• Über uns
  • Freund*innenkreis
  • Verein
  • Autor*innen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Archiviert
  • Contra AfD
Montag, Februar 23, 2026
Blog der Republik
Advertising
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Blog der Republik
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Home Contra AfD - Für Demokratie. Jetzt!

Der Schnäppchen – Wahn

Marianne Bäumler Von Marianne Bäumler
15. Juni 2015

Sie kennen das doch sicher: dieses blöde unruhige Gefühl: irgendwas ist schief gegangen, der Chef hat Sie wegen einer Lappalie blöd angeraunzt, Ihr Kind war frech, Ihr Mann, oder Ihre Frau, oder Ihre Freundin, irgendwer hat sich als äußerst bescheuert, ungerecht, schlecht gelaunt erwiesen. Jetzt reicht‘s. Sie schieben sich mit diffusem Unbehagen durch die Fußgängerzone. Frust auf der ganzen Linie.

Da fällt Ihr Blick auf die Riesentafel: „Angebotswoche für Rotweine aus Italien! Einmalige Niedrigpreise.“ Kistenweise – das lohnt sich vor allem, da läuft Ihnen schon das Wasser im Mund zusammen. Okay, muss Vati morgen sofort mit dem Wagen hin, sonst ist es zu spät, denken Sie bereits ein bisschen beunruhigt. Und direkt daneben: die Lieblingsschokolade, besonders preiswert im Zehnerpack! Damit die Fernsehabende der Zukunft auch wirklich süß und süffig werden, kaufen Sie wenigstens schon mal ordentliche zwanzig Tafeln ein, man weiß ja nie… Eigentlich hat der Großeinkauf für Essen und Trinken und Haushalt gerade letzten Samstag stattgefunden. Aber, da sehen Sie nun dieses Supersonderangebot von … na zum Beispiel flauschigen Frottéhandtüchern. Schön gefaltet, liegen die zu einem ansehnlichen Turm aufgestapelt, angenehm unaufdringliche Pastelltöne. Sie lassen sich vom Sog der warmen Kaufhausluft ganz hineinziehen ins Innere des Konsumtempels. Sie streicheln mit der Hand darüber, über diesen Stoff, schön weich, wirklich, ach, man müsste jetzt in der Badewanne liegen, in so einem traumhaften Badezimmer, wie in der Reklame… und so preiswert, diese Handtücher denken Sie, 4,90-, die kleinen, 7,80- die größeren. Und wenn Sie gleich zehn auf einmal kaufen, gibt‘s einen Waschlappen gratis! Wirklich günstig. Also, wenn Sie da nicht zugreifen, meine Dame, oder, mein Herr. Ja, und sind nicht die Handtücher zu Hause sowieso schon reichlich alt, haben sie nicht arg an Farbe verloren, in den letzten Jahren? Sehen sie vielleicht gar schon schäbig aus? Haben die Bekannten neulich nicht schon leicht irritierte Blicke geworfen auf unsere Badezimmerausstattung?

Damit wäre die kleine Angstdosis – von wegen Grauschleier – doch schon als böse Botschaft bei Ihnen eingehakt. Superschlau, diese Werbung mit dem schlechten Gewissen. So ein bisschen Shopping, das muss manchmal sein, denken Sie trotzig, und, da kommt Ihnen – vollbepackt mit diesem ach so günstigen Frotté-Stapel – schon das nächste Schnäppchen vors unruhige Auge: Essbesteck in supercoolem Edeldesign: komplett für sechs Personen, mit farbigem Muster auf jeder Gabel, jedem Löffel, jedem Messer; ist ja lustig. Auch die im Sonderangebot: alles zusammen nur 79,90,-. Da kann man nicht meckern. Also rein, in den Laden, und diesen großen Karton mit den neuen Esswerkzeugen gekauft. Wozu hat man schließlich die Kreditkarte… Die werden Augen machen, zu Hause; vielleicht wird dann ja so manche öde Mahlzeit etwas munterer. Aber: glauben Sie das wirklich? Im Ernst, dummerweise erst später, beim nächsten Familienkrach am Abendbrottisch, mit dem neuen putzmunteren Essbesteck, ärgern Sie sich dann, das nützt nun nämlich auch nichts, um die Harmonie langfristig auf Hochtouren zu halten. Im Gegenteil: eigentlich mögen Sie das gute, alte, klassisch schlichte Besteck viel lieber. Abgenutzt ist das doch überhaupt nicht. Das geht doch eigentlich gar nicht kaputt; wenigstens das nicht. Und diese vielen Handtücher  –  ,jetzt wird‘s im Schrank noch enger. Und die alten jetzt ausmisten, die sind doch noch gut, eigentlich möchten Sie sich gar nicht von denen trennen.

So gibt es jede Menge Sachen, die wir uns da anschaffen. Manche Überstunde hängen wir dran. Dann kann ich mir mehr leisten, ich habe, also bin ich, die Menge macht‘s, oder wie? Und so umstelle ich mich in meinen vier Wänden mit all diesen Errungenschaften, möglichst preiswert natürlich. Dass es nur deshalb so billig ist, weil möglichst flinke Hände für geringen Lohn die Sachen in aller Hast zusammenschustern, naja, daran denkt man nur ungern. Und später, wenn man der Dinge überdrüssig ist, weg damit, Kleidersammlung oder Müll, sortiert natürlich. Ja, wir sind die eifrigen Vollstrecker des Turbokapitalismus, denn seine irrsinnige Eigendynamik  basiert ja auf nichts anderem als der „STÜCKZAHL“. Ob nicht derart viel Konsum uns langsam die Poren der Wahrnehmung verstopft, uns zunebelt, uns von anderen Freuden entfernt hält, ja, wir schon gar nicht mehr so genau wissen, was eigentlich sonst noch Spaß macht, außer kaufen, kaufen, verbrauchen, verbrauchen. Dieser Schnäppchenwahn, wo alles so verführerisch glitzert, die vielen Hightech-Geräte eingeschlossen. Oder – hören Sie all diese CDs z.B., die sich – als Sonderangebote vornehmlich – im Regal angesammelt haben, überhaupt noch? Ist doch alles eine Frage der Zeit!

Ja, eben!

Print Friendly, PDF & EmailAusdrucken/PDF erstellen:
Teilen Sie diesen Artikel:
Instagram
Tags: günstigKaufenKaufrauschKonsumverhaltenSaleSchnäppchenSchnäppchenwahnShoppenSonderangebot
Vorherigen Post

Zum virtuellen Wasser und Wasserfußabdruck. Teil 1

Nächster Beitrag

Kriminelles Chaos ist keine Folklore – Merkwürdiger Ausdruck der Freude aufs neue Jahr

Nächster Beitrag
Abgebranntes Feuerwerk und Böller

Kriminelles Chaos ist keine Folklore - Merkwürdiger Ausdruck der Freude aufs neue Jahr

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaut mal hier

  • Justizskandal im Sauerland: Das von Charlotte Merz, Ehefrau von Bundeskanzler Friedrich Merz, geleitete Amtsgericht erließ einen rechtswidrigen Durchsuchungsbeschluss gegen eine junge SPD-Frau 08.09.2025
  • Geschichtsrevisionismus: Basteln an der „zweiten Geburt“ 15.4.2025
  • Leak zu Zwei-Klassen-Struktur beim BSW - Sahras Knechte 22.2.2025
  • Sätze aus dem Wahlprogramm der AfD - und was sie bedeuten 18.2.2025
  • Kulturbegriff der AfD : Aufgeladen mit völkischer Ideologie 5.2.2025
  • Das Spiel der Lobbyisten und Politiker: Erik Ahrens – Ein tiefer Fall innerhalb der rechtsextremen Netzwerke 23.1.2025
  • Petition: Finger weg von unserer Demokratie, Herr Musk 3.1.2025

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 3.011 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

Werbung

[the_ad id="27291"]

Letzte Kommentare

  • Dr. Wolfgang Lieb bei Neue Realitäten – Deutschland braucht eine konzertierte Aktion. Gastbeitrag von Sigmar Gabriel und Matthias Machnig
  • Reinhard Riek bei Thüringen wieder als Mustergau? 100 Jahre danach: Parteitag der AfD in Erfurt
  • Elke Salewski bei Alle strafmündig, oder was?
  • Volker Brunell bei Kritik an Netanjahu hat mit Antisemitismus nichts zu tun – Und ist keine Israel-Feindschaft

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 3.011 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

  • Trending
  • Comments
  • Neueste
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

18. März 2024
Alice Weidel, Elon Musk und Esel, Screenshot Tik Tok

ARD-Wahlarena – Weidels Lügen sind Methode

18. Februar 2025
Feigenblatt

Alice Weidel: Das lesbische Feigenblatt und das Familienbild der AfD

1. Januar 2025
Screenshots von TikTok_Accounts aufgestachelter Bauern oder AfDlern oder anderen "Empörern"

Aufruf zur Bauerndemo in Berlin, AfD-Anhänger und andere Rechtsextreme mobilisieren.

24. Oktober 2024
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

Screenshot ARD-Mediathek zur Sendung von Caren Miosga

Talk bei Miosga: Die Entlarvung der Sahra Wagenknecht

Kriegszerstörungen in der Ukraine

Ukraine: Verantwortungsbewusstes Handeln statt gefährlicher moralischer Überheblichkeit

Mauer in der NS-Ordensburg Vogelsang mit NS-Adler im Mauerwerk

Lasst Höcke regieren!

Aus dem Auspuff qualmende Autos im Stau

Künstliches Furzen – ewig in Mode?

22. Februar 2026
Wochenmarkt, Zeichnung: Wolfgang Schieffer (Waldmaler.de)   

WOCHENMARKT: Von „zusammengekniffenen Po-Backen“  und der Lust am Abstrafen

21. Februar 2026
Wasserstoffkater 2026

Wasserstoffkater 2026

21. Februar 2026
Iran: Wo Frauen keine Rechte haben

Iran: Wo Frauen keine Rechte haben

20. Februar 2026

BLOG DER REPUBLIK

Blog der Republik

Kategorien

  • Allgemein
  • Buchbesprechungen
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Politik
  • Wirtschaft

Kategorien

  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Standpunkte

Schlagwörter

AfD CDU Demokratie EU Frieden Merz NoAfD Rechtsextremismus Ukraine wehrhafte Demokratie

© 2026 Blog der Republik.

Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!

© 2025 Blog der Republik