Artikel von Helmut Lölhöffel

Helmut Lölhöffel

(✝) 1944-2018. Helmut Lölhöffel arbeitete als Redakteur beim Kölner Stadtanzeiger, dem ddp und der Süddeutschen Zeitung, bevor er als Senatssprecher in Berlin tätig wurde. Danach koordinierte Lölhöffel das Projekt Stolpersteine und war Kommunikationsberater beim Deutschen Behindertensportverband.


Nachdenken nach dem Aufatmen

Alles halb so schlimm, das ist ja nochmal gut gegangen … Aufatmen und Erleichterung bestimmten nach den Regionalwahlen in Frankreich die ersten Stellungnahmen maßgeblicher Politiker und die Kommentare der meisten ernst zu nehmenden Medien. Mittlerweile ist einige Zeit vergangen, die verbreitete spontane gute Laune ist der Nachdenklichkeit und der Besorgnis gewichen. Denn nicht nur unser…

Rassisten sind hässlich
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Unser Land

Wer „Ausländer raus“ oder ähnlich schändliche Parolen brüllt, betreibt „Volksverhetzung“. So heißt der Tatbestand jedenfalls im Strafgesetzbuch. Dafür drohen eine Geldstrafe oder Gefängnis bis zu fünf Jahren. Wer öffentlich Ausländer mit Gewalt vertreiben will, womöglich gar mit Waffen, macht sich strafbar. Wer aber meint, sie sollten freiwillig verschwinden, ist kein „Volksverhetzer“. Eine raffiniertere Form von…

Deutschland: Sturzgeburt oder blühende Landschaft – Ein Rückblick von Diestel und Lafontaine: Bei einem Kaffee und einem Glas Rotwein

Noch ein Rückblick 25 Jahre danach, allerdings etwas anders als die üblichen Verklärungen der Einheits-Stifter Michail Gorbatschow und Helmut Kohl. Hier sprechen zwei, die damals Nebenrollen spielten, nicht nur über das einst geteilte Land, sondern auch über Deutschland auf dem Weg zur europäischen Vormacht. Wer erinnert sich an Peter-Michael Diestel? Den letzten Innenminister und stellvertretenden…

Flagge der Chrysi Avgi
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Morgenröte über der Akropolis

So schwer begreifbar es ist, dass der linke Ministerpräsident Alexis Tsipras erneut mit einer Partei des rechten Spektrums zusammengeht, umso bedenklicher ist, dass Rechtsextreme bei den Parlamentswahlen wieder Zulauf bekamen und ein starker Faktor der griechischen Innenpolitik bleiben. Die Partei, die sich Goldene Morgenröte (Chrysi Avgi) nennt, hat 0,7 Prozentpunkte zugelegt und ist mit rund…

Heidenau ist überall

Symbole für rechtsextrem gesteuerten Ausländerhass und Rassismus waren jahrelang Solingen und Rostock-Lichtenhagen. Neuerdings wurden auch Tröglitz, Vorra, Freital und andere Orte ähnlich berüchtigt. Jetzt ist Heidenau dran. Die sächsische Kleinstadt Heidenau hat 16 400 Einwohner. Etwa 1 000, eine erstaunlich hohe Zahl, protestierten gegen die Absicht, in einem leer stehenden Baumarkt eine Notunterkunft für Flüchtlinge…

Kauder hat recht

Wüste Beschimpfungen muss sich der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, anhören. Er drohte, alle diejenigen Abgeordneten in den maßgeblichen Ausschüssen des Bundestags würden ausgetauscht, die im Plenum gegen das Griechenland-Paket gestimmt haben. Kauder hat ganz recht. „Die mit Nein gestimmt haben, können nicht in Ausschüssen bleiben, in denen es darauf ankommt, die Mehrheit zu behalten:…

Mittäter der Brandstiftung

Steinwürfe und Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte sind keine entschuldbaren Verstöße gegen eine angebliche „Willkommenskultur“. Sie sind Vorstufen von Mordversuchen. Am Anfang stehen Pöbeleien und Sprechchöre gegen Ausländer, es folgen Aufmärsche und Hassreden gegen Migranten, daraus wachsen Prügel und Überfälle, am Ende stehen Hetzjagden und Totschlag. Die 202 im ersten Halbjahr 2015 gezählten Attacken auf Gebäude, in…

Matthew Lynn
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Kein Grexit und kein Grexitus 

Auch wenn ein delphisches Orakel gewagt wäre und wenn die Aussichten für Griechenland in Europa unübersichtlich bleiben: Wir Deutschen müssen endlich begreifen, dass nicht alle Völker so ticken wie wir. Lernen müssen wir auch, dass sie unseren Ratschlägen nicht folgen. Und erst recht müssen wir akzeptieren, wenn sie unsere Vorbedingungen nicht erfüllen. Als Europäer sind…

Stolperstein
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Unbeirrt von Nörglern und Gegnern, auch von Widerspruch seiner Anhänger, setzt der Künstler Gunter Demnig sein einmaliges Werk fort: Seit 20 Jahren verlegt er Stolpersteine. Von Geilenkirchen bis Rom. Die Spur der Stolpersteine

Am 8. Mai, dem Tag des Erinnerns an die Befreiung vom Nationalsozialismus, wird Gunter Demnig in Geilenkirchen zehn Stolpersteine ins Straßenpflaster versenken. Auf den 10×10 Zentimeter großen Messingplatten sind Namen von Jüdinnen und Juden eingraviert, die aus Geilenkirchen deportiert und in den Konzentrationslagern der Nazis ermordet worden sind oder rechtzeitig flüchten konnten und überlebten. Vor…

Buchtitel Ehre wem Ehre gebührt
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Unbesungene Helden – 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs setzt sich ein Historiker mit Tätern auseinander, beschreibt die Politik der Rehabilitierung und nennt „unbesungene Helden“ des Widerstands.

Der Titel dieses Buchs klingt ziemlich altmodisch und könnte missverständlich sein: „Ehre wem Ehre gebührt!“ – das sind Vokabeln, die nicht in die Welt von Blogs und Facebook passen. Aber sie sind zutreffend, denn es geht nicht nur um SS-Verbrecher und KZ-Kommandanten, deren Untaten gerühmt und später verschwiegen wurden. Sondern es geht um Widerständler und…