• Über uns
  • Freund*innenkreis
  • Verein
  • Autor*innen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Archiviert
  • Contra AfD
Sonntag, Februar 22, 2026
Blog der Republik
Advertising
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Blog der Republik
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Home Politik

Es ist Zeit abzurüsten

Alfons Pieper Von Alfons Pieper
25. Juni 2014
Bundeswehr Transall

Bundeswehr Transall

Man darf sich in diesen Tagen schon wundern über eine Diskussion, die ausgerechnet Bundespräsident Gauck und Verteidigungsministerin von der Leyen mitbefeuert haben. Es geht um Deutschlands Rolle in der Welt, um unsere Präsenz, auch und vor allem darum, wie wir uns bei internationalen Konflikten verhalten, wie wir uns künftig einmischen wollen und sollen. Es ist dem CSU-Politiker Peter Gauweiler ausdrücklich für seinen Beitrag zu danken, in dem er deutlich eine deutsche Zurückhaltung angemahnt hat. Sein Hinweis auf das Grundgesetz und die darin festgelegte Landesverteidigung durch die Bundeswehr ist ja richtig, ja selbstverständlich wie auch seine Ablehnung der Auslandseinsätze der Bundeswehr. Das darf man sagen, auch wenn diese vom Bundestag genehmigt worden sind.

Es gilt das Grundgesetz. Dass Gauweiler dafür von seinen eigenen Leuten in der CSU gescholten wurde, seine Haltung auch anderswo als antiquiert abgetan wurde, ist mehr als merkwürdig. Fast hat man den Eindruck, als ob manche Politiker es gar nicht mehr abwarten können, unseren Einfluss in der Welt auch militärisch zu unterstreichen.

Es wird heute so getan, als sei die Bundeswehr einfach nur noch eine Interventionsarmee und keine Verteidigungsstreitmacht. Wir sollten hier stärker auf die Bremse treten, ehe wir in einen Konflikt gezogen werden, dessen Ausmaß niemand beurteilen kann. Das gilt nicht nur für die Ukraine, sondern mehr noch für den Nahen Osten. Die Rolle als Vermittler stünde uns viel besser zu Gesicht als die mit Panzern und Flugzeugen. Und das ist nicht nur vor dem Hintergrund unserer schlimmen Vergangenheit unter Hitler zu sehen.

Die spannungsfördernde Sprache in den USA ist gefährlich genug und selten dazu geeignet, Konflikte möglichst früh zu lösen, damit eben nicht geschossen wird. Amerikanische Regierungen, vor allem die Truppe des unsäglichen George W. Bush, aber auch die Obama-Regierung ist hier manches schuldig geblieben, sind mit ihrem Machtanspruch, notfalls weltweit über Tod und Leben zu entscheiden, nicht immer erfolgreich gewesen.

Der frühere deutsche Verteidigungsminister Peter Struck hat einst mal den Satz gesagt, Deutschland werde am Hindukusch verteidigt. Damit wollte der angesehene SPD-Politik vor allem auch für mehr Verständnis für den riskanten Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan werben. Heute redet man nur noch ungern über diese Worte, heute sehnt man das Ende des Einsatzes herbei. Und wenn man heute die Frage nach dem Sinn des gefährlichen Unternehmens stellt, das auch deutschen Soldaten das Leben gekostet hat, bekommt man nicht selten eine eher achselzuckende Antwort. Jedenfalls sind die Taliban nicht besiegt. Wir werden gezwungen sein, in der Zukunft eben mit den Taliban das Gespräch zu suchen, so schwer das auch fallen mag. Wir müssen zumindest die Gemäßigten von ihnen an einen Tisch holen, und sie gibt es, man frage den früheren CDU-Politiker Todenhöfer, einen der wenigen Kenner der Region.

Die Frage wird auch sein, was mit dem Irak passiert. Wer will den Vormarsch der radikal-islamischen Isis stoppen? Haben die Amerikaner überhaupt das Recht, dort einzugreifen oder darf die Frage gar nicht mehr gestellt werden, weil Washington sich das Recht über Leben und Tod in aller Welt herausnimmt? Weil in Washington entschieden wird, ob man mit Drohnen eingreift, mit irgendwelchen Luftschlägen? Und dann ist alles wieder gut? Nein und nochmals nein. Was hat denn der Irak-Krieg der Amerikaner unter Mithilfe der Truppen aus anderen Ländern gebracht? Frieden? Es gibt keinen Tag, an dem nicht Anschläge in Bagdad und Umgebung mit unzähligen Toten gemeldet werden. Sieht so der Frieden aus?

Die SPD hätte guten Grund, gerade bei diesem Thema laut den Namen ihres und unseres damaligen Kanzlers Gerhard Schröder zu rufen. Schröder hatte im Jahre 2002 Nein zu einem Krieg im Irak gesagt. Dafür wurde er von den Konservativen und den Bush-Leuten kritisiert. Deutschland, Rot-Grün regiert, wurde als „altes Europa“ belächelt, US-Verteidigungsminister Rumsfeld spielte hier eine unrühmliche Rolle. Und es war die damalige Oppositionsführerin Angela Merkel, ja genau, die heutige Bundeskanzlerin, die in einem Gastbeitrag für die „Washington Post“ feststellte: „Herr Schröder spricht nicht für alle Deutschen.“ Das war eine jämmerliche Aussage, Frau Merkel, von der sie heute nichts mehr wissen will. Schröders Nein hat uns, die Deutschen, davor bewahrt, im Irak militärisch mitzumachen. Genutzt hat der ganze Einsatz ohnehin nur der Rüstungsindustrie, der Konflikt ist nicht gelöst. Siehe Isis. Man kann nur warnen vor einem erneuten Eingreifen.

Überhaupt der Nahe Osten. Libyens einstiger Machthaber Gaddafi ist weg, tot, das Regime abgelöst. Und? Nichts ist gelöst. In Ägypten sind wieder die Militärs an der Macht. In Syrien tobt ein Bürgerkrieg. Und der Ur-Konflikt im Nahen Osten zwischen Israel und den Palästinensern ist einer Lösung nicht einen Millimeter weitergekommen. In der Region sollen sich angeblich über 35000 Selbstmordattentäter aufhalten. Israelische Politiker wie Netanjahu erliegen seit vielen Jahren dem Irrglauben, mit Waffengewalt sei das Problem zu lösen. Wir brauchen ein selbständiges Palästina, ohne Flüchtlingslager, einen Staat für die Palästinenser, der es dem Volk ermöglicht, ein Leben in Sicherheit und Wohlstand zu führen, ein Land, das anerkannt wird von Israel. Und im Gegenzug muss die arabische Welt Israel anerkennen. Die Menschen in Tel Aviv und Jerusalem müssen ohne Angst leben können, ohne Angst vor Anschlägen. Dafür muss gearbeitet werden, dieser Konflikt muss endlich gelöst werden und zwar mit allen Parteien des Nahen und Mittleren Ostens. Auch der Iran ist hier einzubeziehen, auch der Libanon braucht endlich Frieden. Und das alles geht nicht mit Drohnen und nicht mit Luftschlägen. Und auch nicht mit einem Amerika, wenn es sich nur als Weltpolizei begreift und meint, überall das letzte Wort haben zu müssen.

Noch einmal: Peter Gauweiler hat Recht, wenn er gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr sein Wort erhebt, auch wenn diese vom Bundestag genehmigt worden sind. Ein Blick ins Grundgesetz genügt, um daran zu erinnern, was die Väter des Grundgesetzes wollten. Den Geist des Grundgesetzes sollten wir nicht länger ignorieren. Es ist an der Zeit abzurüsten, auch verbal. Wir können es auch mit den Worten des ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann sagen, der in seiner Antrittsrede als Staatsoberhaupt die Verpflichtung aller Politik zum Frieden betont hatte: „Nicht der Krieg ist der Ernstfall, sondern der Friede ist der Ernstfall, in dem wir uns alle zu bewähren haben.“

Bildquelle: © Bundeswehr/Lehmann

Print Friendly, PDF & EmailAusdrucken/PDF erstellen:
Teilen Sie diesen Artikel:
Instagram
Nächster Beitrag

Karl Otto Pöhl wird 85 –  Journalist, Politiker und Bankier 

Nächster Beitrag
Karl Otto Pöhl

Karl Otto Pöhl wird 85 -  Journalist, Politiker und Bankier 

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaut mal hier

  • Justizskandal im Sauerland: Das von Charlotte Merz, Ehefrau von Bundeskanzler Friedrich Merz, geleitete Amtsgericht erließ einen rechtswidrigen Durchsuchungsbeschluss gegen eine junge SPD-Frau 08.09.2025
  • Geschichtsrevisionismus: Basteln an der „zweiten Geburt“ 15.4.2025
  • Leak zu Zwei-Klassen-Struktur beim BSW - Sahras Knechte 22.2.2025
  • Sätze aus dem Wahlprogramm der AfD - und was sie bedeuten 18.2.2025
  • Kulturbegriff der AfD : Aufgeladen mit völkischer Ideologie 5.2.2025
  • Das Spiel der Lobbyisten und Politiker: Erik Ahrens – Ein tiefer Fall innerhalb der rechtsextremen Netzwerke 23.1.2025
  • Petition: Finger weg von unserer Demokratie, Herr Musk 3.1.2025

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 3.011 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

Werbung

[the_ad id="27291"]

Letzte Kommentare

  • Dr. Wolfgang Lieb bei Neue Realitäten – Deutschland braucht eine konzertierte Aktion. Gastbeitrag von Sigmar Gabriel und Matthias Machnig
  • Reinhard Riek bei Thüringen wieder als Mustergau? 100 Jahre danach: Parteitag der AfD in Erfurt
  • Elke Salewski bei Alle strafmündig, oder was?
  • Volker Brunell bei Kritik an Netanjahu hat mit Antisemitismus nichts zu tun – Und ist keine Israel-Feindschaft

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 3.011 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

  • Trending
  • Comments
  • Neueste
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

18. März 2024
Alice Weidel, Elon Musk und Esel, Screenshot Tik Tok

ARD-Wahlarena – Weidels Lügen sind Methode

18. Februar 2025
Feigenblatt

Alice Weidel: Das lesbische Feigenblatt und das Familienbild der AfD

1. Januar 2025
Screenshots von TikTok_Accounts aufgestachelter Bauern oder AfDlern oder anderen "Empörern"

Aufruf zur Bauerndemo in Berlin, AfD-Anhänger und andere Rechtsextreme mobilisieren.

24. Oktober 2024
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

Screenshot ARD-Mediathek zur Sendung von Caren Miosga

Talk bei Miosga: Die Entlarvung der Sahra Wagenknecht

Kriegszerstörungen in der Ukraine

Ukraine: Verantwortungsbewusstes Handeln statt gefährlicher moralischer Überheblichkeit

Mauer in der NS-Ordensburg Vogelsang mit NS-Adler im Mauerwerk

Lasst Höcke regieren!

Wochenmarkt, Zeichnung: Wolfgang Schieffer (Waldmaler.de)   

WOCHENMARKT: Von „zusammengekniffenen Po-Backen“  und der Lust am Abstrafen

21. Februar 2026
Wasserstoffkater 2026

Wasserstoffkater 2026

21. Februar 2026
Iran: Wo Frauen keine Rechte haben

Iran: Wo Frauen keine Rechte haben

20. Februar 2026
Mottowagen zur AfD beim Rosenmontagszug in Düsseldorf, 16.2.2026

AfD – Kriminelles und Kurioses vom rechtsextremen Rand Update 38

19. Februar 2026

BLOG DER REPUBLIK

Blog der Republik

Kategorien

  • Allgemein
  • Buchbesprechungen
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Politik
  • Wirtschaft

Kategorien

  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Standpunkte

Schlagwörter

AfD CDU Demokratie EU Frieden Merz NoAfD Rechtsextremismus Ukraine wehrhafte Demokratie

© 2026 Blog der Republik.

Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!

© 2025 Blog der Republik