Wenn es noch eines letzten Beweises bedurft hätte – mit dem Überfall der USA auf Venezuela hat US-Präsident Donald Trump diesen Beweis nun endgültig geliefert: Die Welt steht vor einer neuen Etappe des offenen Imperialismus. Drei Despoten – der Amerikaner Donald Trump, der Russe Wladimir Putin und der Chinese Chi Ching Ping teilen sich die Welt auf. Ohne Skrupel, jenseits allen Rechts, dafür mit zynischer Brutalität. Der Rest der Welt muss sich auf extrem harte und gefährliche Zeiten einstellen.
Der Enthauptungs-Schlag in Venezuela war von Washington offensichtlich militärisch gründlich, politisch aber äußerst fadenscheinig vorbereitet. Militärisch mit Angriffen auf angebliche Drogen-Boote, bei denen US-Militärs über hundert Menschen töteten. Willkürlich ohne Beweise, ohne Rechtsgrundlage. Politisch sollte der venezolanische Despot Nicolas Maduro so als oberster Drogenschmuggler entlarvt werden, wofür es nach Ansicht internationaler Beobachter indes keinerlei Belege gibt. Doch Trump geht es natürlich auch gar nicht um die Rettung der Demokratie in Venezuela, es geht ihm auch nicht um Drogen, es geht ihm darum, einen unliebsamen politischen Gegner in seinem „Hinterhof“ auszuschalten. Und es geht ihm vor allem um eines: um die riesigen Ölvorräte in dem südamerikanischen Land, auf die er zugreifen will.
Trump stößt damit zugleich eine unmissverständliche Drohung an all seine politischen Widersacher in Süd- und Mittelamerika aus – sei es in Kuba, Mexiko oder Brasilien. Und – ja – auch in Europa. Wer sich dem Herrscher in Washington entgegenstellt, muss mit dem Schlimmsten rechnen – von Wahlmanipulationen, über Mord bis hin zum Umsturz. Waren es in Argentinien noch Trumps Milliarden, die seinem Gesinnungsgenossen Javier Milei beim Machterhalt halfen, so setzte er in Venezuela nun auf nackte Gewalt.
Dass Maduro sich zu einem im Volk unbeliebten Despoten entwickelt hatte, wird die internationalen Reaktionen auf Trumps Piraten-Aktion wahrscheinlich ebenso mildern wie die Furcht, sich den Zorn des Wüterichs in Washington zuzuziehen. Doch klammheimliche Freude über das Ende des Despoten Maduro verbietet sich: Wenn es einem Staat – ob Russland, China oder den USA – „erlaubt“ wird, ein anderes Land zu überfallen, dann ist das internationale Recht nichts mehr wert, dann sind Demokraten ebenso bedroht wie Despoten. Dann herrscht Willkür statt Recht.
Wir stecken ja längst in diesem fürchterlichen Szenario: Trump ist dabei, sich den gesamten amerikanischen Kontinent als eine Art Besitz zu sichern. Und große Teile Europas als eine Art Kolonie. Wer sich widersetzt, wird niedergemacht. Und so ergibt es auch einen Sinn, wie Trump sich gegenüber Putin verhält: Auch dem Diktator in Moskau billigt der Amerikaner einen „HInterhof“ zu, in dem dieser schalten und walten kann, wie er will. Die Ukraine ist dabei nur das bislang größte Opfer des Kreml-Herrschers, der mit Trump offenbar schon längst ein ausgesprochenes oder stillschweigendes Abkommen getroffen hat über die Aufteilung der Welt.
Der dritte im Bunde der Diktatoren ist Chinas Chi Ching Pin. Der derzeit heftige Konflikt zwischen Trump und Chi betrifft dabei vor allem die ökonomischen Interessen der beiden Supermächte. Hier sind die Sphären noch nicht abgesteckt. Das ökonomische Engagement Pekings in Afrika und vor allem in Südamerika ist den USA schon lange ein Dorn im Auge. Dass sich Peking Taiwan einverleiben will, dürfte indes genau Trumps Logik entsprechen. Hier sind zwei Szenarien denkbar: Entweder Peking und Washington teilen sich die weltweite Beute und einigen sich „friedlich“ auf ihre Einflussbereiche oder der Welt droht ein verheerender (Handels-) Krieg der Supermächte.
Und was bedeuten diese Dystopie für Europa? Kann die EU mit ihren über 450 Millionen Einwohnern ein Hort der Demokratie, der Menschenrechte und des Wohstands bleiben, während der „Rest der Welt“ am Abgrund steht? Können die Europäer den Despoten Widerstand leisten? Und fast noch wichtiger: Wollen sie es überhaupt? Haben sie sich gegenüber Trump nicht längst für Unterwürfigkeit statt Widerspruch entschieden?
Die Trump-Administration hat das liberale Europa längst als Feind identifiziert. Das geht aus den Strategie-Papieren des Weißen Hauses eindeutig hervor. Washington unterstützt in allen europäischen Ländern politische Extremisten, die die Demokratie unterwandern und die die EU in ihrer jetzigen Form abschaffen wollen. Italien ist schon an die Rechtsextremen gefallen, als nächstes droht Frankreich zu kippen. Und Trumps Leute setzen gemeinsam mit Putin auch im größten Land Europas, in Deutschland, auf einen Machtwechsel – sie setzen offen auf die rechtsextreme AfD. So wird Europa mehr und mehr vom ernstzunehmenden Akteur zur einfachen Beute.
Wer also glaubt, bei dem Überfall der USA auf Venezuela handele es sich um einen begrenzten – und womöglich sogar gerechtfertigten – Angriff, der fällt auf die US-Propaganda herein und verkennt die Dimension und den Kontext der Aggression. Dieser Angriff jenseits allen Rechts ist nur ein weiterer Mosaikstein in den menschenverachtenden Strategien von Trump, Putin und Chi. Die Europäer dürfen dazu nicht schweigen, sie müssen das Unrecht klar anprangern. Und sich gleichzeitig selbst gegen weitere verbale, politische und ökonomische Übergriffe aus Washington wappnen.
Doch es bedarf keiner kühnen Hellseherei, um vorauszusagen: Die Europäer werden wieder einmal vor dem Mann in Washington kuschen. In der falschen Hoffnung, Trump so besänftigen zu können. So macht man es den Diktatoren der Welt zu leicht. Selbstbetrug und Feigheit sind keine Lösung, sie waren es noch nie.














Wer Donald Trump, Wladimir Putin und Chi Ching Ping in eine Schublade packt, der verkennt die Lage.
Wer hat denn das weltgrößte Militär? Wer führt denn die weltweit meißten Kriege? Wer erhebt Anspruch auf ganz Amerika, auf Grönland und unterhält noch jede Menge Stützpunkte auch in Deutschland?
Und wer bringt derzeit die meißten Lügen auf die Welt? Ich kann es nicht fassen, wie das Jahr 2026 anfängt. Ich will mir nicht vorstellen, was passiert, wenn Trump nicht gestoppt wird. Doch mit alle in einen Topf werfen, werden wir die Despoten dieser Welt nicht los!
Zu den europäischen Politikern äußere ich mich nicht mehr. Mir ist die Zeit zu schade mich mit Leuten zu befassen, die keine Politik für Menschen machen und nur dem Geldadel dienen.