Der Fall eines ukrainischen Sportlers hat eine öffentliche Diskussion über die beanspruchte Politikfreiheit der Olympischen Spiele eröffnet – zu Recht!
Es geht letztlich um die Scheinheiligkeit des sehr politikgesteuerten Sportkommerzes, der auf dem Rücken des idealistischen (und manchmal selbstausbeutenden) Sports seine Geschäfte betreibt. Es handelt sich um eine der großen Unterhaltungsindustrien, die insbesondere ein Heer von Funktionären mit hohen Einkommen versorgt. Warum dabei also politische Meinungsäußerung verbieten?
Weil es den Spaß verdirbt und das Geschäft stört! Politische Konfrontationen würden ohne Verbot allgegenwärtig – das wäre auch bei Musikwettbewerben so oder im Junglecamp. Bei Olympia geht es aber um einiges mehr, weil sich diese Organisation als moralischer, friedensfördernder Konzern inszeniert, ohne seit dem alten Griechenland je in dieser Kategorie eine Medaille verdient zu haben. Dabei steht diese Organisation würdig neben der FIFA unter ihren abstoßenden Präsidenten der letzten Jahrzehnte. Natürlich gehört Gianni Infantino auch dem Olympischen Komitee an!
Zu den vielen Unstimmigkeiten des überheblichen Selbstbildes von Olympia gehört seit langem der Amateurstatus der zugelassenen Aktiven. Längst haben alle von der kommunistischen Antisportverschwörung gelernt, dass man gute Leute einfach ins Militär oder in die Polizei aufnehmen muss, um den Amateurstatus nicht zu gefährden. Werbeverträge und demonstratives Vorzeigen der Logos „fördernder“ Firmen tun ein Übriges, sich weit vom Amateursport im griechischen Olympia zu entfernen. Selbst banales Doping wird von der Organisation nicht konsequent und wirksam unterbunden, noch scheint es Mittel zu geben, immer wieder neue Verfahren und Mittelchen zum Aufputschen, Durchhalten und Muskelaufbau einzuschmuggeln oder mittels Strömungsforschung die kleinsten Wirbel zu entfernen, die hundertstel Sekunden kosten könnten.
Nationalistische Gier nach Medaillen treibt zu Trainingsmethoden, die nicht nur im alten Sowjetreich Gesundheit schwer schädigen können – natürlich im Auftrag der Politik.
Mein Fazit ist vor diesem Hintergrund: Lasst politische Äußerungen zu!
Nicht obwohl dies die Spiele zerstören könnte, sondern weil!
Ich werde ohnehin keiner Bewerbung deutscher Städte zustimmen, solche unter falscher Flagge vermarkteten Massenveranstaltungen in Deutschland oder auf deutsche Kosten zu planen oder gar durchzuführen.











