Da sitzen sie nicht nur in Davos, sondern in aller Welt vor den Bildschirmen und hängen an Trumps Lippen. Das ist Labsal für den US-Präsidenten. Sie bestätigen ihn als den mächtigsten Herrscher der Welt. Die ganze Welt richtet sich nach ihm. Auch diejenigen, die nicht gesehen haben, fragen später, „Was hat er denn gesagt?“- Natürlich hat er sich wie immer selbst gelobt. Er spreizt sich wie ein bunter Gockel. Sein Name prankt möglichst in goldenen Lettern auf seinen Besitztümern.
Der derzeitige Amtsinhaber in der Rolle des US-Präsidenten wird von seinen narzisstischen Nöten angetrieben. Der große Philosoph Martin Buber sagte uns: „Alles Leben ist Begegnung.“ Nun kennt das narzisstische Verhaltensmuster keine echte Begegnungsfähigkeit. Sie wurde nie erlernt oder ging verloren. Um die narzisstische Not zu lindern, braucht Donald Trump Grandiosität. Er bläst alles auf. Die schöne Partnerin, die wichtigsten Aufgaben, ja selbst die schlimmste Krankheit muss auch herhalten. Der Diplomtheologe Klaus Eidenschink, der mit Straftäter:innen arbeitete, schreibt in seinen Handreichungen für Menschen in narzisstischen Nöten: „Kein Ruhm, kein Präsident:innenamt, kein Eigentum, keine Affären und keine Siege werden Befriedigung verschaffen, wenn die Seele nicht befriedigt ist.“
Narzisstische Not darf man nicht als eine Grippe missverstehen. Es gibt Menschen, meistens Straftäter:innen, die sind aufgrund ihrer Not despotisch, kriminell, böse. Also menschenverachtend.
Verlangt man von Donald Trump, wie im Konflikt um Grönland, er solle sich aus Einsicht anders verhalten, wird man keinen Erfolg haben. Die ausgestreckte Hand wird gebissen. John Gartner, Psychotherapeut und Dozent an der Johns Hopkins University sagt: „Trump hat eine gefährliche psychische Krankheit und ist charakterlich außerstande, Präsident zu sein.“
Warum will er Grönland haben? Er behauptet, Dänemark, zu dem die eisbedeckte Insel gehört, könne das Land nicht schützen. Dabei sind die USA und Dänemark in der NATO. Also: Mumpitz. In Davos versprach er kein Militär einzusetzen. Das ist auch nicht notwendig, denn Zölle sind auch wirksame Folterwerkzeuge gegen die europäischen Staaten. Es geht ihm, dem Unersättlichem darum, das Land zu besitzen und zwar schnell. Denn nach den verlorenen Wahlen in zwei Bundesstaaten und zwei Großstädten sagt ihm sein Instinkt, dass die Zwischenwahlen für den Kongress und den Senat verloren gehen könnten.
Journalist:innen, Politiker:innen, Militärs- und Politlog:innen sind keine Therapeut:innen. Deshalb gehören in die Redaktionen, Staatskanzleien und Talkshows auch Seelenärzt:innen. Peinlich wird für die zahlreichen Beobachter:innen der Lobgesang auf sich selbst. Als Kinder sagten wir: „Wer angibt, hat’s nötig.“ Aber er kann nicht anders. Sein ungewollter Verdienst ist es, dass Europa jetzt mehr zusammenarbeitet.
Zurzeit ist Burgfrieden angesagt. Vielleicht braucht Trump eine Atempause. Berechenbar ist nur seine Unzuverlässigkeit. Es wird aber nicht lange dauern, dann treibt er eine neue Sau durch das globale Dorf. Das müssen wir solange aussitzen, bis das amerikanische Volk ihn endlich satt hat. Er braucht einen Erfolg: Make America Great Again (MAGA).
Bildquelle: Wikipedia, Donald Trump speaking at CPAC in Washington D.C. on February 10, 2011, Gage Skidmore, CC BY-SA 3.0












