Artikel von Wolfgang Lieb

Wolfgang Lieb

Wolfgang Lieb ist ein deutscher Jurist und Publizist. Nach dem Studium der Politik und Rechtswissenschaften an der FU Berlin, in Bonn und in Köln arbeitete er in der Planungsabteilung des Kanzleramtes in Bonn(Helmut Schmidt war Kanzler), wechselte als Leiter in das Grundsatzreferat der Landesvertretung NRW in Bonn, war Regierungssprecher des Ministerpräsidenten Johannes Rau und Staatssekretär im NRW-Wissenschaftsministerium. Zusammen mit Albrecht Müller war Lieb Mitherausgeber und Autor der politischen Website "NachDenkSeiten" und wurde mit dem Alternativen Medienpreis ausgezeichnet. 2015 gab er seine Mitherausgeberschaft wegen unüberbrückbarer Meinungsdifferenzen mit Müller über die redaktionelle Linie des Blogs auf. Heute arbeitet Wolfgang Lieb als freier Autor.


Symbolbild Neue Medien
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DIGITALISIERUNG DER DEMOKRATIE ODER DIE DEMOKRATISIERUNG DES DIGITALEN?: KANN DAS INTERNET DIE KLASSISCHEN MEDIEN ERGÄNZEN ODER GAR ERSETZEN? TEIL 2

Internetdienstanbieter sind nicht neutral So unbeteiligt an den Inhalten, die sie verbreiten, wie die Internet-Oligopolisten das gerne selbst darstellen, sind die Internetdienstanbieter aber keineswegs. Die Kontrolle über den Informationsfluss liegt nicht bei den Urhebern von Inhalten, sondern bei den Betreibern sozialer Netzwerke.  Jeannette Hofmann, Demokratie im Datenkapitalismus, WZB Mitteilungen Heft 155 S. 14ff. (15) Verborgen…

GAFA
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Digitalisierung der Demokratie oder die Demokratisierung des Digitalen? : Kann das Internet die klassischen Medien ergänzen oder gar ersetzen? Teil 1

Zur Geburtsstunde des World Wide Web erhoffte sein Begründer Tim Berners-Lee, dass das Internet die digitale Grundlage für herrschaftsfreie Begegnungen, Konversationen und Zusammenarbeit jenseits von Zeit und Raum schaffen könnte. Das Internet böte technisch die historisch erstmalige Möglichkeit, dass nahezu jedermann nicht nur seine persönliche Meinungsfreiheit, sondern auch das Grundrecht der Pressefreiheit wahrnehmen könnte –…

Fake News
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Pflege einer öffentlichen Diskursmoral: Erfolgsmodell oder zum Scheitern verurteilt?

Der Niedergang öffentlicher Diskursmoral gefährdet unsere grundgesetzlich geregelte Demokratie Die zu beobachtende Verrohung der öffentlichen Kommunikation sollte ein politisches Alarmsignal sein, denn ein Niedergang öffentlicher Diskursmoral gefährdet – oder schwächt zumindest – die Funktionsweise unserer grundgesetzlich geregelten Demokratie. Der öffentliche Diskurs wird maßgeblich von den Medien bestimmt, weil die Medien, also die Institutionen zur Vermittlung…

APO
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Brauchen wir eine neue APO?: Außerparlamentarische Opposition – gestern und heute. Antriebskräfte und Einflüsse der 68er-Bewegung.

Ich will Ihnen zunächst in aller Kürze aus meinen Erfahrungen in und mit der 68er-Bewegung, über ihre Auslöser und ihre Wirkungen berichten. (Siehe dazu auch „50 Jahre danach – Erfahrungen in und mit der 68er Bewegung, Schriftenreihe Forum und Politik e.V., 2018) Und ich will danach einige Stichworte benennen, wo ich Parallelen, aber vor allem…

Echokammern durch "Social Media"
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Jenseits der „Lügenpresse“ – Kann das Internet die etablierten Medien ergänzen oder gar ersetzen?

Warum ist das Thema wichtig? Erstens – ganz einfach: Weil Medien maßgeblich unsere Meinung über die Welt, über die Politik, über Parteien, Regierung, über die Wirtschaft, die Umwelt oder das Klima beeinflussen. Was wir über die Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir maßgeblich durch Massenmedien. Zweitens: Weil die Vielfalt…

1968 - Einmarsch der Sowjets in der Tschechischen Republik
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50 JAHRE DANACH – ERFAHRUNGEN IN UND MIT DER 68ER-BEWEGUNG, TEIL 5

Das Auseinanderfallen der 68er-Bewegung Am 21. August 1968 marschierten Truppen der damaligen Sowjetunion und des Warschauer Paktes in die damalige Tschechoslowakei ein und machten mit Panzern dem „Prager Frühling“ ein Ende. Bernd Hartmann vom Kölner SDS verteidigte noch am selben Tag in einem Beitrag diesen Einmarsch als Unterstützung für die „sozialistische Republik“ gegen „konterrevolutionäre Kräfte“…

Protest gegen Notstandsgesetzgebung
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50 JAHRE DANACH – ERFAHRUNGEN IN UND MIT DER 68ER-BEWEGUNG, TEIL 4

Von der „Studentenbewegung“ zur „außerparlamentarischen Opposition“ Die „Studentenbewegung“ engagierte sich neben der Hochschulpolitik – wie dargestellt – immer stärker bei innen- und außenpolitischen Themen und stand dabei in Opposition zu dem von den Parteien im Parlament vertretenen Meinungsspektrum. Zumal aufgrund der Kritik an der Großen Koalition und wegen der dadurch entstandenen Schwächung der innerparlamentarischen Opposition…

BILD Zeitung
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50 JAHRE DANACH – ERFAHRUNGEN IN UND MIT DER 68ER-BEWEGUNG, TEIL 3

„Geht doch nach drüben!“ „Geht doch nach drüben!“, so stachelte die Springer-Presse den Volkszorn gegen die „roten Garden“ an der FU an. Ich ging jedenfalls nach drüben. Ich hatte zwar keinerlei Sympathie für das für mich „kleinbürgerliche“ und damit reaktionäre SED-Regime, aber ein- oder gar zweimal im Monat war ich drüben: Im Brecht-Theater am Schiffbauerdamm….

Tafelbild
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Studium ohne Abitur – Jeder vierte Azubi wirft hin! Gibt es eine „Akademikerschwemme“ und einen Facharbeitermangel?

Zwei Meldungen machten in den letzten Tagen Schlagzeilen: – In Deutschland studieren so viele Menschen ohne Abitur wie noch nie. – Jeder vierte Lehrling wirft hin. Die erste Meldung scheint die These zu belegen, dass in Deutschland ein „Akademisierungswahn“ (Julian Nida-Rümelin) ausgebrochen ist. Mit der hohen Abbruchquote in den Ausbildungsberufen bekommt die Sorge um einen…

Studentenbewegiung 1968
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50 JAHRE DANACH – ERFAHRUNGEN IN UND MIT DER 68ER-BEWEGUNG, TEIL 2

Die allgemein politische Ebene: Antifaschismus, antiautoritäre Gegenbewegung und Antiimperialismus Auf der allgemein politischen Ebene war im Hintergrund – immer mitschwingend – die Auseinandersetzung mit der unaufgearbeiteten Nazivergangenheit der Vätergeneration. Die antifaschistische Kritik machte sich politisch etwa an der Wiederwahl Heinrich Lübkes zum Bundespräsidenten im Juni 1964  (und das mit den Stimmen der SPD) fest. Lübke…