In der einstigen Hochburg Baden-Württemberg schafften es die Liberalen nicht mehr in den Landtag. Auch in Rheinland-Pfalz erreichten sie gerade noch 2,1 %. Die FDP hat noch einige Frauen und Männer, die das Fähnchen im Wahlkampf hochhalten. Doch die Zensur der 5 %-Marke ist sei einiger Zeit bereits im freien Fall. Im Bundestag reichte es nicht mehr, auf die 5 % zu kommen. In den meisten Landtagen fielen die Liberalen ebenfalls unter diese Hürde: Nur noch in Sachsen-Anhalt sowie in Nordrhein-Westfalen und Bremen ist die FDP heute noch präsent. Wie lange dies dauert, ist fast schon abzusehen: Schon in Kürze könnte es zu einem Begräbnis der dritten Klasse kommen: Die Leiche trägt die Kerze selber. Der bisherige Bundesvorsitzende Dürr will Neuwahlen; doch er wird auf jeden Fall selbst kandidieren.
Nach Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz bald auch in Sachsen-Anhalt !
Einer der wichtigsten FDP-Leute, nämlich der frühere rheinland-pfälzische Minister Wissing, hat sich schon beim Crash um den Kanzler Scholz von seiner Partei verabschiedet. Ebenso ist der einstige Herr aus der FDP, der langjährige Vorsitzende Christian Lindner, im Autohandel untergetaucht. Derzeit wird die Partei vom Vorsitzenden Christian Dürr geführt. Intern gibt es jedoch schon Stimmen, die seine Ablösung befürworten. Vor allem macht hier der Vorsitzende der Liberalen, Finn Flebbe, den Widersacher, um Dürr spätestens zum Parteitag im Mai abzulösen. Im Europa-Parlament hat Marie-Agnes Strack-Zimmermann noch in der Verteidigungspolitik eine gewisse Aufmerksamkeit für die Liberalen.
Friedrich Merz: „FDP politisch tot“
Christian Dürr und seine Generalsekretärin Nicole Büttner, die nach ihrer verlorene Wahlwette kahlköpfig erschien, wollen jedoch weitermachen. In Rheinland-Pfalz kehrte eine große Schar von FDP-Wählern, nämlich 30.000 , in Richtung CDU. Die Unions-Mannschaft von Schnieder hat davon gewiss profitiert. Vor allem gab es doppelt so viele Genossen aus der SPD, die die CDU gewählt haben. Ob der FDP-Vizechef Wolfgang Kubicki Dürr noch unterstützt, ist fraglich. Nach der Wahl in Baden-Württemberg hatte Dürr dem Bundeskanzler Friedrich Merz heftig widersprochen, der die Liberalen für politisch tot erklärt hatte. Allerdings haben auch diese Dürr-Worte kaum jemanden erreicht, die Wahl in Rheinland-Pfalz hat den Bundeskanzler noch stärker unterstützt. Wichtig ist wohl, dass für die Liberalen seit einiger Zeit schon keine Existenzberechtigung gilt und dass für die Persönlichkeiten der FDP fast nirgendwo im Lande Interesse besteht. Mit Agnes Strack-Zimmermann und Dürr als Doppel oder ob der NRW-Mann Henning Höne als Vorsitzender kommen wird, ist noch nicht sicher und wird bis Mai noch heftig diskutiert werden.











