Der militärische Angriff der USA und Israels auf die Islamische Republik Iran ist der Versuch, in Teheran ein Regime durch den Einsatz beschränkter Mittel zu erledigen. Dieses Regime hat in harten Konfrontationen mit äußeren Feinden und der Volksopposition Widerstandskraft bewiesen, es ist nicht schwach. Man muss abwarten, ob ein militärisches Aufgebot, das auf Bodentruppen verzichtet, erfolgreich sein kann.
Erfolg wird die Militäroperation der USA und Israels nur haben, wenn durch Luftschläge und Kommandoaktionen zentrale intransigente Figuren in den Herrschaftsapparaten der Islamischen Republik ausgeschaltet werden und Kopflosigkeit unter deren Verteidigern ausbricht. Nützlich wäre dann, es gäbe den Angreifern bekannte Figuren im Iran, mit denen in einer zweiten Runde Fühlung aufgenommen und Verständigung über eine Waffenruhe erzielt werden könnte. Man muss abwarten, ob solche strategischen Vorkehrungen getroffen worden sind.
Ein demokratischer Ausgang des kriegerischen Konflikts für das iranische Volk ist, so oder so, eher nicht zu erwarten. Im Iran fehlt eine organisierte Kraft, die dafür einstehen und sich bei einer kriegsbedingten Schwächung der Zwangsordnung durchsetzen könnte. Die USA und Israel werden, das lehrt die Lebenserfahrung, mit weniger zufrieden sein, wenn sie dafür ungeschoren aus dem Abenteuer herauskommen.
Für Demokraten indes muss der glückliche Ausgang jetzt Programm sein! Der letzte Demokrat an der Spitze des Irans, Mohammad Mossadegh, wurde 1953 vom CIA wegen der Verstaatlichung der nationalen Ölindustrie weggeputscht. Die USA haben etwas gutzumachen. Und Israel hat sicher nichts gegen ein wahrhaft demokratisch regiertes Land in der Nachbarschaft einzuwenden.












