Rund 3 Millionen Menschen sind zurzeit als arbeitslos gemeldet. Die Konjunktur zieht inzwischen etwas an, doch nach wie vor haben wir einen gespaltenen Arbeitsmarkt: Millionen Menschen werden ihren Job verlieren, viele hunderttausend oder gar Millionen werden als gut ausgebildete Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen gesucht. Es geht dabei um Fachverkäufer in Bäckereien oder Metzgereien, um Experten für die Pflege, im Krankenhaus und in Arztpraxen. Und natürlich sind es Fachleute für die künstliche Information und den Bereich der Computer-Technologie, die fast überall in Deutschland gesucht werden.
5 Millionen Arbeitskräfte fehlen bis 2035
Die Arbeitsmarkt-Experten mahnen seit langem, dass unser Arbeitsmarkt sich enorm wandelt: In den nächsten 10 Jahren werden mindestens 5 Millionen Menschen aus dem Arbeitsprozess ausscheiden. In vielen Betrieben und öffentlichen Unternehmen hat man nur im geringen Umfang bemerkt, dass Ausbildung wirklich not tut. Ohne enorme Anstrengungen werden viele Firmen kaum noch existieren können. Denn tüchtige Gesellen und Meister sowie gute Fachkräfte müssen in Firmen ausgebildet werden. In keinem anderen EU-Staat ist die Erwerbsbevölkerung so alt wie in Deutschland: Von den jetzt rund 41 Millionen Menschen im Job, sind heute
9,8 Millionen im Alter von 55 bis 64 Jahren. Das sind 24 % aller Erwerbstätigen. Im Schnitt der EU beträgt dieser Anteil etwa 20 %; nur in Italien sind es 23 % und in Bulgarien gut 22 %. Die wenigsten älteren Erwerbstätigen in der EU sind mit 10,8 % in Malta, nur 12,8 % in Luxemburg sowie mit 15,2 % in Polen.
Bis 2029 noch längere Zeit bis zur Rente
In der Tat gehen die Bewohner der Bundesrepublik Deutschland immer noch stärker in den Ruhestand: Das Rentenalter beträgt im Schnitt 64,7 Jahre – bei Frauen 63 Jahre, für Männer 63,1 Jahre. Der wichtigste Grund dafür ist der Anstieg des gesetzlichen Rentenalters – bis 2029 auf 67 Jahre.
Wie stark sich die gesetzlich geförderte Rente, die pro Monat 2000 Euro für Ältere steuerfrei lässt, in der Realität auswirken wird, lässt sich in den nächsten Monaten erst feststellen.
Ohne die Ausbildung noch stärker in den Vordergrund zu stellen, wird es starke Einbrüche in vielen Branchen geben. Schon heute bleiben Restaurants zwei bis drei Tage geschlossen, weil kein Personal dafür zu finden ist. Die Viertage-Woche in vielen Handwerker-Berufen hat sich ebenfalls zum Teil durchgesetzt – aus Personalnot. In den Handelsbereichen machen viele Unternehmer ein, zwei oder drei Tage den Laden nicht auf: Es fehlt nämlich das Personal. Zu dem stark verbesserten gesetzlich verordneten Mindestlohn sind immer weniger Frauen oder Männer für viele Bereiche zu finden. In vielen Branchen wird es gar in wenigen Jahren Ausfälle von Betrieben geben, weil es in Bäckereien, Floristikbetrieben und vielen anderen kein Personal mehr gibt. In vielen Unternehmen versuchen sie es mit Automaten. Menschen zu bedienen ist den Deutschen nicht besonders lieb: Deshalb sind es vor allem Türken, Portugiesen, Eritreer und viele andere Nationen, die hier in Deutschland viele Betriebe noch am Laufen halten.













