Artikel von Wolfgang Lieb

Wolfgang Lieb

Wolfgang Lieb ist ein deutscher Jurist und Publizist. Nach dem Studium der Politik und Rechtswissenschaften an der FU Berlin, in Bonn und in Köln arbeitete er in der Planungsabteilung des Kanzleramtes in Bonn(Helmut Schmidt war Kanzler), wechselte als Leiter in das Grundsatzreferat der Landesvertretung NRW in Bonn, war Regierungssprecher des Ministerpräsidenten Johannes Rau und Staatssekretär im NRW-Wissenschaftsministerium. Zusammen mit Albrecht Müller war Lieb Mitherausgeber und Autor der politischen Website "NachDenkSeiten" und wurde mit dem Alternativen Medienpreis ausgezeichnet. 2015 gab er seine Mitherausgeberschaft wegen unüberbrückbarer Meinungsdifferenzen mit Müller über die redaktionelle Linie des Blogs auf. Heute arbeitet Wolfgang Lieb als freier Autor.


Universität zu Köln
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NRW-Hochschulgesetz: Wenn jede Hochschule an sich denkt, ist an alle gedacht

Mit einer Stimme Mehrheit verabschiedete die schwarz-gelbe Koalition am 11. Juli im Düsseldorfer Landtag ein „Hochschulfreiheitsgesetz“. Freiheit heißt in diesem Falle, dass jede Hochschule machen kann, was sie will, dahinter steht der Glaube, dass damit das Beste für alle herauskommt. „Wir sind überzeugt, dass die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen selbst am besten wissen, was gut für…

GAFA
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DIGITALISIERUNG DER DEMOKRATIE ODER DIE DEMOKRATISIERUNG DES DIGITALEN? KANN DAS INTERNET DIE KLASSISCHEN MEDIEN ERGÄNZEN ODER GAR ERSETZEN?

Zur Geburtsstunde des World Wide Web erhoffte sein Begründer Tim Berners-Lee, dass das Internet die digitale Grundlage für herrschaftsfreie Begegnungen, Konversationen und Zusammenarbeit jenseits von Zeit und Raum schaffen könnte. Das Internet böte technisch die historisch erstmalige Möglichkeit, dass nahezu jedermann nicht nur seine persönliche Meinungsfreiheit, sondern auch das Grundrecht der Pressefreiheit wahrnehmen könnte –…

hate and fake
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DIGITALISIERUNG DER DEMOKRATIE ODER DIE DEMOKRATISIERUNG DES DIGITALEN?: KANN DAS INTERNET DIE KLASSISCHEN MEDIEN ERGÄNZEN ODER GAR ERSETZEN? TEIL 4

Was kann man tun, um die Gefahren aus dem Internet abzuwehren? Die Gefahren der Internetkommunikation fasst Christian Fuchs in folgenden Tendenzen zusammen: „Die digitale Öffentlichkeit nimmt durch die Logik der Akkumulation, der Werbung, der Monopolisierung, der Kommerzialisierung, der Kommodifizierung (des zur Ware-Werdens (WL)), der Beschleunigung, des Individualismus, der Fragmentierung, der Automatisierung der menschlichen Tätigkeit, der…

Manipulation
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DIGITALISIERUNG DER DEMOKRATIE ODER DIE DEMOKRATISIERUNG DES DIGITALEN?: KANN DAS INTERNET DIE KLASSISCHEN MEDIEN ERGÄNZEN ODER GAR ERSETZEN? TEIL 3

Die politische Rechte hat besser verstanden, wie Soziale Medien funktionieren „Ideologisch homogene Diskursräume führen zur Radikalisierung von Meinungen und Positionen“, schreibt Florian Schmidt vom Göttinger Institut für Demokratieforschung. Für die amerikanische Soziologin Zeynep Tufekci ist Youtube „eines der mächtigsten Radikalisierungswerkzeuge“ (Zitiert nach Marcel Weiß, neunetz.com v.14.032018).  Das ehemals von Wilhelm Heitmeyer geleitete Institut für interdisziplinäre Konflikt- und…

Symbolbild Neue Medien
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DIGITALISIERUNG DER DEMOKRATIE ODER DIE DEMOKRATISIERUNG DES DIGITALEN?: KANN DAS INTERNET DIE KLASSISCHEN MEDIEN ERGÄNZEN ODER GAR ERSETZEN? TEIL 2

Internetdienstanbieter sind nicht neutral So unbeteiligt an den Inhalten, die sie verbreiten, wie die Internet-Oligopolisten das gerne selbst darstellen, sind die Internetdienstanbieter aber keineswegs. Die Kontrolle über den Informationsfluss liegt nicht bei den Urhebern von Inhalten, sondern bei den Betreibern sozialer Netzwerke.  Jeannette Hofmann, Demokratie im Datenkapitalismus, WZB Mitteilungen Heft 155 S. 14ff. (15) Verborgen…

GAFA
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Digitalisierung der Demokratie oder die Demokratisierung des Digitalen? : Kann das Internet die klassischen Medien ergänzen oder gar ersetzen? Teil 1

Zur Geburtsstunde des World Wide Web erhoffte sein Begründer Tim Berners-Lee, dass das Internet die digitale Grundlage für herrschaftsfreie Begegnungen, Konversationen und Zusammenarbeit jenseits von Zeit und Raum schaffen könnte. Das Internet böte technisch die historisch erstmalige Möglichkeit, dass nahezu jedermann nicht nur seine persönliche Meinungsfreiheit, sondern auch das Grundrecht der Pressefreiheit wahrnehmen könnte –…

Fake News
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Pflege einer öffentlichen Diskursmoral: Erfolgsmodell oder zum Scheitern verurteilt?

Der Niedergang öffentlicher Diskursmoral gefährdet unsere grundgesetzlich geregelte Demokratie Die zu beobachtende Verrohung der öffentlichen Kommunikation sollte ein politisches Alarmsignal sein, denn ein Niedergang öffentlicher Diskursmoral gefährdet – oder schwächt zumindest – die Funktionsweise unserer grundgesetzlich geregelten Demokratie. Der öffentliche Diskurs wird maßgeblich von den Medien bestimmt, weil die Medien, also die Institutionen zur Vermittlung…

APO
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Brauchen wir eine neue APO?: Außerparlamentarische Opposition – gestern und heute. Antriebskräfte und Einflüsse der 68er-Bewegung.

Ich will Ihnen zunächst in aller Kürze aus meinen Erfahrungen in und mit der 68er-Bewegung, über ihre Auslöser und ihre Wirkungen berichten. (Siehe dazu auch „50 Jahre danach – Erfahrungen in und mit der 68er Bewegung, Schriftenreihe Forum und Politik e.V., 2018) Und ich will danach einige Stichworte benennen, wo ich Parallelen, aber vor allem…

Echokammern durch "Social Media"
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Jenseits der „Lügenpresse“ – Kann das Internet die etablierten Medien ergänzen oder gar ersetzen?

Warum ist das Thema wichtig? Erstens – ganz einfach: Weil Medien maßgeblich unsere Meinung über die Welt, über die Politik, über Parteien, Regierung, über die Wirtschaft, die Umwelt oder das Klima beeinflussen. Was wir über die Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir maßgeblich durch Massenmedien. Zweitens: Weil die Vielfalt…

1968 - Einmarsch der Sowjets in der Tschechischen Republik
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50 JAHRE DANACH – ERFAHRUNGEN IN UND MIT DER 68ER-BEWEGUNG, TEIL 5

Das Auseinanderfallen der 68er-Bewegung Am 21. August 1968 marschierten Truppen der damaligen Sowjetunion und des Warschauer Paktes in die damalige Tschechoslowakei ein und machten mit Panzern dem „Prager Frühling“ ein Ende. Bernd Hartmann vom Kölner SDS verteidigte noch am selben Tag in einem Beitrag diesen Einmarsch als Unterstützung für die „sozialistische Republik“ gegen „konterrevolutionäre Kräfte“…