• Über uns
  • Freund*innenkreis
  • Verein
  • Autor*innen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Archiviert
  • Contra AfD
Donnerstag, Februar 5, 2026
Blog der Republik
Advertising
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Blog der Republik
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Home Politik

Die Altenpflege wird einem enormen Stresstest unterzogen!

Klaus Vater Von Klaus Vater
22. Juni 2021
Apfel im Schraubstock

In der Bundesrepublik hat vor wenigen Tagen ein waghalsiger „Großversuch“ begonnen, an dem – über den Daumen „gepeilt“ – 1,3 Millionen Beschäftigte in tausenden Betrieben und Millionen „Kunden“ teilnehmen müssen. Ob dieser „Großversuch“ positiv ausgeht oder nicht, ist ungewiss. Ungewiss bedeutet: Gibt es diese Zahl an Betrieben und dieselbe Versorgung der vielen „Kunden“ am Ende noch oder nicht mehr. Das liegt nicht an den „Kunden“, auch nicht an den Beschäftigten und den dazu gehörenden Arbeitgebern und Managern, sondern der Ausgang hängt von  externen Größen ab. Ich schreibe über die Altenpflege und über deren Perspektive.

Der Reihe nach: Nach der Verabschiedung des hier erwähnten Gesetzes, erklärte der Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stephan Stracke: „Nur wenn Pflege- und Betreuungskräfte nach Tarif bezahlt werden, erhalten ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen noch eine Zulassung für die soziale Pflegeversicherung.“ Punktum!

In der Erklärung seines Koalitions-Pendants, der gesundheitspolitischen Sprecherin der SPD- Fraktion, der Ärztin Sabine Dittmar zum Thema fehlte freilich jeder Hinweis auf Löhne und Tarife. Ein merkwürdiger Umstand. Ist das ein Zufall?

Anlässlich einer Ver.di- Demonstration in München erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: „Wir haben die Pflege rausgenommen aus dem Kostendruck im Gesundheitswesen“.

Sein eigener Staatssekretär für die Pflege, Andreas Westerfellhaus sah das etwas  anders. Auf dem Hauptstadtkongress in Berlin zur  Gesundheitsversorgung sagten Repräsentanten der Altenpflege, dass der Gesetzgeber zur Tariffrage keine „klaren, eindeutigen gesetzlichen Regeln“ beschlossen habe. Die Ärzte-Zeitung berichtete, der Staatssekretär habe zugegeben, dass es hier „noch Probleme gebe“. An anderer Stelle habe Westerfellhaus festgestellt, dass mehr Druck auf die Pflegekassen, also die Kostenträger ausgeübt werden müsse.

Das ironisch gemeinte Wort „Großversuch“ mag irritieren. Es ist tatsächlich ein solcher Versuch mit sehr unsicherem Ausgang und möglicherweise bitteren Konsequenzen für Pflegebedürftige und deren Familien. Um was es tatsächlich geht, hat der Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Björn Böhning auf dem erwähnten Hauptstadtkongress  gesagt: „Noch gibt es Unterschiede zwischen Alten- und Krankenpflege und zwischen tarifgebundenen und nicht-tarifgebundenen Unternehmen. Diese Lücke wollen wir schließen.“ (Ärzte-Zeitung vom 18.06.2021, Seite 5).

Das mag gut gemeint sein, denn es gibt eigentlich niemanden, der Pflege-Beschäftigten höhere Löhne und Gehälter verweigern wollte. Auch die Arbeitgeber, kommunal, freigemeinnützig wie die der Arbeiterwohlfahrt oder des Roten Kreuzes und  kirchlichen Arbeitgeber tun das nicht. Es geht um die vollständige Finanzierung der Löhne und Gehälter.

Untergrenzen gibt es längst. Der Tagesspiegel hat diese Untergrenzen beschrieben: „Für ungelernte Pflegehilfskräfte, die keine formale Ausbildung haben, und qualifizierte Pflegehilfskräfte gibt es einen Mindestlohn. Für ungelernte Hilfskräfte liegt dieser aktuell bei 11,80 Euro (West) und 11,50 Euro (Ost). Ab dem ersten September dieses Jahres soll die Angleichung der Löhne für Beschäftigte beider Landesteile auf 12 Euro erfolgen. Der Mindestlohn für qualifizierte Hilfskräfte liegt derzeit bei 12,50 Euro im Westen und 12,20 Euro im Osten des Landes. Er soll ebenfalls ab September angehoben und angeglichen werden, auf 12,50 Euro. Für eine Person, die Vollzeit arbeitet, ergibt das ein Monatsgehalt zwischen etwa 2000 und 2200 Euro brutto. Für Pflegefachkräfte soll es ab dem ersten Juli ebenfalls zum ersten Mal einen bundesweiten Mindestlohn geben, der 15 Euro die Stunde beträgt. Vollzeitkräfte, die nach dem Mindestlohn bezahlt werden, hätten demnach ein monatliches Einkommen zwischen 2400 und 2700 Euro brutto. In der Branche werden allerdings oftmals schon höhere Löhne gezahlt.“ (Der Tagesspiegel vom 16.06.2021, Seite 22).

Auf den Mindestlöhnen aufbauend gibt es einen Lohn-Kegel bis zu Entgelten deutlich über dem Tarif des öffentlichen Dienstes oder den Lohnvereinbarungen der Kirchen. Die Höhe hängt wesentlich davon ab, ob Pflegekräfte händeringend gesucht werden oder nicht. Aber letzteres gibt es fast nicht mehr.

Jeder Euro, der verdient wird, muss in Verhandlungen zwischen den Arbeitgebern auf der einen und den Pflegekassen plus  Kommunen begründet und dann beschlossen werden. Es muss ein Monate langer  Verhandlungsmarathon absolviert werden. Steht an dessen Ende die volle Refinanzierung der Tarifentgelte, ist der Großversuch gut ausgegangen. Aber daran gibt es eben Zweifel, die Westerfellhaus zum Ausdruck brachte. Der ist gelernter Altenpfleger.

Die Altenpflege wird also einem enormen Stresstest unterworfen, in dessen Verlauf es geschehen kann, dass viele ambulant und oder stationär ausgerichtete Betriebe das Handtuch werfen, weil die vollständige Refinanzierung  der Kosten nicht funktioniert. Diese Betriebe haben keine oder kaum Rücklagen. Sie sind sogenannte „Kommt rein, geht raus“- Unternehmen. Durststrecken überstehen sie nicht.

Der Sozialverband VdK Deutschland e.V. mit rund zwei Millionen Mitgliedern hat jüngst die Gesamtkosten der Pflegeänderungen der Regierung auf etwa sechs Milliarden € geschätzt. Nur 1,4 Milliarden Euro seien solide gegenfinanziert, 1,8 Milliarden Euro stammten aus einer Umwidmung verplanter Gelder. Der VdK meinte kurz und bündig: Unterdeckung, es sei „Zeit, über eine tiefgehende Finanzierungsreform der Pflege nachzudenken“.

Die Differenz von knapp drei Milliarden müssten die Pflegebetriebe in Verhandlungen mit Kassen und Sozialhilfe hereinholen. Das ist angesichts der anwachsenden Kosten im Gesamtbereich der Sozialversicherung und der Lage der Kommunen nahezu aussichtslos. Die andere Möglichkeit ist, noch höhere Kosten auf die Pflegebedürftigen abzuwälzen. Diese Möglichkeit ist ausgereizt. Pflegebetriebe müssten diese Milliarden selber aufbringen, sich verschulden oder eben aufgeben.

Überleben würden die fünf Prozent kommunaler Pflegebetriebe mit der Chance auf rasches Wachstum, weil private weichen mussten. Übrig würden auch freigemeinnützige und kirchlich gebundene Unternehmen, die entweder von Kommunen subventioniert werden oder deren Dachgesellschaften Kapital mobilisieren können, damit Durststrecken überstanden werden können. Auch der Konzentrationsprozess in der Altenpflege würde  einen kräftigen Schub erhalten. Das ist der Ausgangspunkt heute. Eine vorgeblich „linke Ordnungspolitik“ als Ersatz für die alte Sozialpolitik ist daher nicht zu empfehlen.

Bildquelle: Pixabay, Bild von Steve Buissinne, Pixabay License

Print Friendly, PDF & EmailAusdrucken/PDF erstellen:
Teilen Sie diesen Artikel:
Instagram
Tags: AltenpflegeGesundheitspolitikKonzentrationsprozesseKostenexplosionMindestlhnSozialpolitikSystemversagenTarifelöhne
Vorherigen Post

Zum virtuellen Wasser und Wasserfußabdruck. Teil 1

Nächster Beitrag

Kriminelles Chaos ist keine Folklore – Merkwürdiger Ausdruck der Freude aufs neue Jahr

Nächster Beitrag
Abgebranntes Feuerwerk und Böller

Kriminelles Chaos ist keine Folklore - Merkwürdiger Ausdruck der Freude aufs neue Jahr

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaut mal hier

  • Justizskandal im Sauerland: Das von Charlotte Merz, Ehefrau von Bundeskanzler Friedrich Merz, geleitete Amtsgericht erließ einen rechtswidrigen Durchsuchungsbeschluss gegen eine junge SPD-Frau 08.09.2025
  • Geschichtsrevisionismus: Basteln an der „zweiten Geburt“ 15.4.2025
  • Leak zu Zwei-Klassen-Struktur beim BSW - Sahras Knechte 22.2.2025
  • Sätze aus dem Wahlprogramm der AfD - und was sie bedeuten 18.2.2025
  • Kulturbegriff der AfD : Aufgeladen mit völkischer Ideologie 5.2.2025
  • Das Spiel der Lobbyisten und Politiker: Erik Ahrens – Ein tiefer Fall innerhalb der rechtsextremen Netzwerke 23.1.2025
  • Petition: Finger weg von unserer Demokratie, Herr Musk 3.1.2025

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 3.017 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

Werbung

[the_ad id="27291"]

Letzte Kommentare

  • Philipp bei Donald allein zuhaus – Voller Mitleid von Gerd Eisenbeiß
  • Fritz Goergen bei Vor und hinter der politischen Kulisse – Ein Nachruf auf Peter Radunski
  • Dr. Marianne Bäumler bei Putins Repression ist totalitär und imperial. „DAS VERSAGEN“ – Eine notwendige Kritik am deutschen Appeasement.
  • Philipp bei Die Europäer reiten geopolitisch ein totes Pferd. Nida-Rümelins Buch „Der Epochenbruch“

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 3.017 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

  • Trending
  • Comments
  • Neueste
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

18. März 2024
Alice Weidel, Elon Musk und Esel, Screenshot Tik Tok

ARD-Wahlarena – Weidels Lügen sind Methode

18. Februar 2025
Screenshots von TikTok_Accounts aufgestachelter Bauern oder AfDlern oder anderen "Empörern"

Aufruf zur Bauerndemo in Berlin, AfD-Anhänger und andere Rechtsextreme mobilisieren.

24. Oktober 2024
Feigenblatt

Alice Weidel: Das lesbische Feigenblatt und das Familienbild der AfD

1. Januar 2025
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

Screenshot ARD-Mediathek zur Sendung von Caren Miosga

Talk bei Miosga: Die Entlarvung der Sahra Wagenknecht

Kriegszerstörungen in der Ukraine

Ukraine: Verantwortungsbewusstes Handeln statt gefährlicher moralischer Überheblichkeit

Mauer in der NS-Ordensburg Vogelsang mit NS-Adler im Mauerwerk

Lasst Höcke regieren!

Barack Obama und Dmitri Medwedew bei der Unterzeichnungszeremonie von New START in Prag (2010)

Erklärung der VDW-Studiengruppe „Europäische Sicherheit und Frieden“ zum Auslaufen des New-START-Vertrages am 5. Februar 2026

4. Februar 2026
MArk speich, Nathanael Liminski und MP Hendrik Wüst

Wüst überschätzt sich – NRW-Ministerpräsident in Berlin nicht besonders gefragt/Merz richtet sich auf zweite Amtszeit ein

3. Februar 2026
Anti AfD-Plakat

AfD weiter auf dem Weg nach ganz Rechtsaußen und durchsetzt von Kriminellen – Keine Alternative für Deutschland

2. Februar 2026
Rita Süßmuth. Bundestag 2023

Wer nicht kämpft, hat schon verloren – In Gedenken an Rita Süssmuth (1937–2026)

2. Februar 2026

BLOG DER REPUBLIK

Blog der Republik

Kategorien

  • Allgemein
  • Buchbesprechungen
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Politik
  • Wirtschaft

Kategorien

  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Standpunkte

Schlagwörter

AfD CDU Demokratie EU Frieden Merz NoAfD Rechtsextremismus Ukraine wehrhafte Demokratie

© 2026 Blog der Republik.

Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!

© 2025 Blog der Republik