Artikel von Klaus Vater

Klaus Vater

Redakteur 1972 und bis 89 in wechselnden Redakteursaufgaben. 90 bis 99 wiss. Mitarbeiter der SPD-Bundestagsfraktion, Büroleiter Dreßler, 2000 Sprecher Bundesarbeitsministerium, dann des Bundesgesundheitsministeriums, stellv. Regierungssprecher; heute: Publizist, Krimiautor, Lese-Pate.


Frühchen
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Intensivpflege – Alarmstufe rot!

Es ist eine schon berühmte Übersicht: In Hamburg kommen auf 100 000 Einwohner statistisch gesehen über 700 Ärztinnen und Ärzte. In Brandenburg sind´ s  knapp unter 400 und im Bundesdurchschnitt 460 Ärztinnen und Ärzte. Berühmt ist diese Hamburger Zahl deswegen, weil sie immer bemüht wird, um Unter- und Überversorgung mit Äskulap- Jüngern zu belegen.  Auch…

Change
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Es ist nichts mehr wie es war

Was ist da gestern passiert? Man muss auf den Kern von Wahlen zurück. Sich zur Wahl stellen bedeutet, Menschen zu mobilisieren, damit sie ihren eigenen Einfluss an andere abtreten. Auf Zeit. An Personen, Parteien, Programme. Das Problem: Auf dem Weg bis dahin sind die Wählenden ganz unterschiedlichen Einflüssen ausgesetzt. Am Ende entscheidet die pure Zahl,…

Eigentum
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Die Diskussion über die Kapitalismuskritik

In Michael Endes Erzählung von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ kommt ein Riese vor: Tur Tur, heißt er. Er ist ein Scheinriese, denn seine Gestalt schrumpft, je näher ihm der Betrachtende kommt. So  oder wenigstens ähnlich geht es mir beim Blick auf die populäre Kapitalismuskritik. Aus einer wachsenden Differenz zwischen dem, was reich ist…

Kinder mit Kopftuch in der Schule
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Kopftuch für alle

Stellen Sie sich bitte folgendes vor: die Bischofskonferenz  und die evangelische Kirche in Deutschland einigten sich auf eine neue Handreichung. Darin wird vorgeschlagen, wie sich der deutsche Teil der Christenheit in der Öffentlichkeit verhalten soll. Unter anderem hieß es da, es sei den Eltern freigestellt, Kinder aus christlichen Familien mit einer tiefschwarzen Kappe ausgestattet, auf…

Justizia
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Zur Verfassungsmäßigkeit von Enteignungen – Ein altes Urteil zu einer aktuellen Diskussion

Die ganze Diskussion über Kevin Kühnert etc beginnt sich in Richtung Realitätsnähe zu drehen. Gut so. Kevin Kühnert habe  Sympathie dafür, Grundstückseigentümer zum Verkauf ihrer Flächen zu zwingen, wenn sie diese nicht bebauen. „Wer in unseren wachsenden Städten Baugrundstücke besitzt, der sollte auch bauen müssen – oder an die Kommune verkaufen, die sie selbst entwickelt…

Kevin Kühnert
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Ein ernsthafter Vorgang

Der jüngste „Vorgang“ Kevin Kühnert ist ein ernsthafter Vorgang. Er ist nicht ernsthaft, weil ein junger Mann ohne ernstzunehmende Lebenserfahrung erläuterte, was er für Sozialismus hält. Er ist ein ernster Vorgang, weil er zeigt, dass Teile der einst großen deutschen Sozialdemokratie ausfallen, wenn gefragt wird, was Gegengewicht zum global operierenden Kapitalismus werden könnte. Sozialdemokraten wie…

Hubertus Heil
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Heil will Härten mindern

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil bereitet ein „Unterhaltsentlastungsgesetz“ vor. Es soll in zwei Personenkreisen helfen, Härten zu  mildern und zu vermeiden, die entstehen, wenn Einkommen heran gezogen werden, weil der Staat Hilfe leistet. Die Entlastung soll einmal für Erwachsene gelten, deren Einkommen herangezogen wird, weil Kind oder auch ein Partner Eingliederungshilfe erhält. Das Behindertenrecht ist während der…

Alter
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Pflege bleibt eine nationale Aufgabe

Wer sich mit der Pflege beschäftigt, kommt zu merkwürdigen Einsichten. Pflege ist meist für unsre  Liebsten da, Lebensgefährten, Eltern, Geschwistern,  Großeltern. Über 800 000 unserer Angehörigen werden in Heimen gepflegt, weil sie ihr tägliches Leben alleine nicht mehr bewältigen können. Sie geben sich mit all ihren Gebrechen in die Hände anderer. Zwei Millionen leben noch…

Symbolbild
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Mikro statt Makro

Hat Konrad Lischka, Geschäftsführer Paritätischer Wohlfahrtsverband Essen, Recht? Er schrieb auf Twitter @klischka: Mikro statt Makro Identität lieber als Klasse eine Geschichte lieber als Analyse individuelle Betroffenheit lieber als volkswirtschaftliche Analyse Protasgonisten lieber als Ideen.  Der Kulturtheoretiker Jörg Scheller über Lischkas Sätze: Genau so ist es. Aus den großen  Erzählungen der Moderne ist ein Gesumme von…