Opferung des Isaak, Michelangelo Merisi da Caravaggio

Die armen Isaaks dieser Welt – Ein Postscriptum

Die armen Isaaks dieser Welt – welche Menschen schützen sie vor martialischen Herren – und wo bleiben die Frauen, jene, die ihr Erbarmen für ein Kind nie und nimmer „bezwingen“ wollen, nur um GOTT zu gefallen? Sollen die Frauen ewig so marginal bleiben, obwohl auch sie unsere Welt zu 50 % bewohnen?

Ich rufe NEIN, denn es gibt viel für uns zu tun, es geht um die ZÄRTLICHKEIT der VERNUNFT, von mir aus auch um die Balance von Yin & Yang. Auf jeden Fall geht es um eine gute Gegenseitigkeit, unbedingt schon hier auf Erden.

Nun hoffe ich sehr auf die MARIA 2.0 und die wachen Ladies der EKD und ihre humanistische Expertise im ökumenischen Kontext, inclusive der aufgeklärten islamischen Frauen.

Wir wissen doch, was aus Kindern wird, wenn sie ungeschützt brutalem erwachsenen Treiben ausgeliefert sind, auch aus ihrer seelischen Balance geraten, und wie sie dann oft – weil sie in vielerlei Hinsicht instrumentalisiert werden – so verhärten, und Gewalt gegenüber den Andersgläubigen und gegen Schwächere – also auch Wesen weiblichen Geschlechts  – für legitim halten.

Ein fataler Circulus vitiosus.

Wenn also gläubige Männer aus den drei monotheistischen Weltreligionen sich auf den Übervater Abraham berufen – um dann aufeinander losschlagen, töten und zerstören zu dürfen, weil ihnen allen der übergroße Herr Abraham das siegreiche Kaputtmachen anderer Menschen gestattet hat – führt diese toxische Dynamik auch in den aktuellen Irrsinn unserer Tage.

Und so führt die Lebensbedrohung des Isaak durch seinen eigenen gottesfürchtigen Vater zu weiteren entsetzlichen Gewalt-Spiralen. Soll das jetzt unser Schicksal bleiben, unabänderlich?

Bildquelle: Von Michelangelo Merisi da Caravaggio – The Yorck Project (2002) 10.000 Meisterwerke der Malerei (DVD-ROM), distributed by DIRECTMEDIA Publishing GmbH. ISBN: 3936122202., Gemeinfrei,

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Marianne Bäumler

Die Theater-, Film- und Literaturkritikerin schreibt für diverse Zeitungen und arbeitet für den öffentlich rechtlichen Rundfunk. Sie promovierte über Erich Kästner, lehrte an der Universität Marburg, arbeitete als Dramaturgin und machte Dokumentarfilme für den WDR und andere ARD-Sender.


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