Hitler und der Hohenzoller Wilhelm von Preußen
Adolf Hitler und der Deutsche Kronprinz Wilhelm von Preußen im Gespräch während der Feier vor der Garnisonkirche in Potsdam.

Mitleid mit Meghan und Harry ?– Heult lieber über Anderes !

Geradezu verrückt oder auch befremdlich, wieviel Platz sogar seriöse Zeitungen dem Interview von Harry und Meghan mit der amerikanischen Talk-Queen Oprah Winfrey einräumen. Und erst recht gibt es keinen Grund, um des jammervollen Selbstmitleids der wunderschönen Prinzessin und ihres rotfüchsigen Ehemans auch nur eine Träne zu vergießen.

Aber galt und gilt das nicht ebenso für die „Prinzessin der Herzen“, die doch sicherlich, bevor sie die Ehe antrat, wusste, dass der Gemahl eine andere liebt? Ach, die Prinzessin mit dem Namen der griechischen Jagdgöttin, die so hübsch, aber auch immer etwas dämlich aussah, auf ihrem seichten Weg zum leichten Glück vom Boulevard gejagt und zu Tode gehetzt – der mächtige Tränenfluss darob wird wohl nimmer versiegen. Wie aber wäre es, wenn man, anstatt sich den Duft der weiten adeligen Welt zu erschnüffeln, anderen Facetten dieser noblen Gesellschaft seine Aufmerksamkeit widmete. Nur ein kleines Beispiel: Man könnte sich mit der Frage beschäftigen, ob die Hohenzollern den Nazis ausreichend Vorschub, will sagen, Hilfestellung zur Machtergreifung und Machterhaltung, geleistet hätten, um ihnen millionenschwere Kunstschätze nicht zurückgeben zu müssen. Um sich Klarheit darüber zu verschaffen, könnte man anfangen beim letzten Kaiser, dem großmäuligen Wilhelm dem Zweiten, dessen ungeahnte Geistesblitze stets von donnernden Reden begleitet wurden:“Immer feste auf die Weste“, der zu Zeiten, als Hitler noch unbedeutend war, unversöhnlich aus dem holländischen Exil verkündete, dass die Juden ausgerottet werden müssten, und der dabei den Tod durch Vergasen propagierte. Dass sich heutzutage der Prozess so lange hinzieht, in dem die  gierigen Nachkommen ihre unmoralischen Ansprüche anmelden, dass die Richter so lange über Schuld und Mitschuld dieser  Adelssippe nachdenken müssen, das wäre Anlass für Tränen !!! … Tränen der Wut und Verzweiflung.

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 102-14437 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0

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Journalist (geb. 1942). Langjähriger Redakteur und Korrespondent der ARD (Radio Bremen, Westdeutscher Rundfunk, überwiegend NDR) Fernseh-Korrespondent in Delhi und Peking, Autor diverser Features, Dokumentationen und Reportagen, Lehraufträge an verschiedenen Universitäten in China und Deutschland.


'Mitleid mit Meghan und Harry ?– Heult lieber über Anderes !' hat einen Kommentar

  1. Avatar

    12. März 2021 @ 23:22 Carola

    Danke, danke, danke……
    Es ist in den letzten Jahrzehnten unsäglich geworden: diese Verherrlichung des Adels! M.E. macht die Medienmeute das, um uns den Feudalismus schmackhaft zu machen: ganztägige Hochzeitsberichterstattung in den Öffis, jeden Pfurz eines Adeligen kommentieren und Sondergerichte zum Hofe live ins Wohnzimmer! Und nebenher werden Land auf/landab die feudalen Denkmäler incl der Schlösser etc aufgehübscht! Und was mich am meisten ärgert: der Wiederaufbau des Schloßes!! U.a. mit Hilfe von Kultur und Wissenschaft!

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