• Über uns
  • Freund*innenkreis
  • Verein
  • Autor*innen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Archiviert
  • Contra AfD
Montag, März 23, 2026
Blog der Republik
Advertising
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Blog der Republik
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Home Politik

Statt Wahlkampf um Posten wäre mal angesagt, die überfälligen Hausaufgaben im Bereich Pflege zu erledigen

Klaus Vater Von Klaus Vater
21. April 2021
Gefahr - Symbolbild

Können wir jetzt – bitteschön – die Sphäre der politischen Hysterie wieder verlassen, um uns den Problemen zuzuwenden, die auf uns wie Tsunamis zurollen? Also weg von den Herz- und Schmerz-Kandidaten wie Kandidatinnen und hinein in den Teil der Gesellschaft, wo´s wirklich weh tut.

Ich denke an die Situation im Bereich der Altenpflege. Gegenwärtig streiten sich die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di und die Arbeitgeber in der Altenpflege darum, ob alle berechtigten Pflegekräfte den Pandemie-Bonus von 1500 Euro erhalten hätten, der 2020 zugesagt worden war. Zahlen hat die Gewerkschaft nicht, sie stützt sich auf Ausarbeitungen eines Steuerberatungsunternehmens; die Arbeitgeber sagen, sie hätten ihre Pflicht der Weitergabe von zwei Dritteln des Bonus erledigt. Wer kann das klären?

2019 hatte der Bundesgesundheitsminister zugesagt, Mittel für die Bezahlung von 13 000 Pflegekräften bereit zu stellen. Knapp 3000 Stellen sind bislang besetzt. Die Spahn- Initiative  zum Anwerben von Pflegekräften im Ausland, die hier helfen sollte, ist stecken geblieben. Der Bundesrechnungshof hat bereits in einem Bericht ziemlich rigide dazu aufgefordert, in diesem Fall die Reißleine zu ziehen. Denn im Fonds zur Finanzierung der 13 000 Arbeitskräfte liegen über 1000 Millionen € ungenutzt herum. 

Auch das ist kennzeichnend: Vergangenes Jahr haben fast 10 000 Pflegefachkräfte ihre Arbeit an den  Nagel gehängt – überwiegend Pflegerinnen und Pfleger aus den Krankenhäusern, aber auch aus der stationären wie der ambulanten Altenpflege. Viele Pflegerinnen und Pfleger können einfach nicht mehr. Das hat einen erstaunlichen Effekt: Die verbleibenden Pflegekräfte arbeiten weit über ihre physischen und psychischen Möglichkeiten hinaus weiter – bis zum völligen Ausgebrannt sein.

Nun hat der Minister weitere 20 000 Pflegehilfskräfte in Aussicht gestellt, die von der Pflegeversicherung bezahlt werden sollen. Woher die kommen sollen, ist offen.

Ein Gesetz zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung, für diese Legislaturperiode von der Koalition beschlossen und zugesagt, hat bisher nicht einmal die Qualität eines Referentenentwurfs erreicht. Ein Arbeitspapier enthält eine Fülle Detailregelungen, freilich kaum etwas, das die Pflegeversicherung voranbringt, indem Belastungen neu austariert und Finanzierungsfragen gelöst würden.

Die Kosten der Behandlungspflege, also die durch ärztliche Tätigkeit an Pflegebedürftigen ausgelösten Kosten, bleiben weiterhin an den Pflegeversicherungen hängen. Sachlich richtig wäre eine Zuordnung zu den Krankenkassen.

Das Arbeitspapier spricht davon, dass Pflegeeinrichtungen in der Zukunft nur dann noch Verträge mit den Pflegekassen abschließen könnten, wenn Tarifentgelte gezahlt würden. Wie die geschätzten sechs bis sieben Milliarden Euro gegenfinanziert werden sollten, wird nicht gesagt. In Klammern geschrieben: Wo keine Tarifentgelte vereinbart würden, sollten ortsübliche Löhne und Gehälter möglich sein. Das ist schlicht Mogelei.

Vor allem bleibt unklar, wie die steigende Belastung der Pflegebedürftigen in Heimen durch Unterhalts-, Hotel- und Investitionskosten gestoppt werden könnte. Der Bremer Pflegewissenschaftler Professor Heinz Rothgang ist jedenfalls enttäuscht. Im Arbeitspapier steht, dass Heimbewohner im ersten Jahr um 25 Prozent, im zweiten Jahr um 50 und im dritten Jahr um 75 Prozent entlastet werden sollten. Ursprünglich sollten alle Eigenanteile auf 700 € im Monat begrenzt, also gedeckelt werden. Rothgang: „Ich war richtig glücklich.“

Und nun: Der neue Vorschlag sei nur „initial“ wirksam, er entfalte keine nachhaltige Wirkung. Der Anteil der Sozialhilfeempfänger unter den Pflegebedürftigen werde im Vergleich zum Status quo steigen, während er nach den ursprünglichen Spahn-Plänen sogar gesunken wäre. “Der neue Vorschlag ist Kaufen von Zeit und das Verschieben von Problemen auf die nächste Legislaturperiode“, so Rothgang. (ÄrzteZeitung vom 18.April 2021)

Kurz vor Ostern gab es ein Gespräch zwischen dem Minister und den zuständigen Abgeordneten der SPD –Fraktion. Der Minister habe das Gespräch wegen weiteren Klärungsbedarfs abgebrochen, hieß es. Ob der Spruch gilt: Kommt Zeit, kommt Rat, ist sehr zweifelhaft. Denn: Der Schätzerkreis beim Bundesamt für Soziale Sicherung erwartet für 2021 Ausgaben von 274,9 Milliarden der Gesetzlichen Krankenversicherung bei Einnahmen von 223,7 Milliarden Euro. Macht eine Differenz von 51,2 Milliarden Euro. Gegenzurechnen sind gut 20 Milliarden regulärer und außerordentlicher Bundeszuschuss. Bleiben 30 Milliarden, die durch Rücklagen zu decken wären. Die soziale Pflegeversicherung wird unter Minister Spahn „multimorbid“.

Bildquelle: Pixabay, Bild von Christian Dorn, Pixabay License

Print Friendly, PDF & EmailAusdrucken/PDF erstellen:
Teilen Sie diesen Artikel:
Instagram
Tags: AltenpflegeGesundheitsminister SpahnPersonalmangelPflegeSystemversagen der PflegepolitikWahlkampf statt Politik
Vorherigen Post

Zum virtuellen Wasser und Wasserfußabdruck. Teil 1

Nächster Beitrag

Kriminelles Chaos ist keine Folklore – Merkwürdiger Ausdruck der Freude aufs neue Jahr

Nächster Beitrag
Abgebranntes Feuerwerk und Böller

Kriminelles Chaos ist keine Folklore - Merkwürdiger Ausdruck der Freude aufs neue Jahr

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaut mal hier

  • Justizskandal im Sauerland: Das von Charlotte Merz, Ehefrau von Bundeskanzler Friedrich Merz, geleitete Amtsgericht erließ einen rechtswidrigen Durchsuchungsbeschluss gegen eine junge SPD-Frau 08.09.2025
  • Geschichtsrevisionismus: Basteln an der „zweiten Geburt“ 15.4.2025
  • Leak zu Zwei-Klassen-Struktur beim BSW - Sahras Knechte 22.2.2025
  • Sätze aus dem Wahlprogramm der AfD - und was sie bedeuten 18.2.2025
  • Kulturbegriff der AfD : Aufgeladen mit völkischer Ideologie 5.2.2025
  • Das Spiel der Lobbyisten und Politiker: Erik Ahrens – Ein tiefer Fall innerhalb der rechtsextremen Netzwerke 23.1.2025
  • Petition: Finger weg von unserer Demokratie, Herr Musk 3.1.2025

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 3.003 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

Werbung

[the_ad id="27291"]

Letzte Kommentare

  • Annette Holze bei Die neue Missbrauchsstudie der Universität Paderborn geht uns alle an
  • Philipp bei KI in der Landesverteidigung – Warum mehr Tempo nicht mehr Sicherheit bedeutet. Gastbeitrag von Axel Fersen und Karl Hans Bläsius
  • Theo Schweiger bei Missbrauch in der Kirche: Täter werden geschont
  • Philipp bei Der nächste Energiekrieg. Die Folgen des Irankrieges auf die Preise von Gas und Strom in Europa waren absehbar

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 3.003 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

  • Trending
  • Comments
  • Neueste
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

18. März 2024
Alice Weidel, Elon Musk und Esel, Screenshot Tik Tok

ARD-Wahlarena – Weidels Lügen sind Methode

18. Februar 2025
Feigenblatt

Alice Weidel: Das lesbische Feigenblatt und das Familienbild der AfD

1. Januar 2025
Screenshots von TikTok_Accounts aufgestachelter Bauern oder AfDlern oder anderen "Empörern"

Aufruf zur Bauerndemo in Berlin, AfD-Anhänger und andere Rechtsextreme mobilisieren.

24. Oktober 2024
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

Screenshot ARD-Mediathek zur Sendung von Caren Miosga

Talk bei Miosga: Die Entlarvung der Sahra Wagenknecht

Kriegszerstörungen in der Ukraine

Ukraine: Verantwortungsbewusstes Handeln statt gefährlicher moralischer Überheblichkeit

Mauer in der NS-Ordensburg Vogelsang mit NS-Adler im Mauerwerk

Lasst Höcke regieren!

SPD-Banner

Stehen statt Ducken oder Drehen

23. März 2026
Verkehrsschild U-Turn

Wo ist der Ausweg der SPD? CDU gewinnt die Wahl in Rheinland-Pfalz

22. März 2026
Buch-Titelbild "Griff nach Gold", Papyrossa-Verlag

Fußball, Politik und Geld – eine unheilvolle Allianz

22. März 2026
Wochenmarkt, Zeichnung: Wolfgang Schieffer (Waldmaler.de)   

WOCHENMARKT: Von Machtwechseln, Fehlgriffen und Teppich-Basaren – Eine kleine Geschichte der Bundespräsidentenwahlen

21. März 2026

BLOG DER REPUBLIK

Blog der Republik

Kategorien

  • Allgemein
  • Buchbesprechungen
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Politik
  • Wirtschaft

Kategorien

  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Standpunkte

Schlagwörter

AfD CDU Demokratie EU Frieden Merz NoAfD Rechtsextremismus Ukraine wehrhafte Demokratie

© 2026 Blog der Republik.

Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!

© 2025 Blog der Republik