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Home Politik

Iran: Wo Frauen keine Rechte haben

Ein Land, in dem pure Gewalt herrscht, Mord und Totschlag an der Tagesordnung sind

Alfons Pieper Von Alfons Pieper
20. Februar 2026
Iran: Wo Frauen keine Rechte haben

Protest für Freiheit und Frauenrechte

„Zwischen dem 16. September und Ende Dezember 2022 kamen im Iran mindestens 537 Demonstrierende, darunter 48 Frauen und mindestens 68 Kinder um, einige wurden zu Tode geprügelt.“ Zahlen am Ende eines den Leser berührendes Buches einer Autorin Nila, das den Titel trägt: „Auf den Straßen Teherans.“ Nila kämpft wie andere iranische Frauen für die Rechte von Frauen. Es ist die Zeit nach der Ermordung von Masha-Jina Amin, getötet von der Sittenpolizei des Mullah-Regimes. Sie kämpfen auf den Straßen, demonstrieren gegen diese nackte Gewalt-Herrschaft, sie überwinden ihre Angst, weil sie ständig damit rechnen müssen, verhaftet zu werden von diesen sogenannten Revolutionsgarden, die nichts anderes sind als Schlägertrupps, als Mörder. Damals, 2022, wie heute 2025. Sie schießen einfach auf unbewaffnete Menschen, bringen Zigtausende um. Ein widerliches Regime.

Ich bin kein Fan von US-Präsident Trump, der wahrlich kein Demokrat ist, dem Recht oder Unrecht wurscht sind, den das Leben von Menschen nicht interessiert, sondern allein der Deal, ein Dollar-Geschäft. Dass er US-Flugzeugträger in Marsch gesetzt hat, um den Mullahs mit einem Militärschlag zu drohen, mag den Aktivisten, den demonstrierenden Frauen auf den Straßen Teherans gefallen. Sie erhoffen sich den Sturz dieser elenden Diktatur, die seit 1979 den Iran beherrscht wie kein anderes Regime zuvor. Ich bin ein Gegner solcher Kanonenboot-Politik, die nur zum Krieg führen und die ganze Region in die Luft fliegen lassen kann. Zudem: Mit welchem Recht würden die USA gegen den Iran vorgehen? Weil sie die Atombomben der Mullahs fürchten, die sie im Begriff sind zu bauen? Oder sind die Trumps nur am Öl des Landes interessiert? Die Freiheit der Menschen, deren Leben zu sichern, das ist nicht Sache eines Milliardärs vom Schlage des US-Präsidenten, der selber dabei ist, die Demokratie in den Vereinigten Staaten zu zerschlagen, das Recht auszuhöhlen, der selber von sich behauptet: Ich, Donald Trump, bin das Recht. Heißt: Das Recht des Stärkeren entscheidet, die Stärke des Rechts spielt keine Rolle.

Wer das Buch liest über die Schicksale und Erlebnisse auf den Straßen Teherans,  der könnte dazu neigen, Trump Recht zu geben, zuzuschlagen in Teheran, um einen Regime-Change herbei zu bomben. Aber was wäre die Folge einer solchen Gewalt-Politik? Steckt hinter Trumps Drohungen nicht vielleicht auch Israels mehr als umstrittener Regierungschef Netanjahu? Gerade hat ein NGO-Bericht über die Gewalt von Israels Militär an 70 Journalisten berichtet, die in Gaza gefoltert worden waren, an denen teils sexuelle Gewalt verübt worden sei, die man ausgehungert und denen man medizinische Betreuung verweigert habe. Welche Rolle würde Netanjahus Militär spielen bei einer Invasion der US-Amerikaner im Iran? Welche Sprengkraft würde das entfalten können?

Solche Gedanken kommen dem Leser des Buches über das, was auf den Straßen des Iran so alles passiert ist und weiter passieren kann. Es ist völlig egal, welche Seite des kleinen Werkes sie aufschlagen, immer schlägt ihnen die Gewalt, der Terror der Mullahs entgegen. Während der Demonstrationen 2022 wurden 22000 Menschen inhaftiert, das sind Angaben der iranischen Regierung. Man muss davon ausgehen, dass die richtigen Zahlen viel höher liegen. Die erzwungenen Geständnisse von 37 Personen wurden im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt, noch bevor ihre Prozesse begonnen hatten. Während des Aufstands wurden 95 Journalisten festgenommen, 20 Journalisten sind derzeit im Iran inhaftiert. Stand: Juli 2023. All diese Angaben habe ich dem Anhang des Buches entnommen.

Unangemessene Kleidung

Der Fall der Masha Jina Amini im September 2022 hat die Proteste ausgelöst, sie war von der Sittenpolizei wegen „unangemessener Kleidung“ festgenommen worden. Sie stirbt am 16. September, nachdem sie ins Koma gefallen war. Die Behörden gaben an, sie sei an einem Herzinfarkt gestorben, nachdem sie zur Erziehung auf die Polizeiwache gebracht worden war. Kaum jemand glaubt diese Version, zumal Verletzungen an den Beinen des Opfers gesehen wurden. Dass sie gefoltert wurde, darf man annehmen, verprügelt, vielleicht vergewaltigt, vieles ist möglich, gar wahrscheinlich, in diesem Land, in dem Frauen nahezu rechtlos sind. Die Frauen gehen auf die Straße und protestieren gegen die Willkür der Mullah-Herrscher, es kommt zu Zusammenstößen, die Proteste weiten sich aus auf Isfahan, Rascht, Maschhad, das Regime setzt das Militär ein gegen die Demos, gegen Frauen und Kinder, es kommt zu Toten. Ende September werden 66 Menschen, darunter Kinder, getötet nach dem Freitagsgebet in Zahedan, dem Südwesten des Landes. Tage später stürzt sich eine Teenagerin  vom Dach eines Hauses. Die Behörden erklären, das Tragen des islamischen Schleiers werde mittels anderer Methoden durchgesetzt.

Das Regime habe beschlossen, auf die Augen der Demonstrierenden zu schießen, um sie direkt nach der Einlieferung ins Krankenhaus ausfindig zu machen. Wenn Geschosse im Arm, Bein oder Rücken landen, findet sich ein Weg, das Geschoss ohne Öffentlichkeit herauszunehmen. An anderer Stelle ist zu lesen: „Sie kommen in der Nacht, wecken dich und bringen dich in eine separate Zelle.. Sie schleifen dich durch den kalten Gefängnishof, unten wirbelnden Schneeflocken, die nach Metall riechen. Ohne deine Eltern oder deinen Anwalt zu informieren, vollstrecken sie ein Urteil, das nur wenige Stunden zuvor gefällt wurde, ohne dass du überhaupt anwesend warst.“

Brutalität, so Nila, sei unserer Nation nicht fremd, sie sei so alt wie unsere Geschichte. Aber das, was sie seit 1979 erleben, erleiden, wie Menschen umgebracht werden, ertränkt, ihnen die Augen ausgestochen werden, all das hat den Zorn der jungen Frauen gestärkt, hat sie bewusst dafür gemacht, „wenn wir jetzt nicht rausgehen, dann sind wir morgen diejenigen, die verhaftet, getötet, hingerichtet werden.“ Nila berichtet von Schlüsselmomenten, in denen sich Menschen der Bewegung anschließen, von Momenten, in denen sich Frauen ohne ihre Hijabs vor einer Mauer aus Polizisten aufstellen, in denen Bürgerrechtler und Bürgerrechtlerinnen Nachrichten aus ihren Foltergefängnissen schicken, in denen Anwälte und Anwältinnen von politischen Aktivisten selbst auch inhaftiert werden, in denen Demonstrantinnen hingerichtet werden.

Väterliches Gemetzel erlaubt

Nila schildert ein Glaubenssystem, das „väterliches Gemetzel“ erlaube, auch den Kindsmord, man liest es und erschaudert ob der Grausamkeit. Das Regime lässt Menschen umbringen und verlangt von der Familie, die Kosten der Kugeln zu bezahlen, sonst geben sie die Leichen nicht frei.

Die Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“ erhält mehr und mehr Zulauf, es geht nicht nur um Rechte der Frau, wie wir sie kennen, es geht auch über die Herrschaft über den Körper der Frau, über Besitzansprüche der Männer auf ihre Frauen, Töchter und Schwestern, bis die Männer merken, dass sie selber nicht die volle Verfügungsgewalt über ihre eigenen Körper haben, dass „das Regime sie nach Belieben schlagen, inhaftieren und töten kann.“ Und weil das so ist, wurden Männer, Frauen, quere Menschen zusammengeführt und eine nie dagewesene Einheit geschaffen, anders als es das islamische Patriarchat vorsah.

Die Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“ sei wie eine „Sintflut, deren Wellen gegen den Kopf der Islamischen Republik“ schlagen, schreibt Nila. Der Slogan sei zum „Rettungsanker des Volkes“ geworden, eine Rettung, die nicht, wie es der Koran vorschreibt,  aus den islamischen Lehren stammt, sondern einen anderen Ursprung hat und nun zu einer Sackgasse für eben diese religiösen Lehren wird.“

Unter Pseunonym

Nila schreibt unter Pseudonym, anders wäre sie längst verhaftet oder hingerichtet, das Regime lässt da ja keine Zweifel aufkommen an seiner Gewalt-Herrschaft. Jeder kann verhaftet, verurteilt, getötet werden, ohne eine Gerichtsverhandlung, wie wir das hier im Westen kennen. Ich erinnere mich an eine Rundfahrt durch den Iran vor Jahren, als das System die Zügel etwas lockerer ließ, als wir junge Mädchen auf den Straßen Teherans und Isfahans trafen, die geschminkt waren, die offene Schuhe trugen, in denen man ihre roten Fußnägel sehen konnte, die das Kopftuch wie einen Schmuck locker um das Haar und den Nacken trugen, um ihre Frisur zu zeigen, junge Frauen, die uns offen gegenüber traten, damit wir sie fotografierten, die uns immer wieder baten, besuchen Sie uns wieder, lassen Sie uns nicht allein. Wir lernten ein Land kennen, dessen Blütezeit Jahrzehnte zurück lag, wir übernachteten in früheren Sterne-Hotels, die aber fast verwahrlost wirkten, weil man seit 1979 nichts mehr erneuert hatte. Ja, wenn man diese fast fröhliche Stimmung hätte laufen lassen, räsonierten wir, bis unser Reiseleiter warnte: „Täuschen Sie sich nicht, die Sittenwächter der Revolutionsgarden haben sich nur versteckt, sie lauern in der zweiten Reihe und sie werden wieder zuschlagen, wenn sie Gefahr für das Regime wittern.“ Wie Recht er hatte.

Das Buch, heißt es in einem Beischreiben, „ist ein mutiges, bewegendes Zeugnis einer jungen Aktivistin, das einen tiefen Einblick in die gegenwärtigen Proteste und den mächtigen Widerstand iranischer Frauen gibt.“ Sie musste dieses Buch schreiben, so die Autorin, „um Zeugnis abzulegen von dem, was hier passiert. Dieses Buch ist ein Brief. Wenn Ihr ihn lest, denkt daran, dass wir unsere Stimme auch für euch erheben. Women.Life.Freedom kämpft für die Rechte aller Menschen.“

Nila: Auf den Straßen Teherans. Pfaueninsel. 2026. 120 Seiten. 18 Euro. ISBN 978-3-69131-008-5

 

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