• Über uns
  • Freund*innenkreis
  • Verein
  • Autor*innen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Archiviert
  • Contra AfD
Donnerstag, Februar 5, 2026
Blog der Republik
Advertising
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Blog der Republik
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Home Politik

Afghanistan: Krieg oder Frieden? – Deutschland darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen – Hans Wallow fragt Prof. Matin Baraki

Hans Wallow Von Hans Wallow
18. Juni 2021
Soldaten in Afghanistan

Bis September will die NATO, auch die Bundeswehr, ihre Truppen aus Afghanistan abziehen. Der Militäreinsatz war insgesamt ein Fehlschlag, hat Milliarden an Steuergeldern und zahlreichen Menschen auf allen Seiten das Leben gekostet.

Deutschland hat seit dem Kaiserreich einen guten Ruf in dem Land am Hindukusch. Den könnte es verspielen, wenn nicht alle zivilen Mitarbeiter in Deutschland einen sicheren Aufenthalt unbürokratisch gewährt bekommen.

Prof. Matin Baraki ist Afghane und lehrt seit längerem an der Universität Marburg. Mit ihm sprach unser Autor Hans Wallow.

Hans Wallow: Bis September soll die NATO ihre Truppen aus Afghanistan abziehen. Welche Folgen hat das für das Land und werden die Taliban die Macht in Kabul übernehmen?

Matin Baraki: Nur wenn man alle Faktoren kennt, ist eine wissenschaftliche Vorhersage im eigentlichen Sinne möglich. Wir wissen vieles, aber nicht alles über die US-Strategie in und um Afghanistan. Dennoch könnte man von folgenden Optionen ausgehen. Unmittelbar nach dem Rückzug der NATO-Einheiten könnte die politische und militärische Elite Afghanistans die Flucht ergreifen, lieber ein ruhiges und schönes Leben im Exil bevorzugen, als sich auf einen erneuten Krieg mit den Taliban einzulassen; dann wären die Taliban die alleinigen Herrscher des Landes, wie schon ab 1996. Würde es der US-Administration gelingen, mit vielseitigen finanziellen und entwicklungspolitischen Angeboten die Taliban für eine Koalitionsregierung mit der Kabuler Administration zu gewinnen, könnte eine für afghanische Verhältnisse relativ reibungslose Transformation stattfinden.

Hans Wallow: Brechen die alten Gegensätze zwischen den einstigen Bürgerkriegsparteien und ethnischen Großgruppen wieder aus?

Matin Baraki: Gibt es keine Vereibarungen, würde es sehr wahrscheinlich zu einem Bürgerkrieg wie 1992 kommen, als Kabul weitgehend zerstört wurde und über 50.000 Menschen ums Leben kamen.

Hans Wallow: Sie haben vor langer Zeit ein Friedenskonzept erarbeitet. Wie sieht das aus?

Matin Baraki: Die USA haben augenscheinlich keinen Plan B für Afghanistan, zumindest haben sie einen solchen bisher nicht offengelegt. Meines Erachtens wäre unbedingt der Einsatz einer UN-Blauhelmtruppe notwendig, bestehend aus den Blockfreien Staaten und der Organisation der Islamischen Staaten, die die NATO-Einheiten ablösen und ausnahmsweise mit einem robusten Mandat ausgestattet werden sollte, um für eine Übergangsphase bis zu einer Stabilisierung der innerafghanischen Verhältnisse für Frieden zu sorgen. Alles andere wäre: Nach uns die Sinnflut.

Hans Wallow: Was kann Deutschland dafür tun?

Matin Baraki: Die Bundesregierung könnte zu einer inner-afghanischen Konferenz einladen, nicht wie 2001 auf dem Petersberg bei Bonn ohne die afghanische Zivilgesellschaft, ohne afghanische Diaspora und ohne Taliban, sondern dieses Mal unbedingt unter Beteiligung der genannten Gruppen. Darüber hinaus muss die zugesagte Hilfe an die afghanische Administration erweitert aber nur projektgebunden gewährt werden, damit überprüfbar ist, wofür die Mittel eingesetzt worden sind.

Es sollte im Rahmen des Ministeriums für Wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung ein Sonderausbildungsprogramm – eine Facharbeiterausbildung – für die jungen nach Deutschland geflüchteten Afghanen in Angriff genommen werden. Diese jungen, motivierten Afghanen sollten in den verschiedensten handwerklich-gewerblichen Berufen nach den Bedürfnissen Afghanistans ausgebildet werden. Danach soll ihnen, mit einem projektgebundenen Startkapital von ca. 20.000 Euro ausgestattet vor Ort in Zusammenarbeit mit internationalen NGOs – nach NATO-Angaben sind etwa 6000 am Hindukusch tätig – , mit der Entwicklungsorganisation der Vereinten Nationen und deutschen entwicklungspolitischen Organisationen ermöglicht werden, eine eigene Existenz für sich und ihre Familien aufzubauen und so dazu beizutragen, sowohl ihrem Heimatland als auch sich eine Zukunftsperspektive zu geben.

Vielen Dank für das Gespräch.

Bildquelle: flickr, Defence Images, CC BY-SA 2.0

Print Friendly, PDF & EmailAusdrucken/PDF erstellen:
Teilen Sie diesen Artikel:
Instagram
Tags: AfghanistanBundeswehreinsatz AfghanistanFriedengescheiterter FriedenKriegNATOVerantwortung für Afghanistan
Vorherigen Post

Zum virtuellen Wasser und Wasserfußabdruck. Teil 1

Nächster Beitrag

Kriminelles Chaos ist keine Folklore – Merkwürdiger Ausdruck der Freude aufs neue Jahr

Nächster Beitrag
Abgebranntes Feuerwerk und Böller

Kriminelles Chaos ist keine Folklore - Merkwürdiger Ausdruck der Freude aufs neue Jahr

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaut mal hier

  • Justizskandal im Sauerland: Das von Charlotte Merz, Ehefrau von Bundeskanzler Friedrich Merz, geleitete Amtsgericht erließ einen rechtswidrigen Durchsuchungsbeschluss gegen eine junge SPD-Frau 08.09.2025
  • Geschichtsrevisionismus: Basteln an der „zweiten Geburt“ 15.4.2025
  • Leak zu Zwei-Klassen-Struktur beim BSW - Sahras Knechte 22.2.2025
  • Sätze aus dem Wahlprogramm der AfD - und was sie bedeuten 18.2.2025
  • Kulturbegriff der AfD : Aufgeladen mit völkischer Ideologie 5.2.2025
  • Das Spiel der Lobbyisten und Politiker: Erik Ahrens – Ein tiefer Fall innerhalb der rechtsextremen Netzwerke 23.1.2025
  • Petition: Finger weg von unserer Demokratie, Herr Musk 3.1.2025

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 3.017 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

Werbung

[the_ad id="27291"]

Letzte Kommentare

  • Philipp bei Donald allein zuhaus – Voller Mitleid von Gerd Eisenbeiß
  • Fritz Goergen bei Vor und hinter der politischen Kulisse – Ein Nachruf auf Peter Radunski
  • Dr. Marianne Bäumler bei Putins Repression ist totalitär und imperial. „DAS VERSAGEN“ – Eine notwendige Kritik am deutschen Appeasement.
  • Philipp bei Die Europäer reiten geopolitisch ein totes Pferd. Nida-Rümelins Buch „Der Epochenbruch“

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 3.017 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

  • Trending
  • Comments
  • Neueste
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

18. März 2024
Alice Weidel, Elon Musk und Esel, Screenshot Tik Tok

ARD-Wahlarena – Weidels Lügen sind Methode

18. Februar 2025
Screenshots von TikTok_Accounts aufgestachelter Bauern oder AfDlern oder anderen "Empörern"

Aufruf zur Bauerndemo in Berlin, AfD-Anhänger und andere Rechtsextreme mobilisieren.

24. Oktober 2024
Feigenblatt

Alice Weidel: Das lesbische Feigenblatt und das Familienbild der AfD

1. Januar 2025
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

Screenshot ARD-Mediathek zur Sendung von Caren Miosga

Talk bei Miosga: Die Entlarvung der Sahra Wagenknecht

Kriegszerstörungen in der Ukraine

Ukraine: Verantwortungsbewusstes Handeln statt gefährlicher moralischer Überheblichkeit

Mauer in der NS-Ordensburg Vogelsang mit NS-Adler im Mauerwerk

Lasst Höcke regieren!

Barack Obama und Dmitri Medwedew bei der Unterzeichnungszeremonie von New START in Prag (2010)

Erklärung der VDW-Studiengruppe „Europäische Sicherheit und Frieden“ zum Auslaufen des New-START-Vertrages am 5. Februar 2026

4. Februar 2026
MArk speich, Nathanael Liminski und MP Hendrik Wüst

Wüst überschätzt sich – NRW-Ministerpräsident in Berlin nicht besonders gefragt/Merz richtet sich auf zweite Amtszeit ein

3. Februar 2026
Anti AfD-Plakat

AfD weiter auf dem Weg nach ganz Rechtsaußen und durchsetzt von Kriminellen – Keine Alternative für Deutschland

2. Februar 2026
Rita Süßmuth. Bundestag 2023

Wer nicht kämpft, hat schon verloren – In Gedenken an Rita Süssmuth (1937–2026)

2. Februar 2026

BLOG DER REPUBLIK

Blog der Republik

Kategorien

  • Allgemein
  • Buchbesprechungen
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Politik
  • Wirtschaft

Kategorien

  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Standpunkte

Schlagwörter

AfD CDU Demokratie EU Frieden Merz NoAfD Rechtsextremismus Ukraine wehrhafte Demokratie

© 2026 Blog der Republik.

Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!

© 2025 Blog der Republik