• Über uns
  • Freund*innenkreis
  • Verein
  • Autor*innen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Archiviert
  • Contra AfD
Freitag, Oktober 9, 2026
Blog der Republik
Advertising
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Blog der Republik
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Home Politik

Na bitte: Die SPD lebt – Respekt für den Auftritt von Boris Pistorius

Alfons Pieper Von Alfons Pieper
9. Oktober 2026
Verteidigungsminister Pistorius auf der Protestveranstaltung am Brandenburger Tor, KI bearbeitet

Na bitte, die SPD lebt. Und hoffentlich auch diese Republik. Dank des Verteidigungsministers Boris Pistorius! Großer Respekt für seinen Marsch mitsamt vielen Kollegen der SPD-Bundestagsfraktion zum Brandenburger Tor und zum Bebel-Platz! Endlich hat mal ein führender demokratischer Politiker seiner Wut und seiner Enttäuschung über die Wahl eines rechtsextremen Politikers zum Landtagspräsidenten von Sachsen-Anhalt freien Lauf gelassen. Und dass Pistorius dann auch noch die dritte Strophe, also die eigentliche deutsche Hymne schmetterte, wer hätte ihm das zugetraut! Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland. Ich hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben, dass es noch aufrechte Sozialdemokraten in Deutschland gibt, die für ihre Ideen, für Freiheit und Demokratie, auf die Straße gehen. Für ihre Überzeugungen.

Dass das BSW so gestimmt hat, wie es votierte, war klar. Das hat niemanden wundern können, der die Gründerin der Partei mal erlebt hat. Beide Parteien, die AfD wie das BSW liebäugeln mit Putin, dem Kriegstreiber und Präsidenten aus Moskau. Aber dass vermutlich CDU-Abgeordnete auch für den AfD-Mann gestimmt haben, muss doch die Parteispitze in Berlin empören. Es passt ins Bild, dass der Extremste von allen, Hans-Thomas Tillschneider, zum Vizepräsidenten gewählt wurde. Fast ehrenvoll dagegen finde ich, dass der SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann durchfiel. Ich würde an seiner Stelle verzichten, ein Demokrat, ein Sozialdemokrat passt doch nicht dahin. Man darf doch die Geschichte der SPD nicht vergessen, nicht unterschlagen, dass sie die einzige Partei war, die 1933 dem Ermächtigungsgesetz Hitlers nicht zugestimmt hat. Ihr Vorsitzender Otto Wels sagte damals vor der Abstimmung in der Berliner Kroll-Oper(der Reichstag war wegen des Brandes Wochen zuvor nicht mehr zu benutzen): „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht“-

Hambacher Fest 1832

Natürlich gibt es bessere Sänger, Männer und Frauen, die mehr Stimme haben, um die Hymne von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben nach der Musik von Joseph Haydn zu Gehör zu bringen, sagt man wohl im Feuilleton. Aber darauf kam und kommt es nicht an. Wir dürfen unser Land nicht den Extremisten überlassen, nicht den braunen Verfassungsfeinden der AfD in die Hände geben. Die Hymne ist unsere, nicht die der Feinde, die nichts Gutes mit diesem Land vorhaben. Holen wir sie uns zurück. Das gilt selbstverständlich auch für die schwarz-rot-goldene Fahne, die immer die Fahne der Meinungsfreiheit und gegen die Zensur war, die Tausende von  Freiheitskämpfern einst beim Hambacher Fest 1832 trugen. Überlassen wir Hambach nicht den Demokratie-Feinden.

Endlich hat einer den Mut gehabt, Flagge zu zeigen. Pistorius hat Haltung bewiesen, Hunderte der SPD sind ihm gefolgt. Wann wenn nicht jetzt ist es Zeit, für unsere Werte einzustehen, notfalls auf die Straße zu gehen und für unser Grundgesetz, für unsere Demokratie zu demonstrieren.  Dass der Bundesverteidigungsminister sich an den Berliner Bebel-Platz begab, der berühmt-berüchtigt ist, weil die Nazis dort einst die Bücher verbrannten, bevor die braunen Barbaren dann Menschen verbrannten, war ein kräftiges Symbol an dem Tag, an dem erstmals seit dem Untergang des Dritten Reiches am 8. Mai 1945, erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik ein Vertreter einer rechtsextremen Partei das höchste Amt in einem demokratischen Land übernahm. Unvorstellbar für  mich, nie hätte ich gedacht, dass sich dieses Land so entwickeln könnte. Zurück in die 30er Jahre, wer will das, wofür?

Tag von Wut und Enttäuschung

„Das ist der Tag von Wut, das ist der Tag von Enttäuschung darüber, dass Demokratinnen und Demokraten offenbar nichts gelernt haben aus der Geschichte und die Geschichte sich wiederholen kann“, rief der empörte Pistorius. „Wer das zugelassen hat, hat sich an der Demokratie unseres großartigen Landes vergangen.“ Ja, unser Land ist trotz allem großartig, das darf man doch nicht aufs Spiel setzen. Es kann doch niemandem egal sein, was aus dieser Republik wird.

Der für mich immer noch neue Bundestrainer Jürgen Klopp hat bei seiner ersten Pressekonferenz vor ein paar Wochen ähnliches von uns gefordert: Holen wir uns die Fahne zurück! Es ist unsere, die der Demokraten, nicht die der Faschisten. Hendrik Wüst, der NRW-Ministerpräsident hat die AfD eine Nazi-Partei genannt. Der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk, der in der DDR einst aufwuchs, nennt sie Faschisten. Demokraten sind sie nicht. Überlassen wir ihnen nicht, die Hymne zu singen bei Länderspielen, das sollten wir lieber selber tun. Es ist das Lied der Deutschen, gemeint der Demokraten, nicht der Welt-Beherrscher. Deutschland, Deutschland über alles, das war mal, dahin sollten wir nicht zurück. Ich räume ein, ich mag dieses Land, ich freue mich, wenn die deutschen Fußballer gewinnen gegen Holland zum Beispiel, aber ich würde unsere Nachbarn nie auspfeifen. Unser Land hat Werte, die es zu verteidigen gilt.

Die AfD verachtet all das, was wir haben, und was wir vor ihr schützen müssen: ein demokratisches, rechtsstaatliches, freiheitliches Deutschland. Und dieses Deutschland hat ein Grundgesetz, das unsere Verfassung ist. Artikel 1 des Grundgesetzes heißt: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Gemeint ist die Würde aller Menschen, nicht die bestimmter Einwohner, nicht nur die mit deutschem Blut, wie es die völkisch denkende AfD versteht. Remigration hat sie gesagt und damit den Rauswurf von Millionen Menschen gemeint, Ausländer, Migranten. Leute, die hier arbeiten, anderen Menschen helfen, kaum zu ersetzen sind. Ärzte, Pflegekräfte, Sanitäter, Krankenschwestern. Besser die AfD würde dieses Land verlassen.

SA-Parolen durch Björn Höcke

Die AfD bejubelt ihre Wahlsiege, dafür benutzt sie auch die schwarz-rot-goldene Fahne, die sie gekapert hat von den Demokraten und erweckt so den Eindruck, sie sei die Alternative für Deutschland. Gott bewahre! Ihre Ziele sind andere als die, die im Grundgesetz festgelegt sind: Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, die Würde des Menschen. Ja, sie singen das Deutschlandlied bei ihren Veranstaltungen- als Tarnung, was man schon daran erkennt, dass einer von ihnen die Hymne der DDR singt, der zweiten deutschen Diktatur, der SED-Diktatur. Schon vergessen? Man erkennt es auch daran, dass einer ihrer Führer, Björn Höcke, der einstige Geschichtslehrer, SA-Parolen von sich gibt. Dass er sich dafür vor Gericht verantworten musste, stört ihn und die seinen wenig, es gehört zu ihrem Märtyrer-Dasein.

Natürlich sind die Volksparteien mit Schuld an dieser Entwicklung. Sie haben die politische Mitte, in die die AfD in Magdeburg auch rein bildlich gerückt ist als stärkste Partei des Landtags, freigemacht. CDU und SPD haben ihnen die Symbole überlassen. Mich hat es nie gestört, wenn ein Abgeordneter in seinem Bundestagsbüro eine kleine schwarz-rot-goldene Fahne hängen hatte. Warum nicht? Sie ist das Symbol dieses demokratischen Staates, nicht das der Nazis oder der Faschisten.

Ich frage mich schon lange, warum die CDU beim Umgang mit der AfD so herumdruckst. Ja, sie hat einen Parteitagsbeschluss: keine Zusammenarbeit, keine Bündnisse mit Linken und der AfD. In Magdeburg ist der AfD-Politiker Tobias Rausch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch mit CDU-Stimmen gewählt worden. Und das ist eine Ungeheuerlichkeit. Man müsste diese Abgeordneten aus der Partei werfen, kennt aber bisher ihre Namen nicht. Die Abstimmung war geheim. Aber man will nicht so richtig ran an das Problem, was damit zusammenhängen mag, dass auch viele einstige CDU-Wählerinnen und Wähler die AfD gewählt haben. Man will sie wohl nicht verprellen. Nur, das ist klar: Wer AfD wählt, muss sich gefallen lassen, dass man ihn zumindest in die Nähe dieser Partei rückt,  muss sich anhören, dass er auch die Verantwortung trägt für diese Wahl. Und ganz grundsätzlich: Was denken sich eigentlich die Wählerinnen und Wähler dabei, die AfD zu wählen? Oder denken Sie gar nicht? Ist ihnen egal, wer regiert? Rechtsextrem statt CDU, SPD, die Grünen, die Linke?

AfD will die CDU zerstören

Die Zurückhaltung bis Ablehnung eines Verbots-Antrags durch die CDU-Spitze verstehe ich nicht. Der CDU tut das Offenhalten nicht gut, sie müsste sich entscheiden, Merz müsste sich entscheiden. Gegen die AfD, für einen Antrag demokratischer Parteien an das Bundesverfassungsgericht, die AfD zu verbieten. Aber Merz wirkt schwach, unentschieden, ohne Plan. Nicht nur bei diesem Thema.

Wehret den Anfängen, das ist vorbei, zu spät.  Die AfD sitzt längst in fast allen Parlamenten in Deutschland, sie ist auf dem Weg an die Macht. Wenn sich ihr nicht endlich die Demokraten in den Weg stellen. Boris Pistorius, der auch mit dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Cem Özdemir(Grüne) für einen Verbots-Antrag der Länder wirbt, hat mit seiner mutigen Aktion einen Schritt in die richtige Richtung getan. Weiter so! Herr Merz, gehen Sie an die Spitze ihrer Partei und stellen sich der AfD in den Weg. Diese Partei will die CDU zerstören, sie will ein anderes Deutschland, das Sie und viele nicht wollen.

 

Print Friendly, PDF & EmailAusdrucken/PDF erstellen:
Teilen Sie diesen Artikel:
Instagram
Vorherigen Post

Wenn Friedrich Merz wenigstens ein „Klempner der Macht“ wäre …

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaut mal hier

  • Justizskandal im Sauerland: Das von Charlotte Merz, Ehefrau von Bundeskanzler Friedrich Merz, geleitete Amtsgericht erließ einen rechtswidrigen Durchsuchungsbeschluss gegen eine junge SPD-Frau 08.09.2025
  • Geschichtsrevisionismus: Basteln an der „zweiten Geburt“ 15.4.2025
  • Leak zu Zwei-Klassen-Struktur beim BSW - Sahras Knechte 22.2.2025
  • Sätze aus dem Wahlprogramm der AfD - und was sie bedeuten 18.2.2025
  • Kulturbegriff der AfD : Aufgeladen mit völkischer Ideologie 5.2.2025
  • Das Spiel der Lobbyisten und Politiker: Erik Ahrens – Ein tiefer Fall innerhalb der rechtsextremen Netzwerke 23.1.2025
  • Petition: Finger weg von unserer Demokratie, Herr Musk 3.1.2025

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 2.948 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

Werbung

Letzte Kommentare

  • Jo Leinen zu 2. Oktober 2023: Die Würde des Menschen ist unantastbar – Wir stehen für Demokratie und Rechtsstaat
  • Philipp zu Zum Schaden der Demokratie – Sachsen-Anhalt hat einen AfD-Landtagspräsidenten
  • eli zu Das Rentensystem muss fair und transparent bleiben! Teuer wird’s auf jeden Fall
  • Christine Maier zu Alice Weidels Großvater war Militärrichter unter Adolf Hitler

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 2.948 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

  • Trending
  • Comments
  • Neueste
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

18. März 2024
Alice Weidel, Elon Musk und Esel, Screenshot Tik Tok

ARD-Wahlarena – Weidels Lügen sind Methode

18. Februar 2025
Feigenblatt

Alice Weidel: Das lesbische Feigenblatt und das Familienbild der AfD

1. Januar 2025
Screenshots von TikTok_Accounts aufgestachelter Bauern oder AfDlern oder anderen "Empörern"

Aufruf zur Bauerndemo in Berlin, AfD-Anhänger und andere Rechtsextreme mobilisieren.

24. Oktober 2024
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

Screenshot ARD-Mediathek zur Sendung von Caren Miosga

Talk bei Miosga: Die Entlarvung der Sahra Wagenknecht

Kriegszerstörungen in der Ukraine

Ukraine: Verantwortungsbewusstes Handeln statt gefährlicher moralischer Überheblichkeit

Mauer in der NS-Ordensburg Vogelsang mit NS-Adler im Mauerwerk

Lasst Höcke regieren!

Verteidigungsminister Pistorius auf der Protestveranstaltung am Brandenburger Tor, KI bearbeitet

Na bitte: Die SPD lebt – Respekt für den Auftritt von Boris Pistorius

9. Oktober 2026
Illustration "Klempner"

Wenn Friedrich Merz wenigstens ein „Klempner der Macht“ wäre …

9. Oktober 2026
Fakelzug am Brandenburger Tor, 30.1.1933

Es ist eine Schande für Deutschland, dass ein Politiker der AfD zum Präsidenten des Landesparlaments Sachsen-Anhalt gewählt wurde. Gastbeitrag von Werner Mittelstaedt

9. Oktober 2026
Titelblat der Beschlüsse der Ökumenischen Vresammlung vom 30.4.1989

Friedliche Revolution: Erinnerung tut not!

8. Oktober 2026

BLOG DER REPUBLIK

Blog der Republik

Kategorien

  • Allgemein
  • Buchbesprechungen
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Politik
  • Wirtschaft

Kategorien

  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Standpunkte

Schlagwörter

AfD CDU Demokratie EU Frieden Krieg Merz NoAfD Rechtsextremismus Ukraine

© 2026 Blog der Republik.

Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!

© 2025 Blog der Republik

Advertising