Artikel von Wolfgang Wiemer

Wolfgang Wiemer

Politologe i.R.; arbeitete als politischer Referent, Büroleiter, Pressechef des Deutschen Bundestages und in der Parlamentsverwaltung; lebt in Bonn


Dunkle Wolken
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Denk ich an EUROPA in der Nacht

Denk‘ ich an Europa in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht, würde der bekennende Anti-Nationalist und Anti-Monarchist Heinrich Heine möglicherweise heute dichten. Allerorten ist (nicht nur) in Europa der Nationalismus wieder auferstanden. Und es nützt überhaupt nichts festzustellen, dass jene einem Heine intellektuell heillos unterlegen sind, die zwischen Heimweh und Chauvinismus nicht unterscheiden…

Roman "Die Hauptstadt" (Buchcover)
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Subjektive Anmerkungen zu Robert Menasse

Kurz nach dem Jahreswechsel, in der nachrichtenarmen Zeit vor dem Dreikönigstag, erhob sich Kritik an Robert Menasses Buch „Die Hauptstadt“. Es handelt sich hier um einen aus allerlei absurden Ereignissen vorangetriebenen, fiktiven Roman, der allerdings freundlich bis sogar liebevoll mit der Brüsseler EU umgeht – womit er eine große Ausnahme ist. Keiner der Leser*innen wird…

Jahreswechsel 2018/19
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Letzte Rückblicke

2018 ging der Aufschwung der deutschen Nationalisten merkwürdig einher mit einem anhaltenden Abschwung deutscher Leistungsfähigkeit. Da die Stärke des Euro, die fast allen anderen EU-Ländern Probleme macht, der deutschen Volkswirtschaft in die Hände spielt, sieht man hinter den vielen Profiten diese Realität nicht. Dank der EU-Ideologie der Wettbewerbsfähigkeit häufen sich die Pannen nicht nur sondern…

Europaflagge
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Wo bleibt die Europabegeisterung? Kommentar zur Vorstandsklausur der SPD

Weil Klausuren nicht die Welt verbessern, ist auch die sozialdemokratische Welt heute nicht sehr viel besser geworden. Positiv ist es zweifellos, dass die Parteiführung mit gutem Beispiel voran gehen will. Gutes Beispiel dafür, sich nicht ständig um das eigene Befinden, die eigene Stabilität, die eigenen Zwistigkeiten zu drehen wie ein altes Kinderkarussell. So wie bei…

Schwarzes Loch
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Verschwundene Nachrichten? Kleine medienkritische Betrachtung

Niemand kann alles lesen oder hören, was am Tag gedruckt, gebloggt und gesendet wird. Deswegen seien vorab alle von der Kritik ausgenommen, deren Befassung mit den Themen, die mir verschwunden erscheinen, übersehen wurden. Das Folgende soll keine groß und breit angelegte Medienkritik werden und schon gar keine Enthüllung von Verschwörungen. Die Themen, zu denen meine zwei…

Kurze Hosen
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Und so’was findet man(n) schön?

Über Schönheitsideale kann man trefflich streiten. Ein Blick auf jedes auch nur etwas ältere Erinnerungsfoto wird manch eine*m Leser*in angesichts des eigenen An- und Aufzugs die Schamesröte ins Gesicht treiben. Schönheitsideale ändern sich ständig. Dank der „Selfie“-Allgegenwärtigkeit wird das vielleicht schneller sichtbar als zur grauen Vorzeit nur selten hervorgeholter Fotoalben oder Diasammlungen. Das tröstet, weil…

Sommerloch
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Stamp, Özil,der Rechtsstaat und Medien im Sommerloch

Bei RTL sagt der stellvertretende Ministerpräsident von NRW, Joachim Stamp, einen interessanten Satz. Nachdem im Interview erörtert wurde, dass das Gelsenkirchener Gericht die Landesregierung auch schneller über sein Urteil hätte informieren können, dass der „Gefährder“ Sami A. nicht nach Tunesien abgeschoben werden dürfe, sagt Stamp, dass er Sami A. selbstverständlich nicht zurückgeführt hätte, wenn er…

Totentanz
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Rezension des Buches: Wie Demokratien sterben: Todeskampf der Demokratie 

Liest man „Wie Demokratien sterben“, kann es keinen Zweifel geben: die westlichen Demokratien befinden sich im Todeskampf. 238 der 272 Seiten (ohne Danksagung, die 714 Anmerkungen und das Register) verwenden die US-amerikanischen Politikwissenschaftler Steven Levitsky und Daniel Ziblatt darauf, das Sterben von Demokratien zu beschreiben; nur 32 Seiten sind ihrer Rettung gewidmet. Da überzeugt der…