Schlagworte: Gesellschaft

Erinnerung
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Zwei Meister der Erzählkunst: Peter Kurzeck und Marcel Proust

Bei einer Podiumsdiskussion im Kölner Literaturhaus anlässlich einer Gedenkveranstaltung für den verstorbenen Dichter Peter Kurzeck wurde die Frage aufgeworfen, ob sich der Erzählstil Peter Kurzecks mit dem von Marcel Proust vergleichen lässt, wie dies in einigen Feuilleton-Beiträgen offenbar geschehen ist (Kurzeck wurde als hessischer Proust tituliert). Die Antworten der Diskutanten blieben mehr oder weniger im…

Garten
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Hans-Jochen Vogel: Wir brauchen endlich eine gerechtere Bodenordnung

Die Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte veröffentlichte  in der Septemberausgabe einen  spektakulären Text unter dem Titel: „Wir brauchen endlich eine gerechtere Bodenordnung.“ Der Text hat leider bisher wenig Aufmerksamkeit gefunden. Auch in der SPD nicht, aus deren Reihen der Verfasser kommt: Hans-Jochen Vogel, 94 Jahre alt, von 1960 bis 1972 Oberbürgermeister von München, Bundesminister a.D., von 1983 bis 1991…

Titelbild "Jahre des Jägers"
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Buchbesprechung „Jahre des Jägers“ von Don Winslow

Wie macht der Mann das? Binnen weniger Jahre tausende Seiten schreiben, spannende Seiten mit überzeugendem, teils schockierendem politischem, ökonomischem und sozialem Hintergrund? Ich schreibe über den Krimiautor Don Winslow. Dessen dritter Band seiner Drogen-Trilogie ist kürzlich auf Deutsch erschienen: Weitere knapp 1000 Seiten bei Droemer unter dem Titel „Jahre des Jägers“. Winslow begann die Trilogie…

Skulpturenpark Rees 2016, Ernesto Marques - Sisyphos
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Erasmus Schöfer: Engagierte Literatur – Roman-Tetralogie Die Kinder des Sisyfos 

Mit der Veröffentlichung des vierten Bandes seines Roman-Zyklus hat der Kölner Schriftsteller Erasmus Schöfer sein Prosawerk über die jüngere deutsche und europäische Geschichte zwischen 1968 und 1990 abgeschlossen. Wie in den drei Romanen zuvor werden aus der Perspektive von Beteiligten die politischen und gesellschaftlichen Konflikte dieser Jahre literarisch rekonstruiert. Dabei nimmt Schöfer nicht die Position…

Räderwerk
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Dienen als Sozialcharakter – Robert Walser: Jakob von Gunten und Hermann Lenz: Die Augen eines Dieners

Was gibt es für einen Grund, sich in Zeiten der sogenannten Dienstleistungsgesellschaft mit dem Thema des Dienens zu befassen? Könnte es mehr sein als die bloße Liebhaberei zu zwei Romanen, die der Vergangenheit angehören? Kommt ihnen vielleicht heute noch eine soziale Relevanz zu? Diesen Fragen soll am Schluss Aufmerksamkeit geschenkt werden, nachdem ich mich mit…

Chemnitz
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Die Entfremdung der Gesellschaft

Es ist in diesen Tagen viel von Fremdenfeindlichkeit die Rede, Chemnitz ist zum Inbegriff für Hass und Neonazismus geworden. Im Westen der Republik sind die Schnellanalysen über die da im Osten im Umlauf, wer seit 1933 in der Diktatur, ob braun oder rot, lebt, der muss ja zur politischen Dumpfbacke geboren sein. Verständnis darf  und…

Buchtitel "Lachmunds Freunde"
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Gegen das Vergessen: Der Roman „Lachmunds Freunde“ von Karl Mickel

Karl Mickels Roman Lachmunds Freunde ist nur wenigen Eingeweihten bekannt. Ich stieß durch Hinweise in den biografischen Skizzen von F.C. Delius auf ihn. Dieser hatte Mickel in seiner Zeit als Lektor des Rotbuch-Verlages kennen und schätzen gelernt. Der Roman besteht aus zwei Teilen: der erste Teil erschien 1991; der zweite Teil bricht kurz vor Vollendung…

Buchtitel "Hans Magnus Enzensberger: Literarische Vignetten aus dem 20. Jahrhundert."
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Enzensberger: 99 Überlebenskünstler 

Mitte der 60ger Jahre des vergangenen Jahrhunderts erscheint ein schmales rotes Buch mit dem Titel DEUTSCHLAND, DEUTSCHLAND UNTER ANDEREM – ÄUßERUNGEN ZUR POLITIK. Es beginnt mit einem zunächst in Großbritannien erschienenen Text „Über die Schwierigkeit, ein Inländer zu sein“. Zwanzig Jahre ist das Ende der Verwüstung Europas durch die Nationalsozialisten her. Viele von ihnen sind…