erzählen

Ausdrücklich adressiert Michi Strausfeld ihren Lesern: „Dies ist ein politisches Buch“.  Auf mehr als 500 Seiten blättert sie die Geschichte Lateinamerikas auf, und lässt sie von lateinamerikanischen Schriftstellern erzählen. Sie sind die Chronisten eines mehr als halben Jahrtausends, das 1492 begann, als Christoph Kolumbus in das Bordbuch seines Schiffes die erste Begegnung mit Eingeborenen auf…

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Buchbesprechung: Vittorio Magnago Lampugnani. Bedeutsame Belanglosigkeiten.

Mit seiner dreibändigen Geschichte des Städtebaus hat der Mailänder Architekt und Professor für Städtebau ein Standardwerk geschaffen, das eine Gesamtschau auf Ursprünge, Entwicklung und Visionen urbaner Ansiedlungen vom Mittelalter bis heute liefert. Bei dieser Forschungsarbeit sind dem früheren Direktor des Frankfurter Architektur-Museums offenkundig zahlreiche Erkundungen gleichsam unter den Tisch gefallen, weil sie den Rahmen selbst…

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Wolfgang Hilbig: Das Provisorium – Gegen das Vergessen

  Der Autor (1941-2007) gilt als literarische Ausnahmeerscheinung (Michael Opitz), ist mit vielen Preisen bedacht worden, war Büchner Preis-Träger. Seine große Stärke ist die Lyrik. Mit dem Provisorium hatte er kurz nach der Wende einen autobiographischen Roman vorgelegt. Hilbig ist DDR-sozialisiert, hat sich bis zum 40. Lebensjahr als Industriearbeiter verdingt, dabei von Kind auf immer…

Titelbild "Jahre des Jägers"
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Buchbesprechung „Jahre des Jägers“ von Don Winslow

Wie macht der Mann das? Binnen weniger Jahre tausende Seiten schreiben, spannende Seiten mit überzeugendem, teils schockierendem politischem, ökonomischem und sozialem Hintergrund? Ich schreibe über den Krimiautor Don Winslow. Dessen dritter Band seiner Drogen-Trilogie ist kürzlich auf Deutsch erschienen: Weitere knapp 1000 Seiten bei Droemer unter dem Titel „Jahre des Jägers“. Winslow begann die Trilogie…

Erinnerungen
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Annie Ernaux: Die Jahre

Die lesenswerte Rezension von Wolfgang Wiemer hat mich angeregt, das Buch zu lesen. Ich habe ergänzend noch einige Aspekte hinzuzufügen. Eine französische Lehrerin schreibt nach ihrer Pensionierung über ihr Leben, und dies in einer ungewöhnlichen Form, über die sie im Buch immer wieder reflektiert: Sie wollte keine übliche Autobiografie schreiben, erst recht keine Bekenntnisse ablegen,…

Wolken
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John Cowper Powys: Kultur als Lebenskunst

Ich mache mich daran, endlich einmal John Cowper Powys zu lesen, dessen Bände seit Jahren unberührt in unserem Bücherregal stehen. Powys (1872 – 1963) war ein walisischer Dichter und Schriftsteller. Er verfasste Lyrik, Essays, umfangreiche Romane sowie philosophische Schriften. Er gab sich in seinen Werken als ironischer Skeptiker, der selbst die eigene Weltanschauung immer wieder…

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Vertane Chancen seit 1990 – Horst Teltschiks Buch „Russisches Roulette“

Was waren das für Chancen, die sich Europa, ja der ganzen Welt boten, als die Charta von Paris 1990 unterzeichnet wurde?! Was waren das für Chancen für ein neues Europa, für eine friedliche Zusammenarbeit zwischen dem Westen,wenn man so will, und dem neuen Russland nach der Wiedervereinigung, der Auflösung der Sowjetunion, dem Ende des Eisernen…

Buchtitel
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„Etwas von der Zeit retten“ über Annie Ernaux: Die Jahre.

Ein vollkommenes Leseerlebnis, spannend obwohl kein Krimi, lehrreich obwohl kein Geschichtsbuch, persönlich obwohl keine Biografie, europäisch, obwohl alles sich nur in Frankreich ergibt. „Etwas von der Zeit retten, in der man nie wieder sein wird.“ Das ist der letzte Satz auf Seite 256 des Taschenbuchs – aber die Leser*innen werden darin gewesen sein, in der Zeit ungefähr zwischen dem…

Schule
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Eltern und Schule – Systemversagen?

Es geht gnadenlos zu in Diskussionen über Deutschlands Schul-Realität. Keine Zurückhaltung. Jeder Griff und jeder Schlag scheinen  erlaubt. Mike Tyson was here! Zeit- Schreiber Martin Spiewak nimmt sich das letzte Buch des Kinderpsychologen Michael Winterhoff vor („Deutschland verdummt – Wie das Bildungssystem die Zukunft unserer Kinder verbaut“ – Gütersloher Verlagshaus. Mit Anmerkungen 220 Seiten, 20,00…