Artikel von Joke Frerichs

Joke Frerichs

Joke Frerichs, Dr. rer. pol.; Studium der Politikwissenschaft; Soziologie; Philosophie; Germanistik, lebt als freier Autor in Köln. Zuletzt erschien sein Roman Das Haus des Dichters (2016) und das Journal Inside Out. Die Welt lässt sich nicht umarmen (2016)


Politik
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„Mehr Demokratie wagen“. Überlegungen zu einem zeitgemäßen Politikverständnis

„Mehr Demokratie wagen“ forderte einst Willy Brandt in seiner ersten Regierungserklärung als neu gewählter Bundeskanzler. Das ist einige Zeit her. Die Forderung hat an Aktualität indes nichts verloren. In Zeiten der Hegemonie des Neoliberalismus und der Verwerfungen der Globalisierung scheint ein Denken in Alternativen nicht mehr möglich zu sein. Angesichts der Erstarrung der politischen Verhältnisse…

Abschied
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Gegen das Vergessen: Der Roman „Die Annäherung an das Glück“ von Günter Steffens

Der 1976 erschienene Roman ist nur einem kleinen Kreis von Interessierten bekannt. Im  umtriebigen Literaturbetrieb waren Roman und Autor schnell vergessen. Zu Unrecht. Dieter Wellershoff, dem der Roman gewidmet ist, hielt ihn für ein Meisterwerk. Er hatte Günter Steffens während seiner Zeit als Lektor im Verlag Kiepenheuer & Witsch betreut. Und ihm ist es wohl…

Buchtitel "Lachmunds Freunde"
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Gegen das Vergessen: Der Roman „Lachmunds Freunde“ von Karl Mickel

Karl Mickels Roman Lachmunds Freunde ist nur wenigen Eingeweihten bekannt. Ich stieß durch Hinweise in den biografischen Skizzen von F.C. Delius auf ihn. Dieser hatte Mickel in seiner Zeit als Lektor des Rotbuch-Verlages kennen und schätzen gelernt. Der Roman besteht aus zwei Teilen: der erste Teil erschien 1991; der zweite Teil bricht kurz vor Vollendung…

Identität, Selbstbild
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Erinnerung und Sprache

Es könnte interessant sein, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie man von dem erzählen könnte, was einem an Erinnerungen im Gedächtnis ist? Diese Frage stellt sich auch einer der Protagonisten des Romans Perlmanns Schweigen von Pascal Mercier. In einem Beitrag zu einem Kolloquium von Sprachwissenschaftlern schreibt dieser: Ich werde darlegen, dass und in welchem…

Die Menschliche Kommödie
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Wiedergelesen: Notizen zur Menschlichen Komödie von Balzac

Es handelt sich bei der Menschlichen Komödie um eine meisterhafte Form von Gesellschaftskritik aus der Sicht eines Intimkenners bürgerlicher Lebensverhältnisse. Sie ist nur einem Autor möglich, der selbst tief in diese Verhältnisse verstrickt ist und der jede scheinbar noch so unbedeutende Regung bürgerlichen Lebens wahrnimmt. Balzacs Sensibilität speist sich aus der Kenntnis der Antinomien bürgerlicher…

Virginia Woolf Briefmarke
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 Die Suche nach Identität – Anmerkungen zum Roman „Die Wellen“ von Virginia Woolf –

Fragen der Identität spielen gegenwärtig eine große Rolle. In Zeiten der Globalisierung fühlen sich die Menschen zunehmend anonymen Entwicklungen ausgeliefert, die sie nicht durchschauen oder beeinflussen können und die ihnen als alternativlos dargestellt werden. Das Bedürfnis nach  vertrauten Nahräumen wächst. Der Begriff Heimat hat Konjunktur. Im politischen Raum wird die Forderung nach einer „Leitkultur“ erhoben,…

Symbolbild 2017
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Episoden aus 2017

Schicke meinen Text Der Idealist und der Zweifler, der im Blog der Republik erschienen ist, an meinen alten Deutschlehrer Manfred Peter, der abwechselnd in Spanien und Kolumbien lebt. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung eines Schulaufsatzes von 1967. Er antwortet mir wie folgt: Ich erinnere mich sehr gut an Ihren Aufsatz von damals und bewundere…

Karl Marx, Das Kapital
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Ist Marx wieder aktuell? Vor 150 Jahren erschien der 1. Band des „Kapitals“ von Karl Marx

Kaum ein wissenschaftliches Werk hat die sozial-ökonomischen Debatten des 20. Jahrhunderts dermaßen inspiriert wie „Das Kapital“; die sog. „Bibel der Arbeiterbewegung“. Aber keine Theorie wurde vom heute tonangebenden neoliberalen Mainstream der Wirtschaftswissenschaften auch so hartnäckig ignoriert wie die Marxsche „Kritik der politischen Ökonomie“, wie der Untertitel lautet. Diese Ignoranz hat die Analysekapazität der Disziplin erheblich…

Zitat Walter Benjamin
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Jürgen Becker: Chronist des Alltäglichen – Zum 85. Geburtstag des Kölner Schriftstellers

Jürgen Becker wurde 1932 in Köln geboren; verlebte eine Kriegs-Kindheit in Erfurt und kehrte 1947 nach Westdeutschland zurück. Seit 1950 wohnt er wieder in seiner Geburtsstadt Köln. Seit 1959 arbeitete er für den WDR. Von 1974 bis 1994 leitete er die Hörspielredaktion des Deutschlandfunks in Köln. Becker erhielt zahlreiche Literaturpreise: u.a. 1967 den prestigeträchtigen Preis…