• Über uns
  • Freund*innenkreis
  • Verein
  • Autor*innen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Archiviert
  • Contra AfD
Sonntag, Februar 1, 2026
Blog der Republik
Advertising
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Blog der Republik
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Home Politik

Habermas zur Wehrpflicht-Debatte

Jochen Luhmann Von Jochen Luhmann
30. März 2025
Zinnsoldaten

Jürgen Habermas hat einen beeindruckenden Essay zur sicherheitspolitischen Situation in Europa nach der aktuellen Zeitenwende vorgelegt. Kurz nach meiner Lektüre kam mir ein Bericht von lit.Cologne unter in die Augen, wo Ex-Außenminister Joschka Fischer zur Vorstellung seines Buches „Die Kriege der Gegenwart und der Beginn einer neuen Weltordnung“ interviewt wurde. Die Westdeutsche Zeitung zitiert Fischer aus diesem Gespräch mit diesem Satz zum Pazifismus:

„Angesichts eines brutalen Aggressors kommen Sie mit Singen sympathischer Lieder und Schweigekreisen nicht mehr weiter.”

Zynische Aussagen zur Haltung des Pazifismus sind en vogue – dennoch irritiert es mich immer erneut, eine solch herabsetzende Aussage zur Kenntnis zu nehmen. Komplementär dazu ist, so mein Eindruck, die Haltung eines strikten Bellizismus, der Konzept und langen Atem eines Mahatma Gandhi etwa sich nicht vorzustellen vermag.

Ausgestiegen aus dieser Atmosphäre von Gedankenlosigkeit und Geschichtsvergessenheit ist Habermas mit seinem Essay. Darin formuliert er etwas Zentrales, beispielhaft mit Bezug zur aktuellen Debatte in Deutschland um die Wiederaktivierung der allgemeinen Wehrpflicht. Das Ergebnis der zuständigen Arbeitsgruppe in den laufenden Koalitionsverhandlungen ist bekanntlich der diametrale Gegensatz zwischen „Aussetzung der Wehrpflicht beenden“ (Unionsparteien) und „Der neue Wehrdienst soll auf Freiwilligkeit basieren.“ (SPD). Habermas zur Unionsposition:

„In dieser Abschaffung der Wehrpflicht spiegelt sich ein weltgeschichtlicher Lernprozess, nämlich die auf den Schlachtfeldern und in den Kellern des Zweiten Weltkrieges gewachsene Einsicht, dass diese mörderische Form der Gewaltausübung menschenunwürdig ist – auch wenn dieses einstweilen letzte Mittel zur Lösung internationaler Konflikte, gewiss, politisch nur Schritt um Schritt abgeschafft werden kann. Mich erschreckt, von welchen Seiten die deutsche Regierung, die sich nun zu einer beispiellosen Aufrüstung des Landes anschickt, gedankenlos oder gar ausdrücklich mit dem Ziel der Wiederbelebung einer zu Recht überwunden geglaubten militärischen Mentalität unterstützt wird.“

Carl Friedrich von Weizsäcker, mit dem Habermas zusammen das Starnberger Max-Planck-Institut geleitet hat, hat diese Einsicht eine Stufe systematischer formuliert: „Nichts weniger als die Überwindung der Institution des Krieges ist notwendig“.

Im Anschluss an die mich ermutigende Lektüre des Habermasschen Essay habe ich auch die sog. „Debatte“ nachgelesen, in der führende deutsche Intellektuelle auf den Habermasschen Essay reagiert haben. Meine Suche nach einer Bezugnahme auf die zentrale, äußerst schmerzhaft errungene Einsicht, dass der Krieg eine menschenunwürdige Form der Konfliktaustrags sei, blieb erfolglos. Dabei sind sie es doch, die als die „Seite, … die unterstützt“ angesprochen wurde. Man freut sich nur, dass nun auch Habermas für Aufrüstung sei. Das auszudrücken, recht gehabt zu haben, gelingt dann auch wieder in von Zynismus triefenden Formen, professionell meisterhaft in der NZZ.

Zynismus ist bekanntlich eine, auch selbstschädigende, Haltung der Herabsetzung anderer. Sie verweist auf eine larvierte Depression. Für Journalisten, ein Berufszweig mit gespaltener Identität, müsste sie als Berufskrankheit akzeptiert werden. Soweit sind wir aber noch nicht. Die aktuell tonangebende Generation von Gelehrten will erst erneut selbst die desaströse Erfahrung machen, auf Schlachtfeldern und in Kellern.

Print Friendly, PDF & EmailAusdrucken/PDF erstellen:
Teilen Sie diesen Artikel:
Instagram
Vorherigen Post

Der Amateursport ist das Herz des Fußballs

Nächster Beitrag

Christoph Hein: Das Narrenschiff. Eine Buchbesprechung

Nächster Beitrag
Ausschnitt Buchcover

Christoph Hein: Das Narrenschiff. Eine Buchbesprechung

Comments 1

  1. klaus Vater says:
    10 Monaten ago

    Die von Luhmann so genannte „larvierte Depression“ gibt es tatsächlich nicht. Unter larvierter Depression fasste man anno Toback changierende körperliche Symptome zusammen. Nichts Genaues wusste man damals nicht. Das ist heute überholt und in der Mottenkiste abgelegt. Wer sich genauer informieren will, dem sei der ICD 10 der Klassifizierung von Krankheiten empfohlen. Wird international anerkannt und genutzt. Da es die larvierte Depression, wie sie Luhmann sich vorstellt, nicht gibt, fällt auch seine Empfehlung unter den Tisch, man solle diese als Berufskrankheit für Journalisten akzeptieren. In bedauerndem Ton schreibt Luhmann: „So weit sind wir aber noch nicht.“ Der Mystiker Thomas a Kempis wird der Spruch nachgesagt: „O quam citō transit glōria mundi.“ Genau!

    Antworten

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaut mal hier

  • Justizskandal im Sauerland: Das von Charlotte Merz, Ehefrau von Bundeskanzler Friedrich Merz, geleitete Amtsgericht erließ einen rechtswidrigen Durchsuchungsbeschluss gegen eine junge SPD-Frau 08.09.2025
  • Geschichtsrevisionismus: Basteln an der „zweiten Geburt“ 15.4.2025
  • Leak zu Zwei-Klassen-Struktur beim BSW - Sahras Knechte 22.2.2025
  • Sätze aus dem Wahlprogramm der AfD - und was sie bedeuten 18.2.2025
  • Kulturbegriff der AfD : Aufgeladen mit völkischer Ideologie 5.2.2025
  • Das Spiel der Lobbyisten und Politiker: Erik Ahrens – Ein tiefer Fall innerhalb der rechtsextremen Netzwerke 23.1.2025
  • Petition: Finger weg von unserer Demokratie, Herr Musk 3.1.2025

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 3.016 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

Werbung

[the_ad id="27291"]

Letzte Kommentare

  • Philipp bei Donald allein zuhaus – Voller Mitleid von Gerd Eisenbeiß
  • Fritz Goergen bei Vor und hinter der politischen Kulisse – Ein Nachruf auf Peter Radunski
  • Dr. Marianne Bäumler bei Putins Repression ist totalitär und imperial. „DAS VERSAGEN“ – Eine notwendige Kritik am deutschen Appeasement.
  • Philipp bei Die Europäer reiten geopolitisch ein totes Pferd. Nida-Rümelins Buch „Der Epochenbruch“

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 3.016 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

  • Trending
  • Comments
  • Neueste
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

18. März 2024
Alice Weidel, Elon Musk und Esel, Screenshot Tik Tok

ARD-Wahlarena – Weidels Lügen sind Methode

18. Februar 2025
Screenshots von TikTok_Accounts aufgestachelter Bauern oder AfDlern oder anderen "Empörern"

Aufruf zur Bauerndemo in Berlin, AfD-Anhänger und andere Rechtsextreme mobilisieren.

24. Oktober 2024
Feigenblatt

Alice Weidel: Das lesbische Feigenblatt und das Familienbild der AfD

1. Januar 2025
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

Screenshot ARD-Mediathek zur Sendung von Caren Miosga

Talk bei Miosga: Die Entlarvung der Sahra Wagenknecht

Kriegszerstörungen in der Ukraine

Ukraine: Verantwortungsbewusstes Handeln statt gefährlicher moralischer Überheblichkeit

Mauer in der NS-Ordensburg Vogelsang mit NS-Adler im Mauerwerk

Lasst Höcke regieren!

Bodenbild_ Kind streicht AfD-Schriftzug mit Kreide durch

Niemand soll sagen können, er oder sie habe das nicht gewusst …

31. Januar 2026
Wochenmarkt, Zeichnung: Wolfgang Schieffer (Waldmaler.de)   

WOCHENMARKT: Von Hoffnungen in Mainz und von einem „Hauskaplan“ im Sauerland

31. Januar 2026
Chinesischer Drache

Eine unglaubliche, wahre Geschichte – Über die Ein-Kind-Politik, Adoption, Menschenhandel in China

30. Januar 2026
Trump und Putin auf dem G20 Gipfel, 2017

Mit Putin Reden? Über den Krieg, den er führt? Man lese mal die Rede von Karl Schlögel nach

29. Januar 2026

BLOG DER REPUBLIK

Blog der Republik

Kategorien

  • Allgemein
  • Buchbesprechungen
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Politik
  • Wirtschaft

Kategorien

  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Standpunkte

Schlagwörter

AfD CDU Demokratie EU Frieden Merz NoAfD Rechtsextremismus Ukraine wehrhafte Demokratie

© 2026 Blog der Republik.

Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!

© 2025 Blog der Republik