• Über uns
  • Freund*innenkreis
  • Verein
  • Autor*innen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Archiviert
  • Contra AfD
Donnerstag, August 13, 2026
Blog der Republik
Advertising
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Blog der Republik
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Home Politik

Mauer

Christian Wolff Von Christian Wolff
13. August 2026
Bethaniendamm in Berlin-Kreuzberg 1986

Bethaniendamm in Berlin-Kreuzberg 1986 fotografiert

Ich kann mich noch sehr genau erinnern: Wir waren als Familie im August 1961 im holländischen Westkapelle in Urlaub. Damals war ich selbst 11 Jahre alt. Mein Vater musste den Urlaub unterbrechen, weil er seine Mutter zum 75. Geburtstag besuchen wollte. Als er am 14. August 1961 zurückkehrte, brachte er die Nachricht mit, dass in Berlin Ulbricht eine Mauer bauen lässt. In dem Ferienhaus in Westkapelle gab es weder ein Radio noch einen Fernseher. Also hatten wir noch nichts von dem dramatischen Gewaltakt gehört. Da wir keine verwandtschaftlichen Beziehungen in die DDR hatten, war diese Nachricht für meine Eltern vor allem mit der Angst verbunden: Das kann zum nächsten Krieg führen, in dem sich Deutschland wieder in ein Schlachtfeld verwandelt. So trübte eine ernste Atmosphäre die Ferienstimmung.

Der Mauerbau liegt nun 65 Jahre zurück. Bis zum 9. November 1989, also über 28 Jahre, sorgten Mauer und Stacheldraht für die willkürliche und gewalttätige Trennung von Menschen, die trotz aller Unterschiedlichkeit zusammengehören. Außerdem war die Mauer sichtbares Zeichen dafür, dass die Folgelasten des nationalsozialistischen Terrorregimes und des 2. Weltkrieges zwischen der Bundesrepublik West und der DDR sehr ungleich verteilt waren. Darum sollten wir uns hüten, den realen Mauerbau und die Brutalität seiner Funktion allzu schnell gleichzusetzen mit dem Gebrauch der Mauer als Metapher für das, was Menschen trennt. Das verharmlost all das menschliche Leid, das die Mauer über fast drei Jahrzehnte ausgelöst hat.

Gleichzeitig sollte uns aber bewusstwerden, dass Mauern immer nur vorübergehende Trennungen markieren können. Denn keine Mauer ändert etwas daran, dass wir Menschen grundsätzlich zusammengehören und aufeinander angewiesen sind. Hinter Mauern wegsperren ist immer nur eine vorübergehende Maßnahme und bietet nur bedingt Schutz. Denn was wir auch durch Mauern sichern oder voneinander abgrenzen – das Getrennte bleibt Teil dieser einen Erde. Das gilt für die Mauer, die wir um unser Grundstück ziehen genauso wie für die realen Mauern, mit denen sich Menschen und Länder voreinander schützen zu können glauben. Das mag für eine gewisse Zeit notwendig und richtig sein – aber das ändert nichts an der Tatsache, dass wir Menschen uns über ein Zusammenleben ohne trennende Mauer immer neu verständigen müssen: in der Kommune wie in der Weltgemeinschaft. Die europäischen Ländern sind in einen solchen Verständigungsprozess nach 1945 eingetreten und haben es auch dank des Engagements mutiger Bürger:innen geschafft, Mauern zu überwinden und Stacheldrähte zu durchschneiden.

Bleibt die Frage: Warum werden dennoch auch heute wieder reale Mauern gebaut und vorhandene gesichert – wie in Israel/Palästina, an der USamerikanischen/mexikanischen Grenze oder bald an den EU-Außengrenzen? Warum sichern Wohlhabende durch Mauern und Stacheldraht ihren Besitz? Warum wirkt eine tatsächliche Trennung durch Mauer und Stacheldraht nach ihrer Überwindung noch so lange nach? Offensichtlich tun wir Menschen uns sehr schwer damit,

Unterschiedlichkeiten zwischen Menschen zu akzeptieren und uns auf Vielfalt einzustellen, gerechte Teilhabe unter uns Menschen zu organisieren.
Diese beiden Herausforderungen sind die Bedingung dafür, dass innergesellschaftliche Barrieren sowie Grenzen zwischen Ländern und ihre Absicherungen so niedrig wie möglich gehalten werden, also Vielfalt zulassen und für einigermaßen gerechte Lebensverhältnisse sorgen. Dass dies nur unter Bedingungen der freiheitlichen Demokratie und einer auf Frieden ausgerichteten Politik möglich ist, zeigt gerade die Entwicklung Europas in den vergangenen 80 Jahren. Deswegen kommt es jetzt darauf an, dass nicht die gegenwärtigen Mauerbauer rechtsnationalistischer Parteien wie die AfD das Sagen bekommen. Denn sie setzen auf kulturelle und völkische Homogenität statt gerechter Lebensverhältnisse, auf Nationalismus statt Verständigung unter den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Auf diesem Hintergrund ist nachvollziehbar, dass gerade die AfD ein angebliche „Ost-Identität“ propagandistisch anheizt, obwohl es zu DDR-Zeiten eher umgekehrt war: dass viele Bürger:innen der DDR sich als Deutsche in einem getrennten Land verstanden und zunehmend auf Freiheit und Einheit drängten. Mit der AfD-Propaganda soll aber nichts anderes erreicht werden, als neue Mauern zu errichten, hinter denen all die verschwinden sollen, die stören – ein gefährliches Unterfangen, das sich die Bürger:innen von Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sich selbst und uns allen hoffentlich ersparen.

 

Dieser Beitrag wurde am 13.8.2026 im Blog unseres Autors Christian Wolff erstveröffentlicht

Print Friendly, PDF & EmailAusdrucken/PDF erstellen:
Teilen Sie diesen Artikel:
Instagram
Vorherigen Post

Künstliche Intelligenz: Der Rüstungswettlauf um Entscheidungsgeschwindigkeit

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaut mal hier

  • Justizskandal im Sauerland: Das von Charlotte Merz, Ehefrau von Bundeskanzler Friedrich Merz, geleitete Amtsgericht erließ einen rechtswidrigen Durchsuchungsbeschluss gegen eine junge SPD-Frau 08.09.2025
  • Geschichtsrevisionismus: Basteln an der „zweiten Geburt“ 15.4.2025
  • Leak zu Zwei-Klassen-Struktur beim BSW - Sahras Knechte 22.2.2025
  • Sätze aus dem Wahlprogramm der AfD - und was sie bedeuten 18.2.2025
  • Kulturbegriff der AfD : Aufgeladen mit völkischer Ideologie 5.2.2025
  • Das Spiel der Lobbyisten und Politiker: Erik Ahrens – Ein tiefer Fall innerhalb der rechtsextremen Netzwerke 23.1.2025
  • Petition: Finger weg von unserer Demokratie, Herr Musk 3.1.2025

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 2.955 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

Werbung

[the_ad id="27291"]

Letzte Kommentare

  • Dr. Marianne Bäumler zu Eine moralische Instanz des Blogs-der-Republik – Zum Tod von Uwe-Karsten Heye
  • Anton zu Fingerhakeln um die Straße von Hormus: was wollen die USA?
  • Philipp zu Drei Bücher und ein Dutzend Klone für Jens Spahn?
  • Yvonne Hilke zu Wie es Merz gefällt – Zum Regierungsumbau

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 2.955 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

  • Trending
  • Comments
  • Neueste
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

18. März 2024
Alice Weidel, Elon Musk und Esel, Screenshot Tik Tok

ARD-Wahlarena – Weidels Lügen sind Methode

18. Februar 2025
Feigenblatt

Alice Weidel: Das lesbische Feigenblatt und das Familienbild der AfD

1. Januar 2025
Screenshots von TikTok_Accounts aufgestachelter Bauern oder AfDlern oder anderen "Empörern"

Aufruf zur Bauerndemo in Berlin, AfD-Anhänger und andere Rechtsextreme mobilisieren.

24. Oktober 2024
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

Screenshot ARD-Mediathek zur Sendung von Caren Miosga

Talk bei Miosga: Die Entlarvung der Sahra Wagenknecht

Kriegszerstörungen in der Ukraine

Ukraine: Verantwortungsbewusstes Handeln statt gefährlicher moralischer Überheblichkeit

Mauer in der NS-Ordensburg Vogelsang mit NS-Adler im Mauerwerk

Lasst Höcke regieren!

Bethaniendamm in Berlin-Kreuzberg 1986

Mauer

13. August 2026
Symbolbild: Bildschirme einer militärischen Kommandozentrale, KI generiert durch ChatGPT

Künstliche Intelligenz: Der Rüstungswettlauf um Entscheidungsgeschwindigkeit

12. August 2026
Gedenktafel am Bendlerblock, Berlin

Abschied vom „Staatsbürger in Uniform“ oder Gotteslästerung im Bendlerblock. Gastbeitrag von Klaus Kenke

12. August 2026
Anti AfD Plakat

Für die Freiheit, die Demokratie, Europa – Die AfD hat noch keine Mehrheit

11. August 2026

BLOG DER REPUBLIK

Blog der Republik

Kategorien

  • Allgemein
  • Buchbesprechungen
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Politik
  • Wirtschaft

Kategorien

  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Standpunkte

Schlagwörter

AfD CDU Demokratie EU Frieden Krieg Merz NoAfD Rechtsextremismus Ukraine

© 2026 Blog der Republik.

Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!

© 2025 Blog der Republik