Natürlich bin ich seit langer Zeit schockiert, dass sich die Hälfte der Wähler in Sachsen-Anhalt für einen Weg an der Seite Russlands entschieden hat, „Patriotismus“ herbeisehnt und eine Bürgerwehr, die dem Volk nicht aufs Maul schaut, sondern aufs Maul haut. Sie wünschen nur von „deutschen“ Ärzten und Personal behandelt zu werden und dass ihre Kinder wieder lernen wie großartig die nationale Geschichte und Kultur durchgängig immer war, so wie es Putin auch für russische Kinder wünscht.
Erschreckend ist, wer konkret zu dieser Hälfte der Bevölkerung einiger Bundesländer gehört, also nicht trauert, sondern jubelt – man muss es aussprechen, diese Hälfte sind auch Polizisten (wahrscheinlich zu über 50%), Richter, Verwaltungsbeamte und Lehrer, die mit Freude ans Werk gehen werden, die „Werte und Ziele“ der Siegmunds, Höckes und Tillschneiders durchzusetzen.
Da andererseits die AFD ihre enormen Zustimmungswerte auch deshalb erhält, weil sie als Oppositionspartei jedem Unzufriedenen alles Mögliche versprechen kann: ohne Ausländer und mit russischem Gas werde alles bezahlbar, was die korrupten Eliten an Kosten verursachen: Klimaschutz z.B. und Unterstützung der Ukraine – das „Richtige“ ergibt sich nicht aus Wissenschaft und Kompromiss zwischen widerstreitenden legitimen Interessen, sondern bei rassische Harmonie und „gesundem Menschenverstand“ von selbst. Freiheit und Glück kommen zurück, wenn die Brüsseler Diktatur beendet und der öffentliche Rundfunk nach Vorbild von Bildzeitung und RTL privatisiert wird.
Deshalb: Lasst die AFD regieren, vermutlich samt einzelner Abgeordneter von BSW und Union, denn nur dann fällt der große Kommunikationsvorteil der AFD in sich zusammen – wirtschaftlich, sozial und kulturell.
Natürlich ist das kein neuer oder origineller Gedanke, denn ich habe lange gehofft, dass es so weit nicht kommen würde; aber jetzt gebe ich Herrn Dobrindts Devise fast Recht: Da die demokratischen Parteien die AFD „nicht weg regiert haben“, muss es nun die AFD selbst tun.
Den Bewohnern von Sachsen-Anhalt, die sich und ihre Kinder dieser Zukunft nicht ausliefern wollen, sollte Hilfe angeboten werden, anderswo zu arbeiten und zu leben.














